Gute wissenschaftliche Praxis

Gute wissenschaftliche Forschung in der Medizin kann nur entstehen, wenn sie der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, den Patientinnen und Patienten sowie anderen Forscherinnen und Forschern gerecht wird.

Gute wissenschaftliche Praxis

Die Charité macht es sich zur Aufgabe, durch Lehrangebote und andere Veranstaltungen nötiges Wissen zu vermitteln und Fairness bei allen Beteiligten weiter zu entwickeln. Beratungen und Hilfe werden zu Vermeidung von Fehlern angeboten. Verfahren, wie Konfliktfälle zu behandeln sind, werden offen gelegt.

Hilfsangebote

Die Geschäftsstelle Gute wissenschaftliche Praxis berät bei methodischen Fragen, beispielsweise bei Fragen der Datenerhebung, Bildbearbeitung und der statistischen Auswertung, oder vermittelt den Kontakt zu Expertinnen und Experten die weiterhelfen.

Die Charité implementiert einen zentralen Speicher für Primärdaten. Dieser soll einerseits den Forschenden helfen, ihre Daten sicher und schnell abrufbar zu verwahren, anderseits wird dadurch gewährleistet, dass die Daten mindestens zehn Jahre zur Klärung von Konflikten verfügbar sind.

Die Geschäftsstelle Gute Wissenschaftliche Praxis gibt kostenlos Laborbücher der Charité in der Zeit von Montag bis Freitag jeweils von 10-12 Uhr und nach Vereinbarung aus. Die Laborbücher sind persönlich gegen Vorlage eines Ausweises mit Foto am Campus Virchow Klinikum, Forschungshaus 2. Etage (Zimmer 2.0012 oder 2.0017) abzuholen.

Curricula

Die Charité entwickelt zwei Unterrichtsblöcke zur guten wissenschaftlichen Praxis, die im ersten und zweiten Studienabschnitt des Modellstudiengangs Medizin zusammen mit der praktischen wissenschaftlichen Mitarbeit integriert werden. Ab dem Sommer Semester 2013 finden für das sechste Semester Modellstudiengang Medizin das Seminar „Gute Wissenschaftliche Praxis“ und die Vorlesung „Verhinderung von wissenschaftlichem Fehlverhalten“ statt.

Da jede Doktorandin und jeder Doktorand eine Lehrveranstaltung zur guten wissenschaftlichen Praxis besucht haben soll, wird für Doktorandinnen und Doktoranden eine zusätzliche Vorlesung gute wissenschaftliche Praxis angeboten.

Promotionen

Dissertationen sollen intensiv von einer Wissenschaftlerin oder einem Wissenschaftler (Mentor bzw. Mentorin) aus der Arbeitsgruppe betreut werden, die das Thema vergeben hat. Die Betreuung durch Komentorinnen oder Komentoren aus anderen Arbeitsgruppen wird empfohlen. Doktorandinnen oder Doktoranden sollten regelmäßige Treffen mit ihnen vereinbaren und Fortschritte und Schwierigkeiten der Arbeit besprechen.

Konfliktfälle

Beschwerden über schlechte Betreuung, ungerechte Autorenschaften und Betrugsvorwürfe werden zunächst mit den gewählten Ombudspersonen besprochen. Diese versuchen durch Beratung und Vermittlung die Konflikte zu lösen. Wenn dies nicht möglich ist, entscheidet zeitnah die Fakultätsleitung über die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses.

Die Aufklärung von Betrugsvorwürfen geschieht im Spannungsfeld der Rechte der Beschuldigten (Unschuldsvermutung, Recht auf Rehabilitierung nach ungerechtfertigten Vorwürfen) und andererseits dem Recht der Gesellschaft und der wissenschaftlichen Gemeinschaft auf schnelle Bekanntgabe von Betrugsfällen. Die Aufklärung von Betrugsfällen wird in Koordination mit der DFG und mit externen Gutachtern durchgeführt.

Hilfreiche Links und Downloads

1.  Satzung der Charité zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis, 15.07.2016

2. DFG Empfehlungen -Vorschläge zur Sicherung Guter Wissenschaftlicher Praxis, 2013

3. European Science Foundation: The Code of Conduct for Research Integrity, 2011

4. DFG - Ombudsmann für die Wissenschaft

5. Gerlinde Sponholz - Curriculum Gute Wissenschaftliche Praxis, 2012

6. Hochschulrektorenkonferenz - Zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten, 1998

7. Wissenschaftsrat -  Empfehlungen zu wissenschaftlicher Integrität , April 2015

7a. Wissenschaftsrat - Qualitätssicherung der Promotion, November 2011

8. Programm des Symposiums 7.10.2011: Verantwortung in der Medizinischen Forschung

9. Deutsches Ärzteblatt: Artikel vom 27.01.2012

10. COPE 2012: Cooperation between research institutions and journals

Zu Fragen von Autorenschaften

11. ICMJE 2013: Authorship and Contributorship 

12. COPE 2003: How to handle authorship disputes 

13. Autorship Matrix: Contributions and Responsibilities in Multi-Author Scientific Articles

Richtig Zitieren

14. Harvard-Methode Kurzanleitung

15. Vancouver system