FSAP (Marburg 1) 1601g>a (PCR, RFLP)

Parameter

BezeichnungFSAP (Marburg 1) 1601g>a (PCR, RFLP)
KürzelFSAP Gen   EB
MnemonicFSAPEB
MaterialEDTA-Blut (EB)
Einheit---
MethodePCR, RFLP
KategorienMolekulare Risikodiagnostik
Thrombophilie-Diagnostik

Beschreibung

Allgemein
Pathobiochemie und Klinische Bedeutung:
Die Faktor VII - activating protease (FSAP) besitzt zwei Rollen innerhalb der sekundären Hämostase. Zum Einen stellt sie einen Gewebefaktor unabhängigen Weg der Faktor VII Aktivierung dar, zum Anderen aktiviert sie Prourokinase und trägt so zur Fibrinolyse bei.
Beim Vorliegen (5% Prävalenz in Europa) des Marburg I Polymorphismus (g1601a, G534E) ist die fibrinolytische Kapazität von FSAP stark eingeschränkt, wohingegen die Aktivierung des FVII noch ungehindert vorhanden ist.
Die Odds-Ratio liegt bei 3.5 für eine TVT bei heterozygoten Allelträgern. Studien konnten einen Anstieg des kardiovaskulären Risikos belegen, rückführbar auf eine verstärkte Neointimaproliferation bei Vorliegen des E-Allels. Als unabhängiger Risikofaktor mit einer odds ratio von 6.6 konnte das E-Allel als Marker bei progressiver Carotisstenose beschrieben werden.

Indikation
Zur Einschätzung des Risikos venöser Thrombosen (TVT, LAE)
Zur Einschätzung des Risikos bei Herzinfarkt
Zur Einschätzung des Blutungsrisikos bei Patienten mit Carotisstenose
Wir empfehlen zur weiteren Abklärung einer genetischen Prädisposition zur Thrombophilie auch weitere Parameter der erweiterten Thrombophiliediagnostik zu untersuchen.

Abnahmebedingungen
Probenmaterial: EDTA-Blut (Sondermaterial nach Rücksprache)
Analysenfrequenz: wöchentlich
Befundübermittlung: innerhalb 1 Woche (in dringenden Fällen nach Rücksprache)
Anforderungsformular: Konsiliarbeleg

Störfaktoren
Keine

Literatur

Tag CG, Mengsteab S, Kanse SM, Weiskirchen R.
Rapid genotyping of the G534E polymorphism (Marburg I) of the gene encoding the factor VII-activating protease (FSAP) by LightCycler PCR. Clin Biochem. 2007 May 26
Sedding D. et al.,
The G534E polymorphism of the gene encoding the factor VII?activating protease is associated with cardiovascular risk due to increased neointima formation. J Exp Med. 2006; 203 (13): 2801-7
B. Hoppe et al.,
Gene polymorphisms implicated in influencing susceptibility to venous and arterial thromboembolism: frequency distribution in a healthy German population. Thromb Haemost. 96 , 465 (2006)
Willeit J. et al.,
Marburg I polymorphism of factor VII--activating protease: a prominent risk predictor of carotid stenosis. Circulation. 2003; 107(5): 667-70

Grumm   2011-08-02 17:50:23 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie