Regenerative Therapien & muskuloskeletale Erkrankungen

Die Forschungen dieser vergleichsweise jungen medizinischen Disziplin beschäftigen sich mit der Bekämpfung von Krankheiten durch die Verstärkung körpereigener Heilungs- und Regenerationskräfte. Dabei geht es um die Frage, wie biologisch aktive Faktoren, Zellen und Biomaterialien die individuelle Regenerationsfähigkeit anregen und unterstützen können.

An der Charité erforschen Experten unterschiedlichster Fachrichtungen dieses Potenzial des menschlichen Körpers zu natürlicher Regeneration. Ihr Ziel ist die Entwicklung von Therapien, die die Funktionsfähigkeit von erkrankten oder verletzten Geweben wiederherstellen und damit die Lebensqualität fördern und erhalten. Durch den Einsatz von diagnostischen Markern sollen diese Therapien zudem individualisiert werden, man spricht dabei von personalisierter Regenerativer Medizin.

Gelebte Interdisziplinarität

Die CharitéUniversitätsmedizin Berlin bündelt ihre Expertise in diesem zukunftsweisenden Forschungsfeld im Berlin-Brandenburg Centrum für Regenerative Therapien (BCRT). Das Translationszentrum mit internationalem Renommee betreiben Charité und Helmholtz-Zentrum Geesthacht  mit seinem Zentrum für Biomaterialentwicklung gemeinsam.

Im BCRT arbeiten über 250 Mitarbeiter aus diversen Disziplinen, deren Expertise sich optimal ergänzt: Das Team verfügt über medizinische ebenso wie natur- und ingenieurwissenschaftliche Spitzenkompetenz. Grundlagenforschung und klinische Forschung verknüpfen sich hier mit Technologieplattformen. Das Ergebnis ist eine außergewöhnliche Struktur, die wegweisend für die Regenerativen Therapien und die Forschungslandschaft insgesamt ist.

Translationszentrum mit innovativer Arbeitsweise

Inhaltliche Schwerpunkte des Translationszentrums sind Erkrankungen des Immunsystems, des Bewegungsapparats und des Herz-Kreislauf-Systems, für die bislang nur unbefriedigende, unzureichende Behandlungsmöglichkeiten existieren. Am BCRT arbeiten Kliniker und Forscher an innovativen Ansätzen, Therapien und Produkten, mit deren Hilfe sich körpereigene Regenerationsprozesse steuern lassen. Die Basis bilden dabei Immun- und adulte Stammzellen, Biomaterialien und biologisch aktive Faktoren sowie Kombinationen daraus. Ziel des BCRT ist es, Therapieformen zu entwickeln, die dem individuellen Bedarf der Patienten entsprechen. Auf diese Weise fördert die Berliner Universitätsmedizin eine stark patientenorientierte Medizin, die die jeweiligen Heilungspotenziale des einzelnen Patienten berücksichtigt.

Neben den drei klinischen Forschungsbereichen des Immun-, des muskuloskeletalen und des kardiovaskulären Systems existieren am BCRT verschiedene Querschnitt-Technologieplattformen. Gemeinsame Leitlinie der insgesamt über 30 Arbeitsgruppen und -bereiche ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. Sie stellt sicher, dass neue Erkenntnisse effizient in Diagnostika, klinische Therapien und Produkte übersetzt werden. Eigens dafür zuständiges Personal identifiziert Forschungsvorhaben mit hohem Potenzial und begleitet den Entwicklungsprozess in jeder Phase mit einem intensiven Projekt- und Qualitätsmanagement.

Von besonderer Bedeutung für den Erfolg des BCRT sind die engen Partnerschaften des Zentrums mit anderen Institutionen des Gesundheitswesens, der Lebenswissenschaften und der Gesundheitswirtschaft: So arbeitet das BCRT mit Krankenkassen, Aufsichts- und Zulassungsbehörden sowie mit Unternehmen der Biotech-, Medizintechnik- und Pharmaindustrie zusammen. Darüber hinaus stehen die Mediziner und Wissenschaftler durch regionale, nationale und internationale Netzwerke in einem stetigen Austausch mit wissenschaftlichen Organisationen, die sich ebenfalls Regenerativen Therapien widmen. Die Charité stellt sich auch der sozialen Verantwortung, die der Einsatz neuer Technologien und Therapieformen wie die Stammzelltherapie mit sich bringt. Ihre Experten tragen zur öffentlichen Debatte über die Chancen und Risiken der neuen Anwendungen bei.