Antithrombin Aktivitšt

Parameter

BezeichnungAntithrombin  Aktivität
KürzelATIII      CP
MnemonicATIIICP
MaterialCitrat-Plasma (CP)
Einheit%
MethodePhotometrie (Thrombin wird in Anwesenheit von Heparin durch AT konzentrationsabhängig gehemmt. Die Restaktivität des Thrombins wird durch den Umsatz eines chromogenen Substrates bestimmt.)
KategorienHämostaseologie
Thrombophilie

Referenzwerte

bis 7 Tag(e)39 - 90 %
7 Tag(e) bis 30 Tag(e)48 - 108 %
30 Tag(e) bis 12 Monat(e)70 - 120 %
12 Monat(e) bis 120 Jahr(e)80 - 120 %

Beschreibung

Allgemein
Antithrombin (frühere Bezeichnung Antithrombin III) ist der wichtigste physiologische Inhibitor aller Serinproteasen im Gerinnungssystem mit hoher Affinität zu Thrombin und Faktor Xa. Es gehört zur Gruppe der Serpine. Bereits geringe Verminderungen bedeuten ein Ungleichgewicht mit erhöhter Gerinnbarkeit und Thromboemboliegefährdung. AT bildet mit den Gerinnungsenzymen einen irreversiblen Komplex. Heparin beschleunigt die Komplexbildung um das 1000-fache. AT ist für die Wirkung von unfraktionierten und fraktionierten Heparin unerlässlich. AT wird in der Leber synthetisiert und hat eine biologische Halbwertzeit von 43 h. Ein angeborener AT- Mangel ist selten, hat aber eine hohe Penetranz.

Indikation
Thromboembolien, Verdacht auf angeborenen AT-Mangel, Verdacht auf erworbenen AT-Mangel, Verlaufskontrolle bei Substitution, Nichtansprechen einer Heparintherapie

Abnahmebedingungen
Citratblut
exaktes Probenvolumen/hämolysefrei

erhöhte Werte
Cholestase, Vitamin K-Mangel, Niereninsuffizienz

erniedrigte Werte
Angeborener oder erworbener Mangel, disseminierte intravasale Gerinnung, nach großen Operationen, Leberparenchymschäden (Zirrhose, Hepatitis, Drogenintoxikation, Alkoholismus), SIRS und Sepsis, nephrotisches Syndrom, exsudative Gastroenteropathie

Störfaktoren
Starke Lipämie

Einflußfaktoren
Marcumartherapie: gering erhöhte Werte,
Hirudine, Argatroban und andere direkte Thrombininhibitoren deutlich erhöhte Werte,
initiale Heparintherapie, Kontrazeptiva und Hormonersatztherapie: ca. 10% erniedrigte Werte,
Asparaginase-Therapie, Fibrinolyse-Therapie: erniedrigte Werte

Literatur

B. Luxembourg et al., Basiswissen Gerinnungslabor.
Dtsch. Ärzteblatt 104, C1260 (2007)
V. Picard et al., Molecular bases of antithrombin deficiency: twenty-two novel mutations in the antithrombin gene.
Hum. Mutat. 27, 600 & 1160 (2006)
T. Baglin, The measurement and application of thrombin generation.
Br. J. Haematol. 130, 653 (2005)
N.S. Quinsey et al., Antithrombin: in control of coagulation.
Int. J. Biochem. Cell Biol. 36 , 386 (2004)
I. Witt, Molecular biological basis and diagnosis of hereditary defect of antithrombin III, protein C and protein S.
Hämostaseologie 22, 14 (2002)

Grumm   2011-08-02 17:49:40 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie