Selen

Parameter

BezeichnungSelen
KürzelSelen      HP
MnemonicSelenHP
MaterialSpezial Gefäße (SG)
Einheitµmol/l
MethodeAtomabsorptionsspetrophotometrie mit Graphitrohr-Technik
KategorienKlinische Chemie
   Spurenelemente

Referenzwerte

bis 1 Jahr(e)0,20 - 0,61 µmol/l
1 Jahr(e) bis 6 Jahr(e)0,29 - 1,45 µmol/l
6 Jahr(e) bis 14 Jahr(e)0,46 - 1,42 µmol/l
14 Jahr(e) bis 18 Jahr(e)0,56 - 1,24 µmol/l
18 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)0,60 - 1,50 µmol/l

Beschreibung

Allgemein
Selen (Atomgewicht 78,96 D) ist essentieller Bestandteil von vorwiegend intrazellulären Enzymen (Gluthathionperoxidase, 5'-Deiodase, Superoxid-Dismutase und z.B. dem Plasmaselenoprotein P). Im Protein liegt es immer als Selenocystein vor. Selen trägt damit zum intrazellulären Schutz vor radikalischen Schädigungsmechnismen bei. Für diese Entgiftungsfunktion ist eine ausreichende Menge an reduziertem Glutathion erforderlich.

Indikation
Verdacht auf Selenmagelversorgung (vollständig parenterale Ernährung, Niereninsuffizienz).
Verdacht auf Selenintoxikation

erhöhte Werte
Berufsbedingte Intoxikation bei Beschäftigten der Glas-, Porzellan- und Elektroindustrie. Eine nutritive Überversorgung ist in Europa nicht zu finden. Symtome, wie Dermatitis, Nagelbrüchigkeit und Haarausfall, zeigen sich ab einer täglichen Selenaufnahme von mehr als 1 mg.
Klinische Zeichen einer akuten Vergiftung sind Reizung der Augen und der Atemwege sowie eine Dermatitis. Auffällig, auch bei der chronischen Vergiftung, ist ein anhaltender Knoblauchgeruch der Atemluft.

erniedrigte Werte
Bei Selenwerten < 10 µg/l Plasma/Serum als Folge eines nutritiven Mangels tritt Muskelschwäche in den Beinen und teilweise eine Kardiomyopathie auf. Die Symptome sind nach Selen-Substitution reversibel. Die Keshan-Krankheit kommt nur in extrem selenarmen Gegenden Chinas vor. Bei < 30 µg täglicher Zufuhr entstehen bei Kindern und Schwangeren Myokardnekrosen. Das Kashin- Beck- Syndrom, ebenfalls nur in Ostasien vorkommend, ist eine Osteoarthropathie (Chondronekrosen). Bei allen Mangelzuständen wird auch eine verminderte Aktivität der Glutathion-Oxidase gemessen.

Störfaktoren
Hämolyse.

Literatur

M. Rederstorff et al., Understanding the importance of selenium and selenoproteins in muscle function.
Cell Mol Life Sci. 63 , 52 (2006)
J. Köhrle, Selenium and the control of thyroid hormone metabolism.
Thyroid. 15 , 841 (2005)
G.J. Beckett et al., Selenium and endocrine systems.
J. Endocrinol. 184 , 455 (2005)
M. Geoghegan et a., Selenium in critical illness.
Curr Opin Crit Care. 12 , 136 (2006)
K.L. Nutall, Evaluating selenium poisoning.
Ann Clin Lab Sci. 36 , 409 (2006)

Grumm   2011-08-02 17:51:23 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie