Prof. Ralser, im offenen, weißen Kittel, lehnt an einem Laborgerät.

Markus Ralser mit EMBO Gold Medal 2020 ausgezeichnet

 

Prof. Dr. Markus Ralser. Foto: Janie Airey

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Prof. Dr. Markus Ralser, Direktor des Instituts für Biochemie der CharitéUniversitätsmedizin Berlin und Einstein-Professor, erhält die diesjährige Goldmedaille der European Molecular Biology Organization (EMBO). Er wird damit für seine konzeptionellen und technologischen Fortschritte beim Verständnis von Funktionsweise, Herkunft und Evolution des Stoffwechsels geehrt. Die Auszeichnung umfasst auch ein Preisgeld von 10.000 Euro, wie am 14. Oktober in Heidelberg bekanntgegeben wurde.

„Die EMBO Gold Medal ist eine der herausragenden Auszeichnungen für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften in Europa. Die Liste der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger bezeugt dies eindrucksvoll. Dass die Charité mit Prof. Dr. Markus Ralser den diesjährigen Preisträger stellt, unterstreicht die Qualität und Innovationskraft seiner Wissenschaft. An der Charité ist es Prof. Ralser gelungen, seine aus den Grundlagen kommende inhaltliche und methodische Exzellenz auf wichtige Fragestellungen aus der Medizin anzuwenden und in diesem Sinne weiterzuentwickeln“, sagt Prof. Dr. Christian Hagemeier, Prodekan für Forschung an der Charité, und ergänzt: „Wir freuen uns mit ihm über diese herausragende Auszeichnung, die damit erstmalig auch nach Berlin geht.“

EMBO-Mitglied Stephen Oliver, Professor an der University of Cambridge, lobt Prof. Ralser als “beeindruckenden jungen Molekularbiologen mit einer Vorreiterrolle in der metabolischen Systembiologie, der sich in allen Bereichen – von Omics-Technologien über mathematischen Modellen bis hin zu Molekulargenetik – auszeichnet.” Er kombiniere den Ehrgeiz, neue Technologien zu entwickeln und zu perfektionieren, mit dem Mut, völlig neue Pfade einzuschlagen.   

Prof. Ralser hat an der Charité und am Francis Crick Institute in London, wo er ebenfalls eine Forschungsgruppe leitet, neue analytische Methoden zur Untersuchung des Stoffwechsels entwickelt und konnte damit aufklären, wie sich metabolische Netzwerke anpassen, um Zellen vor veränderten Umweltbedingungen zu schützen. Die Forschung seines Teams hat gezeigt, wie ganze Stoffwechselwege ohne Enzyme ablaufen können, und somit erste experimentelle Belege für eine entscheidende Rolle von Stoffwechselprozessen während der frühen Evolution des Lebens geliefert. Gerade hat die Forschungsgruppe um Prof. Ralser neue Technologien entwickelt, die eine Quantifizierung von Enzymen und anderen Proteinen in Tausenden von Proben ermöglichen. Somit lassen sich Interaktionen zwischen verschiedenen Stoffwechselwegen auf zellulärer Ebene erfassen. Auch lässt sich die Technologie nutzen, um anhand spezifischer Biomarker-Profile in Blutproben die Schwere einer COVID-19-Erkrankung vorherzusagen, wie das Team um Prof. Ralser kürzlich zeigte.

Die EMBO Gold Medal, die jedes Jahr an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter 40 Jahren verliehen wird, die einen herausragenden Beitrag in den Lebenswissenschaften geleistet haben, erhält Prof. Ralser zusammen mit Prof. Dr. Sarah-Maria Fendt vom VIB-KU Leuven Center Cancer Biology in Belgien, die sich ebenfalls der Untersuchung des Zellstoffwechsels widmet. Die Medaille wird den beiden Preisträgern zugeschickt, ihren Preisvortrag werden sie während der virtuellen Cell Bio 2020-Konferenz der American Society of Cell Biology (ASCB) und EMBO halten.     

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