CCR5 delta 32 (PCR, AFLP)

Parameter

BezeichnungCCR5 delta 32 (PCR, AFLP)
KürzelCCR5Gen    EB
MnemonicCCR5GenEB
MaterialEDTA-Blut (EB)
Einheit---
MethodePCR
KategorienMolekulare Risikodiagnostik
   Infektionsdiagnostik
Infektionsdiagnostik
   Molekulare Risikodiagnostik

Beschreibung

Allgemein
Der Chemokinrezeptor 5 (CCR5) ist ein G-Protein-gekoppelter Rezeptor, der in Verbindung mit seinen Liganden, den beta-Chemokinen, an der Chemotaxis der Leukozyten beteiligt ist. Des Weiteren vermittelt CCR5 die Aufnahme des makrophagentropischenen Stamms (M-tropic strain) von HIV-1 in die Zielzelle, der zu Beginn der Infektion bzw. der Übertragung des Virus eine wichtige Rolle spielt.
Die Deletion von 32 Basenpaaren im CCR5-Gen (CCR5?32) führt zu einem verkürzten Protein, das nicht mehr an der Zelloberfläche exprimiert wird. Das Virus kann somit nicht mehr an diesen Rezeptor binden und nicht mehr über diesen Weg aufgenommen werden. Patienten mit homozygoter Deletion ?32 sind äußerst resistent gegenüber einer Infektion mit HIV-1 bei wiederholter Exposition. Weltweit wurde jedoch ein Fall einer HIV-1-Infektion bei nachgewiesener homozygoter Deletion beschrieben. Heterozygote Träger besitzen eine partielle Resistenz, und / oder zeigen einen verlangsamten Verlauf der Erkrankung. Die Allelfrequenz liegt mit ca. 10% - 15% in der kaukasischen Bevölkerung weit höher als bei der asiatischen oder afrikanischen Bevölkerung.

Indikation
HIV-Infektion
Hochrisiko-Exponierte

Abnahmebedingungen
EDTA-Blut (EB)
Analysenfrequenz: nach Rücksprache
Befundübermittlung: innerhalb 1 Woche (in dringenden Fällen nach Rücksprache)
Anforderungsformular: Konsiliarbeleg

Störfaktoren
keine

Literatur

Martinson JJ, Chapman NH, Rees DC, Liu YT, Clegg JB. Global distribution of the CCR5 gene 32-basepair deletion.
Nat Genet. 1997 May;16(1):100-3.
Y. Becker, The Molecular Mechanism of Human Resistance to HIV-1 Infection in Persistently Infected Individuals-A Review, Hypothesis and Implications.
Virus Genes 31 , 113 (2005)
J.C. Burns et al., Genetic variations in the receptor-ligand pair CCR5 and CCL3L1 are important determinants of susceptibility to Kawasaki disease.
J Infect Dis. 192 , 344 (2005)
B. Rodes et al., Differences in disease progression in a cohort of long-term non-rogressors after more than 16 years of HIV-1 infection.
AIDS. 18 , 1109 (2004)
Libert F et al., The deltaccr5 mutation conferring protection against HIV-1 in Caucasian populations has a single and recent origin in Northeastern Europe.
Hum Mol Genet. 1998 Mar;7(3):399-406.

Grumm   2011-08-02 17:49:54 Charité - Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie