Blei

Parameter

BezeichnungBlei
KürzelBlei      DUS
MnemonicBleiDUS
MaterialSammelurin, stabilisiert (US)
Einheitµmol/d
MethodeAtomabsorptionsspektrometrie (Graphitrohr)
KategorienKlinische Chemie
   Spurenelemente

Referenzwerte

18 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)< 0,72 µmol/d

Beschreibung

Allgemein
Blei findet Verwendung bei der Herstellung von Batterien, Farben, Rostschutzmitteln und früher auch bei Treibstoffen (als Antiklopfmittel).
Eine akute Intoxikation äußert sich in Koliken, Gastroenteritis, Atemlähmungen, Hämolyse, epileptiformen Krämpfen und Nierengewebsnekrose. Die chronische Intoxikation beginnt schleichend mit unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Appetitlosigkeit. Es folgen Anämie (hypochrome Anämie mit basophiler Tüpfelung der Erythrozyten), Koliken mit Obstipation und neurologische Ausfallserscheinungen wie Enzephalopathie, peripherer Polyneuropathie und Radialisparese. Der Stomatologe sei auf den charakteristischen gingivalen Bleisaum hingewiesen.

Indikation
Abschätzung der Bleibelastung von exponierten Personen (Arbeitsmedizinisches Monitoring der "klassischen" Bleiberufe)
Klinische Symptomatik, die auf eine akute oder chronische Bleivergiftung hinweist.

Abnahmebedingungen
Sammelgefäß für Spurenelemente.

erhöhte Werte
Die biologischen Arbeitsplatz-Toleranzwerte (BAT) liegen im Urin bei 0,53 µmol/l.
Ergänzend gilt für die d-Aminolävulinsäure (ALS) der Grenzwert bei 15 mg/l Harn
(Fertile Frauen <6 mg/l) und für Koproporphyrin 300 µg/l.
Indiz für Bleibelastung nach Mobilisation mit Ca-EDTA sind Urinausscheidungen > 4,8 µmol/d.

Störfaktoren
Kontamination: falsch erhöhte Werte

Literatur

M. Rückgauer. Blei (Pb) In :L. Thomas (Hrsg) Labor und Diagnose, TH-Books 6. Aufl. (2005), S. 511 ff
E. Brodkin, Lead and mercury exposures: interpretation and action.
CMAJ. 176 , 59 (2007)
D. Ibahim et al., Heavy metal poisoning: clinical presentations and pathophysiology.
Clin Lab Med. 26 , 67 (2006)

Grumm   2011-08-02 17:49:49 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie