Kreatinin Clearance

Parameter

BezeichnungKreatinin Clearance
KürzelKreaClear  SU
MnemonicKreaClearSU
MaterialSammelurin (SU)
Einheitml/min
MethodePhotometrie (modifizierte Jaffe?-Reaktion ohne Enteiweißung)/Berechnung
KategorienKlinische Chemie
   Metabolite
Nieren- / Urindiagnostik

Referenzwerte

Männer
18 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)98 - 156 ml/min

Frauen
18 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)95 - 160 ml/min

Beschreibung

Allgemein
Die Bestimmung der Kreatinin-Clearance erlaubt die Erfassung einer Nierenfunktionseinschränkung bei noch normalen Serumkreatininwerten, da diese erst bei einer GFR-Einschränkung um über 50% ansteigen. Die Clearance ist abhängig vom Alter, Geschlecht, Gewicht und von der Körpergröße und errechnet sich aus der Formel: Clearance = Kreatininkonzentration im Urin x Urinvolumen : Kreatininkonzentration im Plasma. Bei deutlicher Retention werden mit der Kreatininclearance höhere Werte bestimmt als mit der Inulinclearancee, weil Kreatinin dann sezerniert wird. Da die Kreatininausscheidung eine Tagesrhythmik aufweist, wird eine 24 h Sammelperiode empfohlen.
Praktische Erfahrungen zeigen, dass Sammelfehler häufig vorkommen und so zu erheblichen Fehlern führen. Die Ergebnisse mit einer Formel nach Levey "GFR berechnet" waren von solchen groben Fehlern frei. Diese Formel bezieht neben dem Kreatinin noch folgende Patientendaten ein: Alter, Geschlecht, Harnstoff und Albumin. Die Formel ist für Kinder nicht geeignet.

Indikation
Erfassung einer leichten Nierenfunktionseinschränkung, Nierenfunktionskontrolle bei Therapie mit nephrotoxischen Pharmaka, bei Hypertonie, Diabetes mellitus, Gicht, Nierensteinen, pathologischen Urinbefunden

Abnahmebedingungen
Sammelurin, Heparinplasma schicken
auf dem Beleg Sammelmenge, Sammelzeit, Körpergröße, Körpergewicht angeben

erhöhte Werte
Gravidität, Verbrennungen, proteinreiche Diät, initialer Diabetes mellitus, hyperkatabole Zustände, Anämie

erniedrigte Werte
Nierenerkrankungen, Schock, Dehydratation, Herzinsuffizienz, multiples Myelom, chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen, NNR-Unterfunktion, M. Wilson, Leberversagen

Störfaktoren
Häufigster Fehler : falsche Sammelzeit und -menge,
L-Dopa: falsch erhöhte Werte

Literatur

L. Thomas et al., Renal function - estimation of glomerular filtration rate.
Clin. Chem. Lab. Med. 44 , 1295 (2006)
L.A. Stevens et al., Assessing Kidney Function - Measuredand Estimated Glomerular Filtration Rate.
New Engl. J. Med. 354 , 2473 (2006)
A. Zahran et al., Can cystatin C replace creatinine to estimate glomerular filtration rate? A literature review.
Am J Nephrol. 27 , 197 (2007)

Grumm   2011-08-02 17:50:45 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie