Granulations-Index

Parameter

BezeichnungGranulations-Index
KürzelGI-Index
MnemonicGIEB
MaterialEDTA-Blut (EB)
Einheit---
MethodeDurchflußzytometrie

Referenzwerte


Beschreibung

Allgemein
Der Granulationsindex (GI-Index) kann als Screeningmethode für ein Myelodysplastisches Syndrom (MDS), bzw. für die Quantifizierung der Toxischen Granulierung eingesetzt werden.
MDS: normozytische oder makrozytische Anämien sind oft die einzigen Anzeichen bei einem MDS, nur ein Drittel aller Patienten weist eine Thrombopenie auf, ca. 40% der Patienten sind bei Erstdiagnose neutropen, die Dysplasiezeichen im Blutausstrich sind bloss semiquantitativ beurteilbar.

Durch die Messung der Granularität der Neutrophilen Granulozyten im Streulicht eines Durchflusszytometriegerätes, kann der Granulierungsgrad (GI-Index) quantifiziert werden. Ein GI-Index von 1 entspricht einer Standardabweichung.
Negative Werte korrelieren mit eine Hypogranulierung, deutlich positive Werte mit einer Hypergranulierung (toxischen Granulierung) der Neutrophilen Granulozyten.

Bei V.a. MDS, dem Vorliegen einer isolierten Anämie und einem GI-Index < -1 liegt der NPV bei 97% für eine MDS Diagnose (siehe Roux et al.).

Die sog. Toxische Granulierung insbesondere bei Sepsis korreliert mit deutlich positiven GI-Index Werten (siehe Zimmermann et al.).

Indikation
Verdacht auf MDS (5q minus Syndrom, RA, RAEB, RARS, RCMD, RCMD-RS)
Verdacht auf SIRS/Sepsis zur Quantifizierung der toxischen Granulierung
Verdacht auf Medikamten-Nebenwirkung mit toxischer Granulierung

Störfaktoren
keine

Literatur

Roux G. et al., IJLH 2010; 32: 237 ff.
Furundarena J.R. et al., IJLH 2010; 32: 360 ff.
Zimmermann M. et al., IJLH 6/2011; Epub ahead of print

Grumm   2011-08-02 17:50:28 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie