Basophile, % der Leukozyten

Parameter

BezeichnungBasophile, % der Leukozyten
KürzelBasorel  EB
MnemonicBasorelEB
MaterialEDTA-Blut (EB)
Einheit%
MethodeDurchflußzytometrie (zytometrisch)
KategorienHämatologie
   Leukozytendifferenzierung

Beschreibung

Allgemein
Basophile, eosinophile und neutrophile Granulozyten haben eine gemeinsame Stammzelle. Stammzellen können unter dem Einfluss von Zytokinen z.B. IL-3, IL-5 und G-CSF zum basophilen Granulozyten ausdifferenzieren. Die Lebensdauer eines Basophilen beträgt ca. 7 Tage. Pro µl Blut finden sich bis zu 200 basophile Granulozyten (ca. 2% der Leukozyten) im peripheren Blut. Die Granula der Basophilen enthalten Histamin, Chondroitinsulfat und Heparin. An der Zelloberfläche exprimieren Basophile Rezeptoren für den Fc-Anteil von IgE. Nach Antigenbindung erfolgt eine anaphylaktoide Degranulation mit Freisetzung von Histamin, Proteasen und anderer Mediatoren (z.B. Prastaglandin-D2, Leukotrien C4) mit konsekutiver Gefäßpermeabilitätserhöhung und Ödembildung. Basophile und Mastzellen bilden eine funktionelle Einheit, beide exprimieren CD40L und induzieren in Plasmazellen die IgE-Synthese. Die Anzahl der Granula in den einzelnen Granulozyten kann bei Urtikaria, beim anaphylaktischen Schock, während der postprandialen Hyperlipidämie, bei myeloproliferativen und myelodysplastischen Erkrankungen vermindert sein.
Basophile spielen zusammen mit Mastzellen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Parasiten.

Indikation
Diagnostik und Verlaufskontrolle von hämatologischen und malignen Erkrankungen, von Leukozytosen und Leukopenien, von entzündlichen, infektiösen, toxischen und allergischen Blutbildveränderungen, Überwachung einer immunsuppressiven oder zytostatischen Therapie

Abnahmebedingungen
EDTA-Blut

erhöhte Werte
Eine Erhöhung der Basophilen gemeinsam mit den Eosinophilen findet man bei chronischer myeloischer Leukämie und bei Polycythämie oder ideopathischer Myelofibrose.
Bei behandelter CML kann die Basophilie letztes Hinweiszeichen auf die Erkrankung sein. Bei CML ist eine zunehmende Basophilie ein Hinweis auf eine Akzeleration der Erkrankung. Erkrankungen mit erhöhten Lipidkonzentrationen im Blut (Diabetes mellitus, Nephropathien, Myxödem) zeigen oft Basophilie.
Allergische Entzündung, Colitis ulcerosa, juveniler rheumatoide Arthritis

erniedrigte Werte
Keine diagnostische Bedeutung,
in der akuten Phase einer allergischen Reaktionen, nach Strahlentherapie und auch
bei Glucocorticoiden in hoher Konzentration,
Hyperthyreoidismus, bzw. Therapie mit Schiddrüsenhormon,
Zum Zeitpunkt der Ovulation wird ein Abfall der Basophilen auf 50 % der Vorwerte (mehrere Tage vor der Ovulation) beobachtet.

Literatur

R. Herklotz et al., Referenzbereiche in der Hämatologie.
Therapeut. Umschau 63 , 5 (2006)
Bainton D.F. Morphology of neutrophils, eosinophils and basophils. in Lichtman M.A. et al. Williams hematology. 7th edition, McGraw-Hill medical publishing division, 2006, pp 831

Grumm   2011-08-02 17:49:45 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie