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30.12.2019

Hohe chinesische Ehrung für Lebenswerk

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Special ShuLan Medicine Award an Prof. Dr. Dr. Paul Unschuld

Professor Unschuld und die drei chinesischen Repräsentatoren posieren mit Urkunde und Preis für ein Gruppenfoto.
Prof. Dr. Lanjuan Li (Zhejiang University), Prof. Dr. Paul Ulrich Unschuld, Prof. Dr. Chen Zhu (Vizepräsident des chinesischen Volkskongresses) und Prof. Dr. Shusen Zheng (Zhejiang University), "3rd World Science and Technology of Life Conference", Hangzhou 2019. Foto: Institut für Theorie, Geschichte und Ethik Chinesischer Lebenswissenschaften (ICL), Charité.

Der Medizinhistoriker, Pharmakologe und Sinologe Prof. Dr. Dr. Paul Ulrich Unschuld, Direktor des Instituts für Theorie, Geschichte und Ethik Chinesischer Lebenswissenschaften an der CharitéUniversitätsmedizin Berlin, hat den Special ShuLan Medicine Award erhalten. Die Auszeichnung ist damit erstmals einem Wissenschaftler außerhalb der Volksrepublik China verliehen worden. Sie ist mit 1 Million Yuan/RMB verbunden, das entspricht knapp 130.000 Euro. Prof. Unschuld wird für seine Arbeiten zur Chinesischen Medizin, insbesondere für seine erstmalige philologische Übersetzung der antiken chinesischen medizinischen Schriften in eine europäische Sprache, das Englische, geehrt.

Der ShuLan Medicine Award ist eine Auszeichnung, die von der Zhejiang University Education Foundation und vom Shusen-Lanjuan Academician Talent Fund ins Leben gerufen worden ist. Sie dient der Förderung medizinischer Talente in China. Die vergebende Einrichtung, die Shusen Lanjuan Stiftung, ist eine nichtstaatliche Organisation. Im November 2019 wurde in Hangzhou im Rahmen einer Festveranstaltung neben Haupt- und Förderpreisen erstmals ein Sonderpreis, der Special ShuLan Medicine Award, vergeben. Der Medizinhistoriker Prof. Unschuld ist der erste nichtchinesische Wissenschaftler, der diese Auszeichnung im Beisein hoher staatlicher Funktionsträger und chinesischer Forschender erhalten hat.

Prof. Unschuld ist ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der chinesischen Medizin- und Wissenschaftsgeschichte. Er leitet seit mehr als zwölf Jahren das Institut für Theorie, Geschichte und Ethik Chinesischer Lebenswissenschaften an der Charité, zuvor hatte er die Leitung des Instituts für Geschichte der Medizin der Ludwig-Maximilians-Universität München inne. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande erhält den ShuLan Medicine Award in Würdigung seiner mehr als 40-jährigen Forschungen zur Chinesischen Medizin, insbesondere der philologischen Übertragung der zentralen Schriften aus dem 16. Jahrhundert, des "Ben cao gang mu". Diese große Enzyklopädie der Naturgeschichte markiert den Höhepunkt der Entwicklung des vormodernen chinesischen Medizinwissens. Sie enthält unter anderem Beschreibungen von fast 1.900 pharmazeutisch verwendeten natürlichen und künstlichen Substanzen und mehr als 4.500 historische Krankheitsbegriffe. Die wortgetreue Übersetzung und wissenschaftliche Erschließung ermöglicht einen Zugang zu altem medizinischen Wissen vor dem Hintergrund seiner Entstehungsgeschichte.

Das Institut für Theorie, Geschichte und Ethik Chinesischer Lebenswissenschaften (ICL) an der Charité ist eine interdisziplinäre Einrichtung für Forschung und Lehre. Es ist als Horst-Görtz-Stiftungsinstitut mit dem Ziel gegründet worden, für die zunehmende Verflechtung der westlichen und der ostasiatischen Lebenswissenschaften eine wissenschaftliche Plattform zu bieten. Es vereint grundständige Kompetenzen zu Medizin, Gesundheitswesen, Public Health, Lebenswissenschaften, Kultur, Geschichte, Philosophie und Ethik in China und der westlichen Welt. Auch eröffnet das Institut Zugänge zu Gesundheit und Public Health im chinesischen Kulturkreis und beschäftigt sich mit ethischen Fragen.

Der ShuLan Medicine Award dient seit 2015 der Förderung medizinischer Talente in China, einschließlich der Regionen Hongkong, Macao und Taiwan. Forscherinnen und Forscher mit herausragenden wissenschaftlichen und technologischen Leistungen sollen unterstützt und die Entwicklung der Medizinwissenschaft in China vorangebracht werden. Zheng Shusen und Li Lanjuan, die Namensgeber des Preises, sind noch lebende, hochverdiente Mediziner. Mit Haupt- und Nebenpreisen gilt der ShuLan Medicine Award als der am höchsten dotierte Medizinpreis in der Volksrepublik China.



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