Erythrozyten

Parameter

BezeichnungErythrozyten
KürzelEry        UR
MnemonicEryUR
MaterialSpontanurin (UR)
Einheit/µl
Methodemikroskopisch/reflektrometrisch (Teststreifen)
KategorienNieren- / Urindiagnostik
Proteinurie-Diagnostik

Beschreibung

Allgemein
Erythrozyten- und Hämoglobinnachweis im Urin sind frühe Indikatoren von Erkrankungen der Nieren. Der Nachweis von Hämoglobin korreliert häufigt mit dem Nachweis von Erythrozyten, das muss aber nicht immer der Fall sein. Lyse der Erythrozyten im Urin resultiert im negativen Nachweis im Mikroskop bei positivem Hämoglobinnachweis mit dem Teststreifen.
Erythrozyten im Urin werden im Rahmen des Untersuchungsablaufes zuerst mit dem Teststreifen untersucht. Nur Proben, die mit dem Teststreifen auf einem der Felder Leukozyten, Nitrit, Erythrozyten, Protein ein positives Resultat erbringen, werden noch im Mikroskop betrachtet.
Die mikroskopische Untersuchung ist semiquantitativ und unterscheidet folgende Bereiche
0 - 5 /µl
6 - 10 /µl
11 - 20 /µl
21 - 30 /µl
31 - 50 /µl
> 50 /µl

Indikation
Glomerulonephritis, Steine in den ableitenden Harnwegen

Abnahmebedingungen
Säuberung des äußeren Genitalbereichs, dann Mittelstrahlurin gewinnen

erhöhte Werte
Glomerulonephritis, Pyelonephritis, Tumore, Zysten, Steinleiden

Störfaktoren
Fehlende Säuberung des äußeren Genitalbereich vor Probenentnahme ist der häufigste präanalytische Fehler.
Zu lange Probenverwahrzeit: falsch negative Befunde in der mikroskopischen Untersuchung
Proteinurie (über 5 g/l): falsch negative Befunde
Myoglobin kann mit dem Teststreifen nicht von Hämoglobin unterschieden werden.

Einflußfaktoren
Polyurie oder ungenügende Harnproduktion beeinflussen das Meßergebnis.

Literatur

R.P. Wüthrich et al., Der rote Urin - wie weiter?
Therap. Umschau 63 , 595 (2006)
A. Pasch, Urindiagnostik bei Nephrolithiasis Interpretation und therapeutische Konsequenzen
Therap. Umschau 63 , 569 (2006)
C.G. Pan, Evaluation of gross hematuria.
Pediatr Clin North Am. 53 , 401 (2006)

Grumm   2011-08-02 17:50:14 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie