Neutrophile

Parameter

BezeichnungNeutrophile
KürzelNeutro     EB
MnemonicNeutroEB
MaterialEDTA-Blut (EB)
Einheit/nl
MethodeDurchflusscytometrie
KategorienHämatologie
   Leukozytendifferenzierung

Referenzwerte

bis 1 Stunde(n)6,00 - 26,00 /nl
1 Stunde(n) bis 12 Stunde(n)6,00 - 28,00 /nl
12 Stunde(n) bis 24 Stunde(n)5,00 - 21,00 /nl
24 Stunde(n) bis 7 Tag(e)1,50 - 10,00 /nl
7 Tag(e) bis 14 Tag(e)1,00 - 9,50 /nl
14 Tag(e) bis 16 Woche(n)1,00 - 9,00 /nl
16 Woche(n) bis 10 Monat(e)1,00 - 8,50 /nl
10 Monat(e) bis 48 Monat(e)1,50 - 8,50 /nl
48 Monat(e) bis 8 Jahr(e)1,50 - 8,00 /nl
8 Jahr(e) bis 16 Jahr(e)1,80 - 8,00 /nl
16 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)1,80 - 7,70 /nl

Beschreibung

Allgemein
Pro Mikroliter Blut finden sich 2500-7500 neutrophile Granulozyten, wovon etwa 5% stabkernige Granulozyten sind. Die übrigen Granulozyten sind segmentkernig. Neutrophile enthalten Granula mit lysosomalen Enzymen wie saure Phosphatase, Elastase und Myeloperoxidase. Neutrophile sind zur Chemotaxis fähig und können Pathogene mittels Phagozytose eliminieren. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit Lymphozyten und Makrophagen.Es dauert etwa 10 Tage, bis der neutrophile segmentkernige Granulozyt als Endprodukt von Proliferation und Differenzierung innerhalb der myeloischen Reihe das Knochenmark verläßt, um dann noch 4 bis 5 Tage im Gewebe zu überleben. Nur einige Stunden zirkuliert er im Blut und gelangt dabei im Bedarfsfall, durch Chemotaxis angelockt, an den Ort einer Verletzung, Entzündung oder Infektion. Bakterien werden phagozytiert und dank der enzymatischen Ausstattung der Zelle (SP, AP, Desoxy- u. Ribonuklease, Lysozym, Peroxidase) in Phagolysosomen zersetzt.

Indikation
Infektionen, azidotische und komatöse Zustände, Schock, Intoxikationen, entzündliche Erkrankungen, körperliche Belastung, Streß, Gravidität, CML, Osteomyelofibrose, Polycythaemia vera rubra, Zustand nach SplenektomieTherapie mit G-CSF oder GM-CSF, Glucocorticoidtherapie

Abnahmebedingungen
EDTA-Blut

erhöhte Werte
Infektionen, azidotische und komatöse Zustände, Schock, Intoxikationen, entzündliche Erkrankungen, körperliche Belastung, Streß, Gravidität, CML, Osteomyelofibrose, Polycythaemia vera rubra, Z.n. Splenektomie

erniedrigte Werte
Bestimmte Infektionen bedingen eine vermehrte Adhärenz der Neutrophilen am Gefäßendothel und bedingen so eine Neutropenie. Dengue Fieber, Masern, andere Viruserkrankungen.
Manche Erkrankungen wirken an den hämatopoetischen Precursorzellen z.B. Infektöse Mononukleoase, Parvovirus B19, Kawasaki Syndrom, HIV.
Rikettsien und Bartonella infizieren die Endothelzelle, die Neutropenie ist Folge der Vasculitis.
Radiatio, Hypersplenie-Syndrom, megaloblastäre Anämie,
Medikamenteninduzierte Neutropenie
- verschiene Medikamente können eine Idiosynkrasie (Überempfindlichkeitsreaktion) auslösen.
Der Idiosynkrasie Typ mit dosisabhängiger Toxizität hemmt Proteinsynthese und Zellproliferation, dieser Typ betrifft die pluripotente hämatopoetische Stammzelle und andere stark proliferierende Zellen. Als Beispiel Medikamente die so wirken: Phenothiazide, Chloramphenicol und Clozapin.
Nicht dosisabhängige Neutropenie durch medikementen induzierte Idiosynkrasie (allergisch)
Autoimmune Neutropenie (Antikörper gegen neutrophile Granulozyten)
- Milde Neutropenie tritt bei Lupus erythematodes in 50 % der Fälle auf.
- Moderate Leukopenie tritt bei Sjögren Syndrom in 30 % der Fälle auf.
Bei Säuglingen können schwere Infekte mit einem Abfall der Leukozytenzahl einhergehen.
Angeborene Neutropenie
- Kostmann Syndrom

Einflußfaktoren
Stress und Katecholaminausschüttung und Stimuli wie IL-8, TNF-alpha, C5a setzen nahezu schlagartig neutrophile Granulozyten aus dem marginalen Pool in das strömende Blut frei.

Literatur

Bartl R, Thomas L. Differentialblutbild; in Thomas L. Labor und Diagnose; TH-Books Verlagsgesellschaft Frankfurt/Main, 1998, pp.522-30
C. Briggs et al. Evaluation of immunegranulocyte counts by the XE-IG-Master: Upgraded software for the XE-2100 automated hematology analyzer. Lab hematol. 2003; 9: 117-124
R. Herklotz et al., Referenzbereiche in der Hämatologie.
Therapeut. Umschau 63 , 5 (2006)
J. Linssen et al. Identification and quantification of high fluorescence-stained lymphocytes as antibody synthesizing/secreting cells using the automated routine haematology analyzer XE-2100.
Cytometry 72B: 157-166 (2007)
Lichtman MA. Williams Hematology. McGraw-Hill Medical Publishing Division, New York, 2006

Grumm   2011-08-02 17:51:01 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie