Eosinophile, % der Leukozyten

Parameter

BezeichnungEosinophile, % der Leukozyten
KürzelEosrel  EB
MnemonicEosrelEB
MaterialEDTA-Blut (EB)
Einheit%
MethodeDurchflußzytometrie
KategorienHämatologie
   Leukozytendifferenzierung

Beschreibung

Allgemein
Eosinophile Granulozyten sind wie die Neutrophilen zur Chemotaxis befähigt und scheinen in erster Linie der direkten Bekämpfung von Parasiten zu dienen. Eosinophile besitzen Rezeptoren für IgG und IgE, für Komplement und Histamin und spielen bei der Dämpfung hyperergischer Reaktionen eine Rolle, indem sie Histamin neutralisieren und die Degranulation von Basophilen und Mastzellen blockieren.
Die Granula der Eosinophilen enthalten Peroxidase und lysosomale Enzyme. Mehr als die Hälfte des Proteins der Granula macht das Major basic Protein aus. Es ist zytotoxisch für Parasiten und normale Säugetierzellen und induziert die Freisetzung von Histamin aus Basophilen und Mastzellen.
In den Granula befindet sich weiterhin Eosinophiles Kationisches Protein, das die Bildung von transmembran-Poren und Membranschäden verursacht.

Indikation
Diagnostik und Verlaufskontrolle von hämatologischen und malignen Erkrankungen, von Leukozytosen und Leukopenien, von entzündlichen, infektiösen, toxischen und allergischen Blutbildveränderungen, Überwachung einer immunsuppressiven oder zytostatischen Therapie

Abnahmebedingungen
EDTA-Blut

erhöhte Werte
Allergischen Erkrankungen (z.B. Asthma bronchiale, Urtikaria, angioneurotisches Ödem, Pollinosis, allergische Vaskulitis),
CML, M. Hodgkin, Non-Hodgkin-Lymphomen, metastasierenden Karzinomen,
Parasitenbefall, typisch bei Trichinose, Askariasis, Ankylostomiasis, Strongyloides, Fasciola hepatica, Echinokokkus und vielen tropischen Wurminfektionen,
Infektionen im Stadium der beginnenden Ausheilung (pathophysiologisch liegt der reaktiven Eosinophilie ein Shift von TH1 auf TH2-Antwort mit T-Zell-vermittelter IL-5 Produktion zugrunde).
Scharlach, Masern und Erythema infectiosum gehen in der Inkubationszeit mit Eosinophilie einher. Bei Gonorrhoe, Lepra und Ruhr findet man Eosinophilie häufig. Weitere Erkrankungen, die mit Eosinophilie einhergehen: Nebennierenrindeninsuffizienz, Kollagenosen, Vasculitiden (systemisch nekrotisierende Vasculitis, allergische Angiitis), Churg-Strauss-Syndrom, rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes visceralis, Sclerodermie, Sjögren-Syndrom, eosinophiles Granulom

erniedrigte Werte
In der ersten Phase einer akuten Infektionserkrankung; Erkrankungen, die mit vermehrter Ausschüttung von ACTH oder Nebennierenrindenhormonen einhergehen z.B. M. Cushing;

Einflußfaktoren
Eosinophile zeigen eine Tag- Nacht-Rhythmik, nachts werden 30 % höhere Werte als am Tag gemessen.
Kortisontherapie kann zur Eosinopenie führen.

Literatur

R. Herklotz et al., Referenzbereiche in der Hämatologie.
Therapeut. Umschau 63 , 5 (2006)
S. Fletcher et al., Diagnosis and treatment of hypereosinophilic syndromes.
Curr Opin Hematol. 14 , 37 (2007)
A. Tefferi et al., Eosinophilia: secondary, clonal and idiopathic.
Br J Haematol. 30 , 468 (2006)
J. Gotlib et al., Eosinophilic disorders: molecular pathogenesis, new classification, and modern therapy.
Best Pract Res Clin Haematol. 19 , 535 (2006)
R. Lotfi et al., Eosinophilic granulocytes and damage-associated molecular pattern molecules (DAMPs): role in the inflammatory response within tumors.
J Immunother. 30 , 16 (2007)

Grumm   2011-08-02 17:50:13 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie