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Stärkung der Neurowissenschaften an der Charité

Einstein Stiftung Berlin fördert Visiting Fellows, Forschungsvorhaben und Fortsetzung des Einstein-Zentrums Neurowissenschaften

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Umfangreiche Förderung für die Charité – Universitätsmedizin Berlin: Mit Alastair Buchan und David McAlpine können zwei international anerkannte Forschende mit Schwerpunkten in der Schlaganfallmedizin und der auditiven Neurologie unter Förderung der Einstein Stiftung als Visiting Fellows an der Charité tätig werden. Neu gefördert wird zudem ein Einstein-Forschungsvorhaben zu neuronalen Grundlagen der Schizophrenie. Das bereits bestehende Einstein-Zentrum Neurowissenschaften erhält darüber hinaus eine Weiterförderung für vier Jahre.

In der Personenförderung unterstützt die Einstein Stiftung zukünftig zwei Wissenschaftler als Einstein Visiting Fellows an der Charité:

Alastair Buchan, University of Oxford/ Charité – Universitätsmedizin Berlin
Der Professor für Schlaganfallmedizin von der University of Oxford wird künftig mit seiner Expertise die Charité am Centrum für Schlaganfallforschung Berlin bereichern und mit dem Exzellenzcluster NeuroCure sowie dem Neurologen und Einstein Junior Fellow Philipp Mergenthaler zusammenarbeiten. Es sollen neue neuroprotektive Therapien erforscht werden, also Behandlungsstrategien und Medikamente entwickelt werden, um nach einem Durchblutungsausfall im Gehirn das Absterben weiterer Nervenzellen zu verhindern. Die in diesen Fällen am besten bewährte Methode ist Hypothermie, das künstliche Herabsenken der Körpertemperatur. Welche molekularen Mechanismen bei der sogenannten hypothermischen Neuroprotektion zur Behandlung eines Schlaganfalls eine Rolle spielen und wie dies mit dem Glukosestoffwechsel im Gehirn zusammenhängt, wird die Forschungsgruppe an der Charité untersuchen. Ein weiteres Ziel des Fellowships von Alastair Buchan ist es, eine internationale Akademie für die nächste Generation klinischer Wissenschaftler:innen in der neurologischen Gefäßforschung zu gründen und die Zusammenarbeit zwischen Spitzenforschenden aus Oxford und Berlin zu intensivieren.

David McAlpine, Macquarie University/ Charité – Universitätsmedizin Berlin
Im Zentrum des Projekts des Professors für auditive Neurologie von der Macquarie University in Sydney (Australien) steht eine Form des Lernens, die primär über die akustische Wahrnehmung erfolgt und als Statistisches Lernen bezeichnet wird. Dieser unbewusste Prozess vollzieht sich im Gehirn fortlaufend, indem die Umgebung wahrgenommen und automatisch auf Informationen gescannt wird. So lernt es, wichtige Signale von Hintergrundrauschen zu unterscheiden. Das Team um McAlpine und Livia de Hoz (Charité – Universitätsmedizin Berlin) wird in Assoziierung mit dem Sonderforschungsbereich „Mechanismen und Störungen der Gedächtniskonsolidierung“ die neuronalen Strukturen des auditiven Gehirns von Mäusen aufzeichnen und die Geräuscharten untersuchen, die statistisches Lernen ermöglichen. Der Fokus liegt dabei auf den neuronalen Schaltkreisen und Zellmechanismen. Auch das gehörgesteuerte Lernen beim Menschen wird die Gruppe erforschen, um die Methoden zur Diagnose von Legasthenie, Aufmerksamkeitsstörungen und Autismus zu verbessern und neue Behandlungen zu entwickeln. Neben einem besseren Verständnis der kognitiven Funktionsweisen von Lernen und Gedächtnis könnten auf dieser Grundlage auch neue Technologien für Hörgeräte entwickelt werden.

Als Einstein-Forschungsvorhaben wird künftig gefördert:

Das Vorhaben „Using Computational Modelling to Understand Large-Scale Networks and Circuit Dysfunctions in Schizophrenia“, das Peter Uhlhaas, Professor für Früherkennung und Frühintervention psychischer Erkrankungen an der Charité, leiten wird, untersucht die neuronalen Grundlagen von Schizophrenie. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rolle Veränderungen bestimmter Neurotransmitter-Systeme für die Entwicklung der Krankheit haben. Da die Ursachen schizophrener Störungen bis heute nicht ausreichend geklärt sind, ist auch die Behandlung begrenzt. Während etwa Halluzinationen durch Medikamente reduziert werden können, bleiben weitere häufige Begleiterscheinungen wie Antriebsschwäche, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme der Patient:innen schwer zu behandeln. Um die Schizophrenie in Zukunft besser therapieren zu können, strebt Uhlhaas in Zusammenarbeit mit einem Team der Technischen Universität ein fundiertes Verständnis der biologischen Mechanismen der Krankheit an. Dafür nutzt er Neuroimaging-Verfahren in Kombination mit einer innovativen Gehirnsimulationsplattform, die es erlaubt, elektrophysiologische Daten auf die zugrundeliegenden neuronalen Schaltkreise und beteiligten Neurotransmittersysteme zurückzuführen.

Weitergefördert wird zudem das bestehende Einstein-Zentrum Neurowissenschaften bis zum Jahr 2025.

Einstein Stiftung Berlin
Die Einstein Stiftung ist eine gemeinnützige, unabhängige und wissenschaftsgeleitete Einrichtung, die als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet wurde. Sie fördert seit mehr als zehn Jahren Wissenschaft und Forschung fächer- und institutionenübergreifend in und für Berlin auf internationalem Spitzenniveau. Rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – unter ihnen drei Nobelpreisträger – über 70 Projekte und sieben Einstein-Zentren wurden bislang gefördert. Jetzt wurden zahlreiche neue Projekte und Programme bewilligt, darunter auch an der Berliner Universitätsmedizin.