Lactat

Parameter

BezeichnungLactat
KürzelLactat     PL
MnemonicLactatPL
MaterialPlasma (PL)
Einheitmg/dl
MethodePhotometrie (Lactat Oxidase/Peroxidase)
KategorienKlinische Chemie
   Metabolite

Referenzwerte

18 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)6,0 - 18,0 mg/dl

Beschreibung

Allgemein
Das aus Pyruvat entstehende Lactat ist Stoffwechselprodukt der anaeroben Glykolyse. Die Hauptproduktion des Lactats erfolgt im Muskelgewebe, in den Erythrozyten und im Gehirn und ist abhängig von der Pyruvat- und H-Ionenkonzentration sowie dem zellulären Redoxstatus. Das bei körperlicher Arbeit produzierte Pyruvat wird vermehrt in Lactat umgewandelt, so daß die Lactatkonzentration um den Faktor 10 ansteigen kann. Bei Hypoxie wird zusätzlich der NADH/NAD-Quotient zugunsten von NADH und das Gleichgewicht der LDH-Reaktion - aufgrund der intrazellulären Wasserstoffionenerhöhung - nach rechts verschoben. Beides führt zu einem Anstieg der Lactatbildung.

Indikation
Differentialdiagnose komatöser Zustände, metabolische Azidose, akuter Gefäßverschluß der Mesenterialarterien, Gewebshypoxie

Abnahmebedingungen
auf Eis/Blutentnahme möglichst aus ungestauter Vene

erhöhte Werte
Lactatazidose (insbesondere bei Biguanidtherapie), Hypoxie, Schock, Intoxikationen, Alkoholabusus, Herzinsuffizienz, postoperativ, chronische Hyperventilation, hohe Insulindosen

erniedrigte Werte
Glykogenose Typ V (McArdle-Krankheit)

Störfaktoren
Lange Stauzeit bei der Probennahme: erhöhte Werte

Literatur

L. Thomas. Lactat. In :L. Thomas (Hrsg) "Labor und Diagnose", TH-Books 6. Aufl. (2005), S. 298 ff
M.S. Englehart et al., Measurement of acid-base resuscitation endpoints: lactate, base deficit, bicarbonate or what?
Curr Opin Crit Care. 12 , 569 (2006)
H.J. Adrogue, Metabolic acidosis: pathophysiology, diagnosis and management.
J Nephrol. 19 Suppl. 9 , S62 (2006)
M. Kosch et al., Störungen des Säure-Basen-HaushaltsRationale Diagnostik und ökonomische Therapie.
Dtsch. Ärzteblatt 102 , B 1603 (2005)
Y.S. Shin, Glycogen storage disease: clinical, biochemical, and molecular heterogeneity.
Semin Pediatr Neurol. 13 , 115 (2006)

Grumm   2011-08-02 17:50:47 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie