Erythrozyten

Parameter

BezeichnungErythrozyten
KürzelEry        EB
MnemonicEryEB
MaterialEDTA-Blut (EB)
Einheit/pl
MethodeDurchflußzytometrie (zytometrisch)
KategorienHämatologie
   Blutbild

Referenzwerte

Männer
bis 7 Tag(e)4,50 - 5,80 /pl
7 Tag(e) bis 14 Tag(e)4,30 - 5,50 /pl
14 Tag(e) bis 30 Tag(e)3,50 - 4,70 /pl
30 Tag(e) bis 2 Monat(e)3,10 - 4,70 /pl
2 Monat(e) bis 12 Monat(e)3,20 - 5,20 /pl
12 Monat(e) bis 16 Jahr(e)4,10 - 5,20 /pl
16 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)4,60 - 6,20 /pl

Frauen
bis 7 Tag(e)4,50 - 5,80 /pl
7 Tag(e) bis 14 Tag(e)4,30 - 5,50 /pl
14 Tag(e) bis 30 Tag(e)3,50 - 4,70 /pl
30 Tag(e) bis 2 Monat(e)3,10 - 4,70 /pl
2 Monat(e) bis 12 Monat(e)3,20 - 5,20 /pl
12 Monat(e) bis 16 Jahr(e)4,10 - 5,20 /pl
16 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)3,90 - 5,40 /pl

Beschreibung

Allgemein
Erythrozyten sind die Träger des Sauerstoffs im Blut. Die bikonkave Scheibenform mit der zentralen Eindellung ermöglicht dem Erythrozyten eine maximale Oberfläche für den Sauerstoffaustausch und eine maximale Verformbarkeit im Bereich des Kapillarbettes. Zur Stabilisierung der Membran dienen Strukturproteine wie Aktin und Spektrin. Defekte dieser Proteine führen zu Formanomalien (Sphärozytose, Elliptozytose). Die für den Stoffwechsel benötigte Energie erhält der mitochondrienlose Erythrozyt aus der anaeroben Glykolyse. Bei Enzymdefekten der Glykolyse kommt es zu hämolytischen Anämien mit charakteristischen Heinz-Innenkörperchen.

Indikation
V.a. Anämie,V.a. Polyglobulie.

Abnahmebedingungen
Keine Besonderheiten

erhöhte Werte
Relativ (Pseudoglobulie) bei Dehydratation, primär bei Polycythaemia vera, sekundär bei Hypoxie, bei kongenitaler Methämoglobinämie, bei Rauchern (CO-Hb), als paraneoplastisches Syndrom (Hypernephrom, Ovarialkarzinome u. a.), bei Nierenerkranukungen wie Zystennieren, bei autosomal-rezessiver familiärer Erythrozytose, bei endokrinen Störungen wie M. Cushing und Therapie mit Glucocorticoiden.

erniedrigte Werte
Anämie jeglicher Genese.

Störfaktoren
Leukozytose (über 200000/nl): falsch erhöhte Werte
Kälteagglutinine: falsch erniedrigte Werte

Einflußfaktoren
Die Körperhaltung beeinflusst die Messwerte, unmittelbar nach längerem Stehen sind die Werte 5 - 10 % höher als nach vorherigem 15 Minuten Liegen. Nach einer Stauzeit von mehr als 2 Minuten resultiert ein Anstieg der Erythrozytenzahl um ca. 10 %. Blutentnahme unmittelbar nach körperlicher Belastung geht mit Erhöhung der Erythrozytenzahl einher. Alle diese Veränderungen sind Ausdruck der Hämokonzentration und können bei Patienten mit Ödemen noch deutlicher ausfallen als hier ausgewiesen.

Literatur

R. Herklotz et al., Referenzbereiche in der Hämatologie.
Therapeut. Umschau 63 , 5 (2006)
E. Wollmer et al., Allgemeine und spezielle Anämiediagnostik.
Internist 47 , 1269 (2006)
B.J. Bain, Diagnosis from the Blood Smear.
New Engl. J. Med. 353, 498 (2005)
E. Beutler et al., The definition of anemia: what is the lower limit of normal of the blood hemoglobin concentration?
Blood 107, 1747 (2006)
G. Finazzi et al., Idiopathic erythrocytosis and other non-clonal polycythemias.
Best Pract Res Clin Haematol. 19, 471 (2006)
G. Weiss et al.,) Anemia of Chronic Disease.
New Engl. J. Med. 352, 1011 (2005)

Grumm   2011-08-02 17:50:14 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie