Modul „Versorgungsforschung“ – MEHIRA

Themenfeld – Themenoffen

Sprecher: Professor Dr. Malek Bajbouj  (Berlin, Charité)

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Gestuftes Versorgungsmodell zur Förderung der mentalen Gesundheit von Flüchtlingen (Mental Health in Refugees and Asylum Seekers)

Ziel von MEHIRA ist die Überprüfung eines Modells zur effektiveren Gesundheitsversorgung von in Deutschland lebenden, jugendlichen und erwachsenen Flüchtlingen mit Depressionen.

Methodisches Vorgehen: Hierzu soll in sieben deutschen Städten in einer prospektiven, clusterrandomisierten Interventionsstudie Effektivität und Effizienz eines gestuften Versorgungs­modells („Stepped and Collaborative Care Modell“) gegen eine Standardbehandlung („Treatment as Usual“) bei insgesamt 476 Patienten verglichen werden. Grundprinzip des untersuchten Versorgungsmodells ist es, dass Patienten mit leichten bis mittelschweren Depressionen mit einfach zugänglichen und kostengünstigen Behandlungen versorgt werden, die außerhalb der klassischen psychiatrisch‐psychotherapeutischen Institutionen lokalisiert sind (z.B. Peer‐to‐Peer‐Ansätze oder Smartphone‐basierte Anwendungen).

Verwertungspotenzial: die gewonnenen Erkenntnisse zum gestuften Versorgungsmodell und zu den einzelnen niedrigschwelligen Behandlungen bei Jugendlichen und Erwachsenen können unmittelbar für die Versorgung von Flüchtlingen, aber auch zur Verbesserung der Versorgung von weiteren Bevölkerungsgruppen mit erschwerten Zugang zum Gesundheitssystem verwendet werden. Die im bundesweiten Screeningprozess gewonnenen Krankheitsdaten können unmittelbar einer Steuerung der Angebote für die Verbesserung der mentalen Gesundheit der Flüchtlinge durch staatliche Institutionen sowie gesetzlichen Krankenversicherungen Verwendung finden. 

Konsortialpartner:

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, Universitätsklinikum Aachen, Universitätsklinikum München