Chlorid

Parameter

BezeichnungChlorid
KürzelChlorid    HP
MnemonicChloridHP
MaterialHeparin-Plasma (HP)
Einheitmmol/l
MethodeIndirekt messende ionenselektive Elektrode
KategorienKlinische Chemie
   Elektrolyte

Referenzwerte

bis 1 Monat(e)95 - 116 mmol/l
1 Monat(e) bis 1 Jahr(e)93 - 112 mmol/l
1 Jahr(e) bis 18 Jahr(e)96 - 111 mmol/l
18 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)95 - 112 mmol/l

Beschreibung

Allgemein
Chlorid findet sich im Organismus zu 88% extrazellulär und zu 12% intrazellulär und stellt das wichtigste Anion der Extrazellulärflüssigkeit dar. Wie Natrium wird Chlorid im Dünndarm resorbiert und fast vollständig renal eliminiert; es folgt ihm passiv bei der tubulären Rückresorption und sonstigen Umverteilungsvorgängen. Die Messung des Chloridwertes im Blut ist von Bedeutung für die Ermittlung der Anionenlücke (anion gap) zur Differenzierung metabolischer Azidosen. Die sog. nicht gemessenen Anionen bestehen vor allem aus anionischem Protein, Phosphat, Sulfat und organischen Säuren. Werden unter pathologischen Bedingungen der Extrazellulärflüssigkeit Wasserstoffionen zugesetzt, die ein anderes Anion als Chlorid enthalten, z.B. bei diabetischer oder alkoholischer Ketoazidose, kommt es zu einer Vergrößerung der Anionenlücke, da die Bikarbonatkonzentration absinkt, die Chloridkonzentration aber gleich bleibt. Die Anionenlücke errechnet sich aus der Formel: Anionenlücke = Na (mmol/l) - CL (mmol/l) - HCO3 (mmol/l) und beträgt normalerweise 8-16 mmol/l.

Indikation
Störungen im Elektrolyt-, Säure-Basen- und Wasserhaushalt, Berechnung der Anionenlücke zur Differenzierung metabolischer Azidosen

Abnahmebedingungen
Keine Besonderheiten

erhöhte Werte
Diarrhoe, renale tubuläre Azidose, chronische Hyperventilation, Fieber, bei Nierenerkrankungen (Amyloidose, Sjögren-Syndrom, nephrotisches Syndrom), hyporeninämischer Hypoaldosteronismus (bei diabetischer Nephropathie, interstitieller Nephropathie)

erniedrigte Werte
Erbrechen, konnatale Chloridorrhoe, Hyperaldosteronismus, M. Cushing

Störfaktoren
Keine Störung durch Hämoglobin bis 1000 mg/dl, durch Bilirubin bis 60 mg/dl, durch Triglyceride bis 2000 mg/dl; Pharmaka: keine Störungen im untersuchten Konzentrationsbereich (s. Roche Diagnostics: ISE - Systeme)

Einflußfaktoren
Schleifendiuretika: erniedrigte Werte

Literatur

L. Thomas. Chlorid (Cl). In :L. Thomas (Hrsg) Labor und Diagnose, TH-Books 6. Aufl. (2005), S. 431 ff
C. Schirpenbach et al., Primary aldosteronism: current knowledge and controversies in Conn's syndrome.
Nature Clin Pract Endocrinol Metab. 3 , 220 (2007)
K.M. O?Shaughnessi et al., Salt handling and hypertension.
Annu Rev Nutr. 26 , 343 (2006)
Tietz NW. Clinical guide to laboratory tests. Philadelphia: Saunders
1995

Grumm   2011-08-02 17:50:00 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie