Met-Hämoglobin

Parameter

BezeichnungMet-Hämoglobin
KürzelMet-Hb  KB
MnemonicMetHbE2
MaterialSpezial Gefäße (SG)
Einheit%
MethodeOximetrie
KategorienBlutgase

Referenzwerte

18 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)< 1,0 %

Beschreibung

Allgemein
Das Eisen (Fe2+) des Hämoglobins wird laufend zu Fe3+ oxidiert. Es entsteht Hämiglobin = Methämoglobin. Während unter physiologischen Bedingungen fast alles anfallende Methämoglobin vermittels des Enzyms Diaphorase ( = Met-Hb-Reduktase) in Oxyhämoglobin zurückverwandelt wird, ergibt sich eine pathologische Methämoglobinämie (über 10% des Gesamthämoglobins) bei angeborenem Diaphorase-Mangel oder Hämoglobinopathie M sowie nach Aufnahme starker Oxydationsmittel (z.B. Intoxikation mit Nitriten oder Nitrosegasen; Therapie mit Phenylhydrazin, Natriumnitroprussid, Chinin). Methämoglobin, desssen Stabilität keine Sauerstoffaufnahme oder -abgabe zuläßt, erschwert in hohen Konzentrationen zusätzlich die Sauerstoffabgabe des Oxyhämoglobins (Linksverschiebung der Sauerstoffdissoziationskurve).
Leichte klinische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Benommenheit können bei einem Met-Hb-Anteil von 15 - 20 % auftreten.
Bei Met-Hb von 20 - 40 % können Übelkeit und Zyanose dazu kommen.
Bei 45 - 70 % Met-Hb können noch Anfälle und Konfusion dazu kommen.
Bei Werten > 70 % tritt gewöhnlich der Tod ein.
Bei Methämoglobinämie lassen sich oft auch Heinz-Innenkörper nachweisen.

Indikation
V.a. toxische, therapeutisch-induzierte oder hereditäre Methämoglobinämie

Abnahmebedingungen
Blutgasmonovette oder -kapillare

erhöhte Werte
Hereditäre Methämoglobinämie, toxische Methämoglobinämie (Amylnitrit, Anilinfarbstoffe, Chlorate, Lokalanästhetika, Nitroglycerin, Nitroprussidnatrium, Sulfamethoxazol etc.)

Störfaktoren
Zu lange Probenverwahrzeit (Met-Hb ist im Erythrozyten nur ca. 5 Stunden stabil): falsch erniedrigte Werte; Hypertriglyceridämie (ab 1000 mg/dl) und Hyperbilirubinämie (ab 10 mg/dl) stören.

Literatur

J. Umbreit, Methemoglobin--it's not just blue: a concise review.
Am J Hematol. 82 , 134 (2007)
M.J. Percy et al., Disorders of oxidised haemoglobin (Methaemoglobinaemia).
Blood Rev. 19 , 61 (2005)

Grumm   2011-08-02 17:50:55 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie