Onkologie

Die Onkologie der Charité – Universitätsmedizin genießt in Deutschland und darüber hinaus eine hohe Reputation. Das ist Ergebnis einer besonderen Verzahnung aller Aspekte der onkologischen Krankenversorgung und Forschung. Patienten mit einer Krebsdiagnose erhalten eine Betreuung auf höchstem klinischem Niveau, die durch einen interdisziplinären Behandlungsansatz sowie die Anwendung aktueller Forschungsergebnisse und modernster Geräte erreicht wird.

Die onkologische Forschung stellt sich dabei sowohl den drängenden klinischen Herausforderungen, wie zum Beispiel der Therapieresistenz, als auch der gezielten molekularen Analyse bösartiger Erkrankungen, sodass sich experimentelle Laborprojekte und klinische Studien gegenseitig voranbringen.

Interdisziplinäre Betreuung

Bereits 2007 bündelte die Charité die zahlreichen klinischen und wissenschaftlichen Aktivitäten ihrer Experten, die an der Tumortherapie beteiligt sind. Entstanden ist eines der ersten umfassenden Zentren für Tumorerkrankungen in Deutschland: das Charité Comprehensive Cancer Center (CCCC). Die Einrichtung ist das erste Onkologische Zentrum in Deutschland, das von der Deutschen Krebsgesellschaft zur Behandlung aller häufigen und seltenen Tumoren zertifiziert ist. Die ausgeprägte onkologische Kompetenz des CCCC bestätigt auch die Deutsche Krebshilfe, die das Zentrum seit 2009 als Onkologisches Spitzenzentrum fördert. Patienten am CCCC profitieren von der engen Anbindung an die Forschung beispielsweise durch eine Vielzahl klinischer Studien und Translationsprojekte. So stehen am CCCC aktuellste nationale und internationale Behandlungsmethoden zur Verfügung, die klinischen Onkologen sind meist zugleich als Wissenschaftler in der Krebsforschung aktiv.

Das CCCC koordiniert alle Behandlungsabläufe von Patienten. Während der Diagnosestellung, der Therapieplanung und der gesamten Therapie werden sie durch interdisziplinär besetzte Experten-Teams betreut. Das auf den jeweiligen Einzelfall zugeschnittene Behandlungskonzept – welches je nach Notwendigkeit Operation, Bestrahlung und internistische medikamentöse Tumortherapie einschließt – wird dabei von psychoonkologischen und sozialen Angeboten flankiert. Dazu gehört ebenso die palliativmedizinische Betreuung von Patienten, deren Erkrankung fortgeschritten und nicht heilbar ist. Das individuelle Therapiekonzept zielt darauf ab, Schmerzen und andere Symptome der Krankheit und der Therapie zu lindern. Dazu stellt es die Verbesserung der Lebensqualität in psychischer, physischer, sozialer und spiritueller Hinsicht in den Mittelpunkt und richtet sich ausdrücklich auch an die Angehörigen. Nachsorge, Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten sowie der Kontakt zu Selbsthilfegruppen spielen eine wichtige Rolle im Rahmen des integrativen Therapieansatzes.

Plattform für molekular-onkologische Forschung

Zur Förderung der onkologischen Grundlagenforschung gründete die Charité im Jahr 2006 das Molekulare Krebsforschungszentrum (MKFZ). Darin sind alle experimentellen Forschungsgruppen der Berliner Universitätsmedizin, die sich mit molekular-onkologischen Fragestellungen auseinandersetzen, in einer zentralen Forschungseinrichtung vernetzt. Die Plattform vereinigt vor allem drittmittelfinanzierte Verbund- oder Einzelprojekte, die mögliche neue Therapieansätze unter- schiedlichster Krebsarten erforschen.

Darüber hinaus bietet das MKFZ allen im Raum Berlin ansässigen onkologischen Forschungszentren Möglichkeiten zum regionalen Austausch. Hierzu veranstaltet das Zentrum unter anderem in Zusammenarbeit mit dem CCCC Seminare, Workshops, Kolloquien und Symposien. Zentrales Anliegen ist zudem die Aus- und Weiterbildung künftiger Krebsforscher.

Exzellenzprojekt Berlin School of Integrative Oncology (BSIO)

Ein herausragendes Projekt der Aus- und Weiterbildung in der Onkologie ist die Berlin School of Integrative Oncology (BSIO), die die Charité gemeinsam mit der Humboldt-Universität, der Freien Universität, dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin sowie weiteren Partnerorganisationen betreibt. Die BSIO bietet ein integratives, dreijähriges Doktorandenprogramm in der onkologi-schen Forschung sowohl für Naturwissenschaftler als auch für Mediziner und sozialwissenschaftlich ausgebildete Nachwuchstalente. Die Graduiertenschule ist an der Schnittstelle von biowissenschaftlicher Forschung und klinischer Anwendung angesiedelt. Unter Einbindung von Hämatologen, Onkologen, Molekularbiologen, Chirurgen und weiteren Experten vermittelt sie Nachwuchskräften die nötigen theoretischen Hintergründe und praktischen Erfahrungen, um gemeinsam neue Diagnose- und Therapieformen entwickeln zu können. Das Besondere an dem international ausgerichteten Aufbaustudiengang ist die Zusammensetzung der Studierenden: Naturwissenschaftler und Mediziner werden bewusst gemeinsam unterrichtet, um so von Beginn an eine vom interdisziplinären Gedankenaustausch geprägte Forschungskultur zu schaffen. Diese wird ergänzt durch exzellente Forschungsmöglichkeiten, Mentoring- und Coaching-Angebote sowie eine erstklassige technische Ausstattung.

Den außergewöhnlichen Ansatz zur Förderung der interdisziplinären Ausbildung in der Onkologie erkennen Bund und Länder an, indem sie die BSIO im Rahmen ihrer Exzellenzinitiative fördern. Die Auszeichnung würdigt das Engagement der Charité beim Ausbau international anerkannter, wissenschaftlich führender Forschungsstrukturen.