Primidon

Parameter

BezeichnungPrimidon
KürzelPRIM       SE
MnemonicP_PRIMSE
Material()
Einheitµg/ml
MethodeHPLC
KategorienDrogenscreening, Medikamente, Toxikologie

Referenzwerte

bis 120 Jahr(e)5,0 - 12,0 µg/ml

Beschreibung

Allgemein
Primidon ist ein Desoxybarbiturat und besitzt wie seine Metaboliten Phenobarbital und Phenylethylmalonamid (PEMA) antikonvulsive Wirkungen. Der Wirkungsmechanismus der antikonvulsiven Eigenwirkung ist noch nicht vollständig geklärt; es wird eine Hyperpolarisation der Membranen angenommen. Neurophysiologisch hat Primidon im Gegensatz zu Phenobarbital keinen Effekt auf die postsynaptische Wirkung/ postsynaptische Hemmung von GABA. Neurochemisch verändert Primidon die Gehirnkonzentration und den Stoffwechsel von GABA nicht. Nach oraler Gabe wird Primidon rasch resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden nach oraler Gabe von Primidon nach 3 Stunden (Bereich 0,5 - 9 Stunden), von PEMA nach 7 - 8 Stunden und von Phenobarbital erst nach 2 - 4 Tagen bei fortgesetzter Behandlung erreicht.
Verteilung, Plasmaproteinbindung

Indikation
Die regelmäßige Kontrolle der Blutkonzentration der Antiepileptika ist ein bedeutender Bestandteil der Therapieführung bei der Epilepsiebehandlung geworden. Eine Reihe von Gründen belegt die Notwendigkeit der regelmäßigen Routinekontrolle der Antiepileptikaspiegel im Patientenserum:
1. Überprüfung und Sicherung der regelmäßigen Einnahme durch den Patienten (Compliance).
2. Gewährleistung der Einhaltung des Therapeutischen Bereichs. Da es sich bei der Behandlung von Epilepsie in der Regel um eine lebenslange Dauermedikation handelt, sollten Dosierungen mit Serumspiegeln, die mit starken Nebenwirkungen oder gar toxischen Folgen verbunden sind, ver-mieden werden. Eine Therapieresistenz des Patienten kann dagegen auch an einem zu niedrigen Antiepileptikaspiegel im Blut liegen. Der Therapeutische Bereich bezieht sich im Allgemeinen auf Blutspiegelwert unmittelbar vor der Gabe der nächsten Dosis (Talspiegel).
3. Zusätzliche Erkrankungen zur Epilepsie oder weitere verabreichte Medikamente können den Antiepileptikaspiegel aus dem therapeutisch gewünschten Bereich verschieben. Auch Funktions-störungen von Leber und Nieren haben großen Einfluss auf die Spiegel der Medikamente im Blut.

Abnahmebedingungen
Die Bestimmung von erfolgt aus Serum oder EDTA-Plasma. Die Abnahmen erfolgen im Allgemeinen im steady state, unmittelbar vor der Gabe des Medikaments (Talspiegel)

erhöhte Werte
Compliance, Arzneimittelinteraktionen, Leberfunktionsstörungen, Abnahmefehler

erniedrigte Werte
Compliance, Arzneimittelinteraktionen, Abnahmefehler

Störfaktoren
Analytisch: teilweise Komedikationen, stark hämolytische, ikterische oder lipämische Proben

Einflußfaktoren
Leberfunktion, Komedikationen

Literatur

Fachinformation Liskantin, Desitin Pharma, Stand November 2008
GTFCH - TIAFT reference blood level list of therapeutic and toxic substances 2004, aktualisiert April 2005

Grumm   2011-08-02 17:51:13 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie