Sultiam

Parameter

BezeichnungSultiam
KürzelSULT       SE
MnemonicP_SULTSE
Material()
Einheitµg/ml
MethodeHPLC
KategorienDrogenscreening, Medikamente, Toxikologie

Referenzwerte

bis 120 Jahr(e)0,5 - 12,5 µg/ml

Beschreibung

Allgemein
Sultiam gehört in die Gruppe der Carboanhydrase-Hemmer und zeigt eine antikonvulsive Wirkung im Elektrokrampftest (Ratte und Maus) und im Krampftest mit Pentamethylentetrazol (Maus). Die Pharmakokinetik von Sultiam wurde
nicht systematisch in den verschiedenen Abschnitten des Kindes- und Jugendalters
untersucht.Nach oraler Gabe wird Sultiam rasch und vollständig, bevorzugt aus dem oberen Dünndarmabschnitt, resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden nach 1 ,5 Stunden gemessen. Verteilung, Plasmaproteinbindung: Im Plasma ist der Wirkstoff zu etwa 29 % an Proteine gebunden.Metabolisierung, Elimination: Die Ausscheidung erfolgt zu 80 bis 90 % mit dem Urin, zu 10 bis 20 % nach biliärer Sekretion mit den Faeces. Innerhalb von 24 Stunden wurden 32 % der eingenommenen Dosis unverändert über die Nieren ausgeschieden. Anwendungsgebiete Sultiam: Zur Alternativ-Behandlung der Rolando-Epilepsie, wenn die Behandlung mit anderen Antiepileptika erfolglos war

Indikation
Eine Reihe von Gründen belegt die Notwendigkeit der regelmäßigen Routinekontrolle der Antiepileptikaspiegel im Patientenserum:
1. Überprüfung und Sicherung der regelmäßigen Einnahme durch den Patienten (Compliance).
2. Gewährleistung der Einhaltung des Therapeutischen Bereichs. Da es sich bei der Behandlung von Epilepsie in der Regel um eine lebenslange Dauermedikation handelt, sollten Dosierungen mit Serumspiegeln, die mit starken Nebenwirkungen oder gar toxischen Folgen verbunden sind, ver-mieden werden. Eine Therapieresistenz des Patienten kann dagegen auch an einem zu niedrigen Antiepileptikaspiegel im Blut liegen. Der Therapeutische Bereich bezieht sich im Allgemeinen auf Blutspiegelwert unmittelbar vor der Gabe der nächsten Dosis (Talspiegel).
3. Zusätzliche Erkrankungen zur Epilepsie oder weitere verabreichte Medikamente können den Antiepileptikaspiegel aus dem therapeutisch gewünschten Bereich verschieben. Auch Funktions-störungen von Leber und Nieren haben großen Einfluss auf die Spiegel der Medikamente im Blut.

Abnahmebedingungen
Die Bestimmung von erfolgt aus Serum oder EDTA-Plasma. Die Abnahmen erfolgen im Allgemeinen im steady state, unmittelbar vor der Gabe des Medikaments (Talspiegel)

erhöhte Werte
Compliance, Arzneimittelinteraktionen, Nierenfunktionsstörungen, Abnahmefehler

erniedrigte Werte
Compliance, Arzneimittelinteraktionen, Abnahmefehler

Störfaktoren
Analytisch: teilweise Komedikationen, stark hämolytische, ikterische oder lipämische Proben

Einflußfaktoren
Nierenfunktion, Komedikationen

Literatur

Fachinformation Ospolot, Desitin, Stand der Information November 2008
Arbeitsvorschrift für die HPLC-Bestimmung von Antiepileptika, Chromsystems GmbH
GTFCH - TIAFT reference blood level list of therapeutic and toxic substances 2004, aktualisiert April 2005

Grumm   2011-08-02 17:51:26 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie