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27.03.2019

Neues Schmerzmedikament auf dem besten Weg zum Patienten

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Eine Dame und drei Herren in dunklen Businessanzügen posieren für ein Gruppenfoto. Als zweiter von rechts präsentiert Preisträger Professor Stein die Urkunde.
Das „Team NAMPAR“ freut sich über die Auszeichnung (v.l.n.r.): Dr. Viola Spahn (Klinik für Anästhesiologie der Charité), Dr. Marcus Weber (Zuse-Institut Berlin), Prof. Dr. Christoph Stein, Parlamentarischer Staatssekretär Dr. Michael Meister. Foto: Tatjana Bielke

Prof. Dr. Christoph Stein von der CharitéUniversitätsmedizin Berlin arbeitet daran, eine neue Generation von Schmerzmedikamenten mit weniger Nebenwirkungen zu entwickeln. Für seine Erfolge in der Entwicklung eines Wirkstoffkandidaten wurde er gestern vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem VIP+ Validierungspreis ausgezeichnet. Sein Vorhaben „NAMPAR“ belegte den 2. Platz.

Bei starken Schmerzen – beispielsweise nach Operationen oder bei Entzündungen – können Opioide den Betroffenen Linderung verschaffen. Allerdings sind sie auch mit Nebenwirkungen verbunden, die von Benommenheit und Verstopfung über Abhängigkeit bis hin zum Atemstillstand reichen. Dem Team um Prof. Stein, Leiter des Forschungsbereichs Experimentelle Anästhesiologie am Campus Benjamin Franklin, ist es in den letzten Jahren im Rahmen des Projekts NAMPAR gelungen, einen Wirkstoff zu entwickeln, der diese Nachteile nicht zeigt. Zusammen mit Privatdozent Dr. Marcus Weber vom Zuse-Institut Berlin entwarfen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Molekül per Computersimulation und ließen es chemisch synthetisieren. Anschließend konnten sie im Tiermodell zeigen, dass das neue Opioid verschiedene Arten von Schmerz stillt, ohne Nebenwirkungen zu verursachen. Für die erfolgreiche Entwicklung dieses neuartigen Schmerzmittels erhält das Team um Prof. Stein den diesjährigen VIP+ Validierungspreis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Verliehen wurde die Auszeichnung gestern anlässlich der VIP+ Innovationstagung von Dr. Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung.

Das von Prof. Stein geleitete Projekt NAMPAR (Nebenwirkungsfreie Analgetika durch Modellierung pathologischer Rezeptorkonformationen) wurde zwischen 2012 und 2017 im Rahmen der Fördermaßnahme VIP+ vom BMBF mit mehr als 1,8 Millionen Euro unterstützt. Die Ergebnisse der Arbeit wurden bereits in mehreren hochrangigen Fachzeitschriften publiziert, darunter Science. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung“, sagt Prof. Stein. „Mit dem neuen Wirkstoffkandidaten sind wir unserem Ziel eines nebenwirkungsfreien Schmerzmedikaments schon einen großen Schritt nähergekommen. Jetzt wollen wir das neue Schmerzmittel auch in klinischen Studien testen und es schnellstmöglich in die Anwendung bringen.“

VIP+ Validierungspreis des BMBF
Der VIP+ Validierungspreis wird für Projekte vergeben, die vom BMBF im Rahmen der Fördermaßnahme VIP+ unterstützt wurden und die Forschungsergebnisse vorbildlich umgesetzt haben. Mit der 2015 gestarteten themenoffenen Fördermaßnahme VIP+ („Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“) unterstützt das BMBF Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darin, exzellente technologische und nicht technologische Ergebnisse aus der Forschung für eine spätere Anwendung oder Verwertung zu überprüfen. Seit dem Start von VIP+ konnten 169 Anträge mit einem Fördervolumen von ca. 134,1 Mio. Euro bewilligt werden.

Links

Pressemitteilung des BMBF

Video zum Projekt

Pressemitteilung vom 2. März 2017: Schmerzmedikamente ohne gefährliche Nebenwirkungen

Pressemitteilung vom 6. September 2018: Neue Generation von Schmerzmedikamenten

Validierungsförderung des BMBF



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