Saquinavir

Parameter

BezeichnungSaquinavir
KürzelSQV        SE
MnemonicP_SQVSE
Material()
Einheitng/ml
MethodeHPLC
KategorienDrogenscreening, Medikamente, Toxikologie

Referenzwerte

bis 120 Jahr(e)250 - 500 ng/ml

Beschreibung

Allgemein
Saquinavir ist ein Protease-Inhibitor. Zur Behandlung einer HIV-Infektion stehen derzeit unterschiedliche Arten von Medikamenten zur Verfügung. Man unterscheidet je nach Angriffspunkt der Substanz in den Vermehrungszyklus des Virus zwischen Reverse-Transkriptase-Hemmern (RT-Hemmern), Protease Hemmern (Pis), Fusionshemmern (FI) und Integrase-Hemmern. Die RT-Hemmer werden zusätzlich in nukleosidale (NRTls) und nicht-nukleosidale (NNRTls) eingeteilt. Die NRTls sind chemisch leicht veränderte Nukleoside die von dem Enzym Reverse Transkriptase anstelle von natürlichen Nukleotiden in die Virus-DNA eingebaut werden und einen Kettenabbruch verursachen. Die NNRTls wirken anders: sie blockieren das Enzym direkt. Beide Substanzklassen verhindern, dass neue Virus-DNA gebildet wird und hemmen auf diese Weise die Vermehrung des Virus. Die Pis blockieren die viruseigene Protease, das Enzym, das für die Bildung der Proteinhüllen der in der infizierten Zelle neu produzierten Viruskopien entscheidend ist. Die neu produzierte Virus-RNA kann so nicht zu einem fertigen Virus weiterverarbeitet werden und die Neubildung der Viren wird verhindert. Die neueste Substanzklasse sind die Fusionsinhibitoren, die bereits ein Eindringen des Virus in die Zelle blockieren. Die Integrase-Hemmer unterbinden den Einbau der Virus-RNA in den Zellkern der Wirtszelle.

Indikation
Die NNRTls und die Pis zeigen eine hohe Korrelation zwischen Plasmaspiegel und Wirksamkeit des Medikaments. So erhöht eine suboptimale Konzentration der Wirkstoffe im Plasma signifikant das Risiko eines Therapieversagens durch Resistenzbildung des Virus. Kreuzresistenzen der Medikamente können so bewirken, dass schnell keine wirksame Therapie mehr zur Verfügung steht. Zu hohe Plasmaspiegel können unnötige Nebenwirkungen hervorrufen bzw. die vorhandenen Nebenwirkungen verstärken. Die Folge ist eine Verschlechterung der Lebensqualität des Patienten was wiederum dessen Compliance beeinträchtigen kann. Ein weiterer Aspekt der die Bedeutung von TDM hervorhebt ist, dass die Plasmaspiegel der antiviralen Medikamente stark von anderen Medikamenten beeinflusst werden können. So senkt z.B. Rifampicin, ein Mittel gegen Tuberkulose, den Plasmaspiegel von Efavirenz um ca. 25% ab. Da HIV-Patienten häufig Prophylaxen gegen opportunistische Infektionen erhalten, ist ein genaues TDM lebenswichtig um ggf. rechtzeitig auf eine medikamenten-induzierte Veränderung des Plasmaspiegels reagieren zu können. Insbesondere Efavirenz und Lopinavir haben ein ausgeprägtes Interaktionspotential in Bezug auf pharmakokinetische Veränderungen bei Komedikation mit anderen Arzneimitteln. Die induzierenden und hemmenden Einflüsse auf Cytochrom P-450 Enzyme haben große Bedeutung.

Abnahmebedingungen
Die Bestimmung von erfolgt aus Serum oder EDTA-Plasma. Die Abnahmen erfolgen im Allgemeinen im steady state, unmittelbar vor der Gabe des Medikaments (Talspiegel)

erhöhte Werte
Compliance, Arzneimittelinteraktionen, Leberfunktionsstörungen, Abnahmefehler

erniedrigte Werte
Compliance, Arzneimittelinteraktionen, Abnahmefehler

Störfaktoren
nalytisch: teilweise Komedikationen, stark hämolytische, ikterische oder lipämische Proben

Einflußfaktoren
Leberfunktion, Komedikationen

Literatur

Fachinformation Invirase, Roche, Stand März 2010

Grumm   2011-08-02 17:51:22 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie