Sonderpreis des Beirats an Prof. Dr. Christian Drosten. Copyright: picture alliance/ Christophe Gatea.

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Sonderpreis des Beirats an Prof. Dr. Christian Drosten.
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Der Deutsche Radiopreis ehrt die besten Radiomacher des Landes. In diesem Jahr hat der Beirat einen Sonderpreis an Prof. Dr. Christian Drosten vergeben. Dem Direktor des Instituts für Virologie an der Charité sei es gelungen, komplexe naturwissenschaftliche und epidemiologische Zusammenhänge allgemeinverständlich darzulegen. Ein Experte, der anschaulich und fesselnd erläutert, schaffe spannenden Wissenschaftsjournalismus, so die Jury.

Es ist Dank und Anerkennung der Radioschaffenden an eine inzwischen ebenfalls sehr bekannt gewordene Radiostimme: den Wissenschaftler und Mediziner Christian Drosten. „Diese Gradlinigkeit, populär zu erklären, ohne populistisch zu werden, sich öffentlich aufgrund neuer Erkenntnisse, soweit nötig, auch zu korrigieren, stets auf die Aufgabentrennung zwischen Wissenschaft und Politik zu bestehen, habe ihn zur zentralen Stimme in der Pandemie werden lassen“, heißt es in der Begründung des Beirats. Er habe die Hörerinnen und Hörer des Podcast „Coronavirus-Update“ des Senders NDR Info „auf eine spannende Entdeckungsreise zum Virus“ mitgenommen. Für viele ist er damit zu einem wichtigen Begleiter durch die Krise geworden. Die mehr als 50 Folgen des Podcast sind dem NDR zufolge seit Februar bereits mehr als 60 Millionen Mal abgerufen worden.

Neue Erkenntnisse teilen, einschätzen, einordnen, praktische Handlungsempfehlungen für den Alltag liefern – auch selbst Mensch sein, Vater, Sohn – all das zeichnet die Folgen des bekannten NDR-Podcast aus. Der Wissenschaftler und Virusexperte Prof. Drosten hat dafür nicht nur Anerkennung erhalten. Einmal mehr bestätigt der aktuelle Sonderpreis diese Kommunikationsleistung: „Er scheut weder fachliche Kritik noch gar persönliche Anfeindungen, sondern analysiert und argumentiert auf hohem wissenschaftlichem Niveau, verwahrt sich gegen Verkürzungen und Zuspitzungen, wie sie von uns Medien gern versucht und oftmals auch notwendigerweise vorgenommen werden muss“, so Beirats-Mitglied Stephan Schmitter, der den Preis in Hamburg überreicht hat. Empfänger Prof. Drosten bedankt sich für die Auszeichnung, die für ihn eher ungewohnt ist: „Für mich ist das in einer Situation wie jetzt eine Art ärztlichen Handelns, eine nichtpharmazeutische Intervention, die Aufklärung der Bevölkerung. Zu den bekannten Maßnahmen: Abstand, Hygiene, Alltagsmasken kommt für mich damit ein viertes „A“ hinzu, und das ist Aufklärung. Und ich glaube, dass dafür das Radio einfach das beste Medium ist, weil man länger zuhören muss.“ Seit diesem September sprechen Prof. Drosten und Prof. Dr. Sandra Ciesek, Leiterin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, im wöchentlichen Wechsel im Coronavirus-Update von NDR Info.

Der Deutsche Radiopreis 2020
Der Deutsche Radiopreis ist in diesem Jahr in Hamburg zum 11. Mal verliehen worden. Er gilt als ein Preis für Qualität. Gestiftet von den Hörfunkprogrammen der ARD, Deutschlandradio und den privaten Radiosendern, wird er in zehn Kategorien ausgelobt. Ausgezeichnet werden in Deutschland produzierte Radiosendungen und -leistungen, die in besonderer Weise die Stärken und Möglichkeiten des Mediums vorführen und hervorheben – und damit beispielhaft wirken. Berücksichtigt wird die Breite der öffentlich-rechtlichen und privaten Programme. Der Deutsche Radiopreis besteht aus einer Skulptur und ist nicht dotiert. In diesem Jahr hat der Beirat zusätzlich einen Sonderpreis vergeben.