Zink

Parameter

BezeichnungZink
KürzelZink       HP
MnemonicZinkHP
MaterialSpezial Gefäße (SG)
Einheitµmol/l
MethodeAtomabsorptionsspektrometrie

Referenzwerte

Männer
bis 18 Jahr(e)7,7 - 15 µmol/l
18 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)12 - 26 µmol/l

Frauen
bis 18 Jahr(e)7,7 - 15 µmol/l
18 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)9 - 22 µmol/l

Beschreibung

Allgemein
Zink (Atomgewicht 65,37) ist ein essentielles Element mit einem Körperbestand von 1 bis 2,5 Gramm. Der tägliche Bedarf liegt bei 15 mg (5 mg für Säuglinge bzw. 25 mg für stillende Frauen). Zinkreiche Nahrungsmittel sind Fisch, Fleisch, Eier und Käse. Die intestinale Resorption wird durch Metallothioneine reguliert. Variable und invariable Sequenzbereiche dieses Proteins steuern die Zinkbindung und -freigabe und damit eine Reihe biochemischer Prozesse, die über Zink kontrolliert werden. Zink ist an der qualitativen und quantitativen Regulation der Proteinsynthese (DNA- und RNA-Polymerasen, Adenylzyklasen und Transskriptasen) beteiligt:
- eine herabgesetzte DNA-Synthese ist häufig durch eine verminderte Aktivität der Desoxythymidinkinase, einem Zink-abhängigen Enzym bedingt.
- Die katalytische Aktivität vieler wichtiger Enzyme ist abhängig von der verfügbaren Zn-Konzentration.
- Zink verstärkt die Zellvermittelte und humorale Immunreaktion der jeweiligen für die Abwehrsituation verantwortlichen T- und B-Lymphozyten.
- Zink wirkt an der zellulären Schutzfunktion gegen oxidativen Stress mit (SOD).

Die genetisch bedingte Acrodematitis enteropathica (Zn-Resorption ??) ist klinisch gekennzeichnet durch Wundheilungsstörungen und erythematös-pustulöse Dermatitiden. Sie äußert sich immunulogisch durch Thymusatrophie, Lymphopenie, Allergien vom Spättyp und herabgesetzte NK-Zell-Aktivität.

Indikation
V.a. Akrodermatitis enteropathica, Wundheilungsstörungen, V.a. Intoxikation

Abnahmebedingungen
hämolysefrei

erhöhte Werte
Intoxikation. Erhöhte Werte werden außerdem bei Osteosarkom, KHK (Arteriosklerose), Hämolyse, chronischen Entzündungen und in Erythrozyten bei megaloblastären Anämien gefunden

erniedrigte Werte
Akrodermatitis enteropathica, Alkoholismus, Malabsorption, Nierenerkrankungen, Urämie, Leberzirrhose, Infektionen, postoperativ, Verbrennungen, Diabetes mellitus, Sichelzellanämie, Thalassämie. Unterversorgung entsteht bei Diät mit reduziertem tierischen Protein- und gleichzeitig hohem Getreideanteil (Phytate!). Iatrogen kann Zinkmangel durch Anabolika, Ovulationshemmer und metallbindende Medikamente (Kortikosteroide, Penicillamin usw.) sowie durch parenterale Ernährung erzeugt werden.

Störfaktoren
Hämolyse: falsch erhöhte Werte

Literatur

K.M. Hambidge et al., Zinc deficiency: a special challenge.
J Nutr. 137 , 1101 (2007)
S. Vasto et al., Zinc and inflammatory/immune response in aging.
Ann N Y Acad Sci. 1100 , 111 (2007)
A.B. Lansdown et al., Zinc in wound healing: theoretical, experimental, and clinical aspects.
Wound Repair Regen. 15 , 2 (2007)
E. Maverakis et al., Acrodermatitis enteropathica and an overview of Zinc metabolism.
J Am Acad Dermatol. 56 , 116 (2007)
W. Maret et al., Zinc requirements and the risks and benefits of Zinc supplementation.
J Trace Elem Med Biol. 20 , 3 (2006)

Grumm   2011-08-02 17:51:47 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie