Forschung Aktuell

06.11.2019

Dr. Nicola Wilck mit Carl-Ludwig-Preis ausgezeichnet

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Gruppenfoto im Business-Anzug. Dr. Wilck in der Mitte hält einen Blumenstrauß, Prof. Pfeilschifter, rechts, präsentiert die Urkunde.
Dr. Nicola Wilck (m.) mit Laudator Prof. Dr. Kai-Uwe Eckardt (l.) und Prof. Dr. Josef Pfeilschifter, Vorstandsmitglied der DGfN (r.); © M. LindnerAey Congresse

Für seine Arbeiten zum Einfluss von Darmbakterien auf Bluthochdruck hat Dr. Nicola Wilck von der CharitéUniversitätsmedizin Berlin jetzt den Carl-Ludwig-Preis der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) erhalten. Mit dem Preis würdigt die DGfN Nachwuchsforscher für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckkrankheiten.

Rund ein Viertel aller Menschen weltweit leidet an zu hohem Blutdruck, einem der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bluthochdruck kann Organe wie beispielsweise Herz und Nieren dauerhaft schädigen. Dabei spielen die Aktivierung des Immunsystems und chronisch-entzündliche Prozesse eine wichtige Rolle.

In den nun gewürdigten Forschungsarbeiten hat Dr. Wilck mit seinem Team untersucht, welchen Einfluss die Zusammensetzung von Bakterien im Darm auf die Entstehung von Bluthochdruck hat, beispielsweise wenn eine erhöhte Salzzufuhr über die Nahrung ursächlich ist. Der Internist von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin der Charité forscht mit seiner Arbeitsgruppe am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) von Charité und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC). In ihrer Arbeit konnte die Forschungsgruppe wichtige Interaktionen zwischen Darmbakterien und dem Immunsystem sowie die schützende Wirkung von bestimmten sogenannten bakteriellen Metaboliten auf das Herz-Kreislauf-System beschreiben. Diese Metaboliten entstehen aus Nahrungsbestandteilen durch den Stoffwechsel der Bakterien im Darm und können vor bluthochdruckbedingten Organschäden schützen.

„Die Ergebnisse der Arbeit eröffnen die Perspektive, die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Nahrungszusätze zu verbessern, die die Zusammensetzung und Funktion der Bakterien im Darm verändern“, erklärt Dr. Wilck. „Auch im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen der Nieren ist dies möglicherweise besonders bedeutsam, da die Konzentration einiger der bakteriellen Metaboliten im menschlichen Blut von der Nierenfunktion beeinflusst wird.“ Dr. Wilck ist Teilnehmer des „BIH Charité Clinician Scientist“-Programms und wird vom European Research Council (ERC) mit einem Starting Grant gefördert.

Die DGfN vergibt den Carl-Ludwig-Preis jährlich an Nachwuchsforschende, die herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckkrankheiten erbracht haben. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert und ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen an zwei Preisträger.

Links

Pressemitteilung zum ERC Starting Grant vom 03.09.2019



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