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Dr. Henssen mit Hector-Forschungspreis für die Erforschung von Krebs bei Kindern ausgezeichnet

05.10.2018

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Porträtfoto von Dr. Henssen vor unscharfem Hintergrund.
Dr. Anton George Henssen. Foto: privat

Dr. Anton George Henssen von der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat den Forschungspreis der Hector Stiftung für seine Forschungsarbeit zu Tumoren im Kindesalter erhalten. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

In der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie untersucht Dr. Henssen, welche erblichen Faktoren bei Kindern zu bösartigen Tumoren beitragen. Der Wissenschaftler entdeckte gemeinsam mit seinen Kollegen, dass bestimmte Enzyme, sogenannte Transposasen, für den Umbau des Tumorerbguts verantwortlich sind, indem sie die DNA zerschneiden und dadurch Mutationen hervorrufen. Die  Erbinformation kann daraufhin nicht mehr korrekt abgerufen werden – die Zelle entartet zur Tumorzelle. Die Forscher um Henssen haben jedoch eine Schwachstelle dieser Zellen entdeckt: Aufgrund der vielen Fehler in ihrem Erbgut benötigen sie verstärkt Reparaturmechanismen, um ihr Erbgut wieder soweit zusammenzuflicken, dass es weiterhin funktioniert. „Wenn wir in den Tumorzellen die DNA-Reparatur hemmen, sterben sie, weil sie die Schäden nicht reparieren können. Für Kinder, bei denen die Tumoren nicht mehr auf gängige Behandlungen ansprechen, könnte das neue Therapiemöglichkeiten eröffnen, beispielsweise durch den Einsatz von Hemmstoffen der DNA-Reparatur“, schlussfolgert der angehende Kinderarzt und fügt hinzu: „Unsere kürzlich veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die Idee der Reparatur-Hemmung im Mausmodell bereits funktioniert.“ Das Ziel von Dr. Henssen ist es nun, die Idee in die klinische Anwendung zu übertragen.

Dr. Anton George Henssen

Dr. Anton George Henssen forscht an der Charité und im Deutschen Krebskonsortium (DKTK). Er nimmt darüber hinaus am Clinician Scientist Programm des Berlin Institute of Health (BIH) und der Charité teil. Das Programm umfasst eine strukturierte Facharztausbildung und gibt gleichzeitig Raum für klinische und grundlagenorientierte Forschung. Zudem leitet Dr. Henssen eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe an der Kinderklinik der Charité. Für seine Forschung über bestimmte genomische Mutationen zum Entstehen von bösartigen Tumoren im Kindesalter wurde der Kinderonkologe dieses Jahr bereits mit dem Erna-Brunner-Preis ausgezeichnet.

H.W. & J. Hector Stiftung zu Weinheim

Die 1995 gegründete H.W. & J. Hector Stiftung zu Weinheim und die 2008 gegründete Hector Stiftung II wurden von dem Ehepaar Josephine Hector und Dr. Hans-Werner Hector ins Leben gerufen. Die Stiftung unterstützt Projekte aus den Bereichen medizinische Forschung, Kunst und Kultur, Wirtschaft und Bildung sowie soziale Projekte. Der Hector-Forschungspreis Onkologie wird für herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der onkologischen Forschung mit einer Dotation von 20.000 Euro verliehen. Voraussetzung für eine Bewerbung sind wissenschaftliche Publikationen aus onkologischer Grundlagenforschung und klinischer Forschung. Der Preis wurde im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie am 1. Oktober in Wien überreicht.