Osm. Res. (Ery), beg. Hämolyse

Parameter

BezeichnungOsm. Res. (Ery), beg. Hämolyse
KürzelbegHäm
MnemonicbegHämSM
Materialsonstiges Material (SM)
Einheit% NaCl
MethodeInkubation der Erythrozyten  in hypotonen NaCl-Lösungen absteigender Konzentration
KategorienHämatologie

Beschreibung

Allgemein
Die osmotische Resistenz der Erythrozyten hängt von morphologischen Gegebenheiten sowie ihrem Energiehaushalt ab. Die osmotische Resistenz ist folglich herabgesetzt, wenn das Verhältnis von Erythrozyten-Oberfläche zu Erythrozyten-Volumen zugunsten des Volumens verschoben ist, wie bei der Kugelzellanämie. Wenn ein Mangel in der Enzymausstattung des Erythrozyten besteht, wie bei den verschiedenen angeborenen Formen enzymopenischer hämolytischer Anämien, kann die osmotische Resistenz herabgesetzt sein. Eine erhöhte osmotische Resistenz findet sich bei Retikulozyten und Targetzellen (gehäuft bei Thalassämien). Die Targetzellen haben die erhöhte osmotische Resistenz auf Grund ihres erhöhten Oberflächen- / Volumen-Verhältnisses. Thalassämien weisen eine erweiterte Resistenzbreite: normale bis leicht verminderte Minimalresistenz bei deutlich erhöhter Maximalresistenz auf.
Beginnende bzw, komplette Hämolyse bei Natriumchlorid-Konzentration :
Normal 0,45 % ; 0,35 %
hereditäre Sphärozytose 0,65 % ; 0,45 %
erworbene hämolytische Anämie 0,50 % ; 0,40 %
Thalassämie / Sichelzellanämie 0,35 %; 0,20 %

Indikation
V.a. hereditäre Sphärozytose, Thalassämie, hereditäre nicht sphärozytäre hämolytische Anämie

Abnahmebedingungen
EDTA Monovette

erhöhte Werte
Hereditäre Sphärozytose, erworbene hämolytische Anämien, Benzolvergiftungen
Erhöhte Werte bedeuten, dass die Hämolyse bereits bei hohen NaCL-Konzentrationen beginnt und die osmotische Resistenz vermindert ist.

erniedrigte Werte
Thalassämie, Lebererkrankungen, bei Retikulozytose, Z.n. Splenektomie, perniziöse Anämie, Eisenmangelanämie
Erniedrigte Werte bedeuten, dass die Erythrozyten erst bei sehr niedrigen NaCl-Konzentrationen hämolysieren und die osmotische Resistenz der Erythrozyten erhöht ist.

Literatur

L. Thomas. Haptoglobin (Hp)/Hämopexin (Hx). In :L. Thomas (Hrsg) "Labor und Diagnose", TH-Books 6. Aufl. (2005), S. 958 ff
S.W. Eber et al., Erythrozytäre Membrankrankheiten.
Therap. Umschau 63 , 57 (2006)
E. Wollmer et al., Allgemeine und spezielle Anämiediagnostik.
Internist 47 , 1269 (2006)
S Eber et al., Hereditary Spherocytosis-Defects in Proteins That Connect the Membrane Skeleton to the Lipid Bilayer.
Semin. Hematol. 41 , 118 (2004)
R.I. Liem et al., Molecular mechanisms in the inheritedred cell membrane disorders.
Drug Discov. Today Dis. Mechan. 2 , 539 (2005)

Grumm   2011-08-02 17:51:05 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie