Ammoniak

Parameter

BezeichnungAmmoniak
KürzelAmmoniak   EP
MnemonicAmmoniakEP
MaterialEDTA-Plasma (EP)
Einheitµmol/l
MethodePhotometrie (Bromphenolblau)
KategorienKlinische Chemie
   Metabolite

Referenzwerte

5 Tag(e) bis 1 Monat(e)21,0 - 95,0 µmol/l
1 Monat(e) bis 1 Jahr(e)18,0 - 74,0 µmol/l
1 Jahr(e) bis 14 Jahr(e)17,0 - 68,0 µmol/l
14 Jahr(e) bis 18 Jahr(e)22,0 - 66,0 µmol/l
18 Jahr(e) bis 120 Jahr(e)10,0 - 50,0 µmol/l

Beschreibung

Allgemein
Ammoniak ist ein Produkt bei Desamidierungsreaktionen von Aminosäuren. Ungefähr 25% des im Körper gebildeten Ammoniaks entsteht im Darm. Bei normalem Blut-pH liegen 98% des Ammoniaks als Ammoniumion und nur 2% als NH3 vor. Im Gegensatz zu dem Ammoniumion ist nur NH3 toxisch, da es frei durch die Nervenzellmembran diffundieren kann. Da arterieller und venöser Blut-pH häufig voneinander abweichen und ein Teil des Ammoniaks bei der Durchblutung der Muskulatur von Muskelzellen aufgenommen wird, spiegeln die venösen Ammoniakwerte nicht die Ammoniakmenge wider, die das Zentralnervensystem erreicht. Die neurologische Symptomatik korreliert daher besser mit der arteriellen Ammoniakkonzentration.

Indikation
Diagnose und Verlaufsbeurteilung des Leberkomas, Differentialdiagnose komatöser Zustände, Konvulsion, Lethargie, Koma, Enzephalopathien im Säuglings- und Kleinkindalter

Abnahmebedingungen
Transport auf Eis (z.B. Versand mit Coolpack aus dem Kühlschrank, nicht gefroren), sofort ins Labor

erhöhte Werte
Leberausfallskoma, nach portocavalen Shunt-Operationen, Leberzerfallskoma (schwere Vergiftungen z.B. Knollenblätterpilz, Schwermetalle, Hepatitiden), Reye-Syndrom, Enzymdefekte im Harnstoffzyklus

Störfaktoren
Gerinnung, Hämolyse, zu lange Probenverwahrzeit, längere Venenstauung: falsch erhöhte Werte

Einflußfaktoren
Starke Muskelarbeit: erhöhte Werte

Literatur

J.C.Q. Guillén et al., Diagnostic methods in hepatic encephalopathy
Clin. Chim. Acta 365 , 1 (2006)
J. Albrecht et al., Glutamine: A Trojan Horse in Ammonia Neurotoxicity
Hepatology 44 , 788 (2006)
A. Mas,Hepatic encephalopathy: from pathophysiology to treatment.
Digestion 73 Suppl 1, 86 (2006)

Grumm   2011-08-02 17:49:36 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie