Stabkernige

Parameter

BezeichnungStabkernige
KürzelStab      MEB
MnemonicStabMEB
MaterialEDTA-Blut (EB)
Einheit%
MethodeMikroskopische Differenzierung des Ausstrichpräparates nach Papenheim-Färbung
KategorienHämatologie
   Leukozytendifferenzierung

Referenzwerte

bis 3 Tag(e)< 18,0 %
3 Tag(e) bis 10 Tag(e)< 15,0 %
10 Tag(e) bis 14 Tag(e)< 14,0 %
14 Tag(e) bis 6 Monat(e)< 12,0 %
6 Monat(e) bis 1 Jahr(e)< 8,0 %
1 Jahr(e) bis 14 Jahr(e)3,0 - 6,0 %
14 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)3,0 - 5,0 %

Beschreibung

Allgemein
Pro Mikroliter Blut finden sich 2500-7500 neutrophile Granulozyten, wovon etwa 5% stabkernige Granulozyten sind. Ein Anteil bis maximal 10% ist meist ohne pathologische Bedeutung. Ein höherer Anteil (Linksverschiebung) ist erstes Zeichen eines reaktiven Zustandes (Infektion etc.).

Indikation
Diagnostik und Verlaufskontrolle von hämatologischen und malignen Erkrankungen, von Leukozytosen und Leukopenien, von entzündlichen, infektiösen, toxischen und allergischen Blutbildveränderungen, Überwachung einer immunsuppressiven oder zytostatischen Therapie

erhöhte Werte
Akute Infektionen, azidotische und komatöse Zustände, körperliche Belastung, CML, Osteomyelosklerose, Knochenmetastasen bei malignen Tumoren, akute Blutungen, Hämolyse, Gewebeschädigungen, Intoxikationen,

erniedrigte Werte
Patienten mit geringer Reserve der Leukozytenproliferation z.B. Neugeborene, sehr alte Personen, Alkoholiker, immunsupprimierte Patienten zeigen eine verminderte Proliferationsantwort auf Stimuli der Leukopoese.

Störfaktoren
Vorgeschädigte Leukozyten (z.B. Sepsis, Chemotherapie) können bei der Zählung am Hämatologieautomaten manchmal nicht korrekt bestimmt werden.

Einflußfaktoren
Stress und Katecholaminausschüttung führen zum Anstieg der Granulozyten durch Freisetzung aus dem marginalen Pool.

Literatur

L. Thomas. Leukozytenzahl und -differenzierung. In :L. Thomas (Hrsg) "Labor und Diagnose", TH-Books 6. Aufl. (2005), S.742 ff
R. Herklotz et al., Referenzbereiche in der Hämatologie.
Therapeut. Umschau 63 , 5 (2006)

Grumm   2011-08-02 17:51:25 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie