Coronavirus: Weltweite Studie zur körperlichen und seelischen Gesundheit gestartet

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Unter Leitung der CharitéUniversitätsmedizin Berlin und der Universität Padua untersuchen mehr als 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 40 Ländern die körperlichen und seelischen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. An der Studie kann sich die breite Bevölkerung über eine anonyme Umfrage beteiligen. Die aus dieser Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, Gesundheitsrisiken besser zu erkennen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Im Rahmen der sogenannten COH-FIT-Studie („Collaborative Outcomes study on Health and Functioning during Infection Times“) sollen über 100.000 Teilnehmende in 25 Sprachen zu ihrem körperlichen und seelischen Wohlbefinden befragt werden. Ziel ist es, sowohl die kurz- als auch die längerfristigen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu ermitteln. Zusätzlich wollen die Forschenden untersuchen, wie hoch die Risiken für körperliche und psychische Gesundheitsprobleme während der damit verbundenen Einschränkungen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen sind. Außerdem sollen auf diese Weise gezieltere Therapiemöglichkeiten für besonders gefährdete Personen erarbeitet werden. Interessierte können über die Webseite www.coh-fit.com an der Umfrage teilnehmen.

„Die detaillierten Informationen sollen uns aufzeigen, wie den Menschen allgemein und bestimmten Personengruppen im Besonderen am besten dabei geholfen werden kann, mit den Auswirkungen der Pandemie gut umzugehen. Zugleich wollen wir lernen, wie akute und langfristige Probleme zukünftig verringert oder ganz verhindert werden können“, sagt Prof. Dr. Christoph U. Correll, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters und Ko-Projektleiter der Studie.

Das COH-FIT-Projekt sammelt anonyme Informationen von Erwachsenen sowie, mit Einverständnis der Eltern, von Jugendlichen und Kindern ab sechs Jahren. Dabei werden neben dem körperlichen und psychischen Gesundheitszustand auch demographische Daten, Berufsgruppen und Umweltfaktoren erfasst. Die Befragungen finden in drei Phasen statt: während der aktuellen COVID-19-Pandemie sowie – gemäß Einschätzung der WHO – sechs und zwölf Monate nach deren Ende. Auf diese Weise sollen Risiko- und Schutzfaktoren identifiziert werden, die für Präventions- und Interventionsprogramme nicht nur während der COVID-19-Pandemie, sondern auch bei möglichen zukünftigen Pandemien von großer Bedeutung sind.

Geleitet wird das Forschungsvorhaben von Prof. Correll, der auch Professor für Psychiatrie und Molekularmedizin an der Donald and Barbara Zucker School of Medicine at Hofstra/Northwell in New York ist, sowie Dr. Marco Solmi von der Universität Padua und dem King’s College London. In Deutschland sind Forschende aus Berlin, Dresden, Freiburg, Hannover, Lübeck, Köln, Mannheim/Heidelberg und München an der Studie beteiligt.

Links:
Weitere Informationen zur COH-FIT-Studie

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Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters