Forschung Aktuell

17.06.2019

Die klügste Nacht des Jahres: Zwischen Zitronensaft und Schokolade

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Über 8.000 Charité-Besucher in der Langen Nacht der Wissenschaften

Michael Müller sitzt in einem weißen Charité-Laborkittel an einem Laborarbeitsplatz der Zentralen Biomaterialbank und hantiert mit Mikroreaktionsgefäßen.
Lange Nacht der Wissenschaften 2019 in der Charité: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller in der Zentralen Biomaterialbank auf dem Campus Virchow-Klinikum. Foto: Peitz/Charité
Ein Charité-Mitarbeiter in einem weißen Laborkittel zeigt Besuchern Apparaturen in einem Labor des Instituts. Die Gruppe steht vor einer weißen, verglasten und speziell belüfteten Werkbank, in der steril gearbeitet werden kann.
Am Campus Benjamin Franklin besuchen Interessierte ein Labor des Instituts für Klinische Physiologie. Foto: Baar/Charité
Eine junge Frau mit einer großen schwarzen Datenbrille und einem Messgerät in der Hand steht vor eine Glaswand. Hinter der Glaswand sitzen Leute, die einem Vortrag zuhören. Der Vortragende und ein großer Computerbildschirm mit Grafiken sind im Hintergrund zu erkennen.
Am Campus Charité Mitte ließen sich die eigenen Gehirnströme und -signale messen und sichtbar machen. Foto: Peitz/Charité
Kinder und ein Charité-Mitarbeiter, alle in weißen Laborkitteln, stehen und sitzen um einen langen weißen Labortisch.
Kinder und Jugendliche lösen am Campus Berlin Buch Forschungsaufgaben und machen Experimente, um ihr Forscherdiplom zu erhalten. Foto: Dost/Charité

Was haben ein Zauberkünstler und ein Biochemiker gemeinsam? Wird Zitronensaft weniger sauer, wenn man Zucker hinzugibt? Und wie reagiert unser Herz, wenn wir Schokolade essen? Diesen und vielen anderen spannenden Fragen sind mehr als 8.000 Besucherinnen und Besucher an der CharitéUniversitätsmedizin Berlin in der Langen Nacht der Wissenschaften am Samstag nachgegangen. In knapp 140 Vorträgen, Workshops und Führungen konnten die Gäste an den vier Campi Wissenschaft interaktiv erleben und mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Charité in Dialog treten.

Der Regierende Bürgermeister zu Besuch am Campus Virchow-Klinikum

Bei seinem Besuch am Campus Virchow-Klinikum (CVK) galt das Interesse des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller zwei Projekten von Charité und Berlin Institute of Health (BIH): Im Digital Health Center veranschaulichte Dr. Christian Conrad ihm, wie Organoide mithilfe von künstlicher Intelligenz untersucht werden können. Danach führte der Rundgang zur Zentralen Biomaterialbank, wo Prof. Dr. Michael Hummel das Prinzip der Einlagerung von Biomaterialien erläuterte und der Regierende Bürgermeister unter der professionellen Anleitung einer Charité-Wissenschaftlerin selbst zur Pipette griff.

Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Ulrich Frei freute sich über das große Interesse der Besucherinnen und Besucher für die Arbeit im Hybrid-OP, die ihnen bei einer Führung durch den modernen Operationssaal demonstriert wurde. Für kleine Nachwuchswissenschaftler und deren Kuscheltiere war das Teddybärkrankenhaus ein besonderer Höhepunkt. Hier konnten sie alles ausprobieren, was Ärztinnen und Ärzte tun: Abhorchen, Röntgen und Gipsen.

Blick durchs Schlüsselloch am Campus Benjamin Franklin

Am Campus Benjamin Franklin (CBF) konnten Wissensdurstige lernen, was es bedeutet, wenn Blutgefäße verkalken, ab wann man von einer Schlafstörung spricht und was sich gegen Depressionen tun lässt. Interessierte durften auch einen Blick hinter die Kulissen eines OP-Traktes werfen und sich die Forschungslabore der Klinik für Psychiatrie sowie des Instituts für Klinische Physiologie von innen ansehen.

Die Besucherinnen und Besucher konnten auch selbst Hand anlegen: Am Trainer für minimal-invasive Chirurgie übten sie das Operieren per Schlüssellochtechnik und fischten mit dem Endoskop ein paar Gummibärchen aus dem Magen der „Agathe“– unter Anleitung von Prof. Dr. Britta Siegmund, Direktorin der Medizinischen Klinik für Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie. Im Workshop „Experimente mit Lebensmitteln – Macht mit!“ probierten Schülerinnen und Schüler selbst aus, ob Zitronensaft weniger sauer wird, wenn man Zucker einrührt.

Gehirnströmen auf der Spur am Campus Charité Mitte

Am Campus Charité Mitte (CCM) zogen zwei Rundgänge die besondere Aufmerksamkeit der Gäste auf sich. In einer Führung „Von der Narkose bis zur Operation – Einblicke in die modernen Operationssäle der Charité“ öffneten die Kliniken für Anästhesiologie sowie für Orthopädie die Operationssäle und zeigten den Wissbegierigen, wie eine OP abläuft. Besonders spannend: Die Besucher konnten selbst das OP-Besteck erkunden und das Bohren in künstlichen Knochen ausprobieren.

Auch die historische Führung durch die 300-jährige Geschichte der Charité zu ansonsten unbegehbaren Orten des Campus erfreute sich großer Nachfrage. Was das Publikum zahlreich ins Fenster der Wissenschaften am CharitéCrossOver (CCO) lockte, waren der Vortrag und der Workshop zum virtuellen Gehirn, bei dem es darum ging, Gehirnströme und -signale zu messen und sichtbar zu machen. Bei den Infoständen im Atrium des CCO konnten sich die Besucherinnen und Besucher die eigene Niere per Ultraschall untersuchen und ihre Blutgruppe bestimmen lassen oder Wissensquizze lösen.

Forscherdiplom für den Nachwuchs am Campus Berlin Buch

Am Campus Berlin Buch (CBB), wo sich die Zukunftsforschung der Charité konzentriert, gab es ebenfalls viele Angebote zum Mitmachen. Neben Ausstellungen, Exponaten und Vorträgen war das Forscherdiplom für Kinder und Jugendliche besonders beliebt. An verschiedenen Stationen galt es, Aufgaben zu lösen und Experimente durchzuführen. Für jede gelöste Aufgabe gab es Stempel in den Pass und abschließend das Forscherdiplom. Besondere Highlights waren außerdem das „Gläserne Labor“ mit seinen interaktiven Experimenten sowie der Mitmach-Stand der Tierhaltung, an dem Schaumgummi-Mäuse betreut werden durften.

Der Zauberkünstler und Biochemiker Oliver Grammel entführte Familien in die magische Welt der Chemie. Mit seinen Experimenten begeisterte er Erwachsene und Kinder gleichermaßen, die ihn auch aktiv bei vielen Versuchen unterstützen durften. Wer die Wege zwischen den einzelnen Häusern am CBB nicht zu Fuß zurücklegen wollte, hatte die einmalige Möglichkeit, in eine Wissenschafts-Rikscha zu steigen: Die Charité-Beschäftigten fuhren die Besucherinnen und Besucher über den Campus und gaben dabei Einblicke in ihre tägliche Arbeit.



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