Blei

Parameter

BezeichnungBlei
KürzelBlei       HB
MnemonicBleiHB
MaterialHeparin-Blut (HB)
Einheitµmol/l
MethodeAtomabsorptionsspektrometrie (Graphitrohr)
KategorienKlinische Chemie
   Spurenelemente

Referenzwerte

18 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)< 0,50 µmol/l

Beschreibung

Allgemein
Blei (Atomgewicht 207,2) gehört für den Menschen zu den toxischen Schwermetallen. Es hatte über den Einsatz als Wasserleitungsrohr und im verbleiten Benzin (Tetraäthyl-Verbindung), sowie als Bleiweiß in der Lackindustrie erhebliche Bedeutung. Auch gegenwärtig beträgt die tägliche Bleiaufnahme nach Schätzungen der WHO noch 200 bis 300 µg. In Wasser aus Bleileitungen wurden bis zu 3000 µg/l gemessen. Erwachsene resorbieren von der Gesamtaufname täglich 30 bis 40 µg Blei. Die Ausscheidung erfolgt zu etwa 75 % mit dem Urin und zu etwa 15 % fäkal. Im Blut ist Blei überwiegend erythrozytär gebunden und verteilt sich dann zunächst in das Weichgewebe (Leber, Nieren). Mit einer Halbwertszeit von 20 Tagen wird es ausgeschieden oder im Skelett abgelagert. Bei chronischer Belastung wird das hämatopoetische System am stärksten ausgelenkt

Indikation
Abschätzung der Bleibelastung von exponierten Personen (arbeitsmedizinisches Monitoring der "klassischen" Bleiberufe).
Klinische Symptomatik, die auf eine akute oder chronische Bleivergiftung hinweist.

Abnahmebedingungen
Spezialmonovette für Spurenelemente

erhöhte Werte
Akute und chronische Bleiintoxikation
Es gilt folgende Konzentrations- Wirkungsbeziehung für die wichtigsten Symtome der Bleiintoxikation:
Effekt µmol Blei/ l Blut
d-ALS-Dehydratase-Hemmung > 0,72
Einfluß auf Lernfähigkeit und IQ bei Kindern 0,48 bis 0,96 Erythrozytäres Zn-Protoporphyrin erhöht 0,96 bis 2,9
d-ALS und Koproporphyrin im Urin erhöht > 1,9 Periphere Neuropathie 2,9 bis 3,9 Eingeschränkte renale Funktion 3,4 bis 4,8 Akute Bleienzephalopathie 3,9 bis 14,5

Die biologischen Arbeitsplatz-Toleranzwerte (BAT) liegen im Blut immer noch bei 700 µg/l (bei gebärfähigen Frauen 300 µg/l ).
Bei Kleinkindern wird von der WHO eine Bleikonzentration im Blut > 200 µg/l für nicht tolerabel gehalten.

Störfaktoren
Kontamination: falsch erhöhte Werte. Die Analytik im Urin ist störanfälliger als im Blut.

Literatur

M. Rückgauer. Blei (Pb) In :L. Thomas (Hrsg) Labor und Diagnose, TH-Books 6. Aufl. (2005), S. 511 ff
E. Brodkin, Lead and mercury exposures: interpretation and action.
CMAJ. 176 , 59 (2007)
D. Ibahim et al., Heavy metal poisoning: clinical presentations and pathophysiology.
Clin Lab Med. 26 , 67 (2006)

Grumm   2011-08-02 17:49:49 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie