Strategiefelder

Für die Umsetzung ihrer Vision formuliert die Charité Strategieziele in sechs Strategiefeldern. Das zentrale Strategiefeld ist die Entwicklung der Medizin der Zukunft. Dieses wird durch Aktivitäten in drei Strategiefeldern aus den Kernaufgabenbereichen der Universitätsmedizin getragen. Die wesentlichen Voraussetzungen für die strategische Weiterentwicklung werden in zwei ermöglichenden Strategiefeldern geschaffen.

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Die sechs Strategiefelder der Charité 2030

  • Die Grafik zeigt in der Mitte vier beschriftete Kreise mit Pfeilen, die aufeinander verweisen. Darunter ein beschriftetes Rechteck. Mittlerer Kreis: Medizin der Zukunft, oberer Kreis: Gesundheitsversorgung an der Charité, rechter Kreis: Menschen und Bildung an der Charité, linker Kreis: Innovation und Forschung an der Charité. Im darunter liegenden Rechteck steht: Standorte, Infrastruktur und Wirschaftlichkeit sowie Interne Transformation. Oben rechts in der Grafik drei Rechtecke übereinander als Legende zu den Kreisen. Oben: Zentrales Strategiefeld (bezieht sich auf den mittleren Kreis), darunter: Tragende Strategiefelder (bezieht sich auf die drei umgebenden Kreise), darunter: Ermöglichende Strategiefelder (bezieht sich auf das Rechteck unter den Kreisen).

    Abbildung: die sechs Strategiefelder der Charité 2030. Bild /

Medizin der Zukunft

  • Referenzpunkt zu Unmet Medical Needs: Die Charité setzt sich zum Ziel, Versorgungslücken stärker und systematischer als heute zu vermessen und zu einer nachvollziehbaren und transparenten Bewertung von Diagnostik und Therapie beizutragen.
  • Fokus auf fächerübergreifende Ansätze: Es ist das Ziel der Charité,  interdisziplinäre und systemische Ansätze sowohl in der Wissenschaft als auch in der Versorgung von Patientinnen und Patienten weiter zu entwickeln.
  • Gesundheit als aktiver Prozess der Anpassung und Prävention: Die Charité zielt darauf ab, der Bevölkerung individuell wirksame Prävention und Therapien anzubieten und durch das frühzeitige Erkennen, Verhindern oder spezifische Behandeln von Krankheiten langfristig die Lebensspanne und Lebensqualität zu erhöhen.
  • Nutzenorientierte medizinische Behandlung als Leitmotiv: Die Charité setzt sich zum Ziel, in der kommenden Dekade zu Versorgungsformen beizutragen, in denen die Qualität der medizinischen Behandlung im Mittelpunkt steht und vergütet wird.

Gesundheitsversorgung

  • Profilierung durch eine zukunftsfähige Medizinstrategie: Mit der Medizinstrategie werden die Grundlagen gelegt, um den Berlinerinnen und Berlinern einen breiten Zugang zu den künftigen Entwicklungen der Medizin auf internationalem Spitzenniveau anzubieten.
  • Digitalisierte Universitätsmedizin als zukunftsweisende Aufgabe: Die Charité strebt an, bis 2030 alle Abläufe in der Gesundheitsversorgung und der Administration durchgängig und vollständig digital zu unterstützen und die Chancen der Verfügbarkeit von digitalisierten Daten in der Medizin umfassend und datenschutzkonform zu nutzen. Damit setzt sich die Charité auch zum Ziel, die Digitalisierung der Medizin in Deutschland maßgeblich mitzugestalten.
  • Etablierung der Charité als Impulsgeberin eines innovativen Versorgungsnetzwerks: Der Umbau der Charité von einem Großkrankenhaus mit drei Standorten zum Kern eines Versorgungsnetzwerks birgt  ein großes Entwicklungspotential. Das Ziel ist eine größere Reichweite von qualitätsgeprüfter und innovativer Versorgung als Hebel für eine international sichtbarere Forschungsstärke.

Innovation und Forschung

  • Translation als zentrales Merkmal der Charité: Auf Basis ihrer einmaligen Struktur mit dem Berlin Institute of Health (BIH) als dritter Säule neben der Forschung und der Gesundheitsversorgung wird Translation zu einem zentralen Merkmal der Charité. Sie etabliert damit einen Kristallisationskern für das translationale Ökosystem der Wissenschafts- und Gesundheitsregion Berlin und verfolgt das Ziel, gemeinsam mit ihren Partnern eine treibende Kraft bei der Überführung wissenschaftlicher Erkenntnis in innovative Diagnostik und Therapie in Europa zu werden.
  • Systematische Gestaltung und Förderung von Forschungsfeldern: Die Charité verfolgt das Ziel, in 2030 ein deutlich erkennbares Forschungsprofil auszuweisen. Dafür werden strategische Forschungsfelder durch einen strukturierten Prozess definiert.
  • Verantwortungsvolle Wissenschaft als Basis nachhaltiger Innovation: Nur eine robuste und verantwortungsvolle Wissenschaft, die möglichst unabhängig von anderen Anreizen dem Erkenntnisgewinn und der Translation in die medizinische Praxis verpflichtet ist, kann erfolgreich bestehen. Daher setzt sich die Charité zum Ziel, das Vertrauen in die Wissenschaft langfristig zu stärken, und verfolgt dafür folgende Handlungsprinzipien:

    • Robuste und vertrauenswürdige Ergebnisse
    • Transparente und relevante Forschung
    • Ethische Abwägung

Menschen und Bildung

  • Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Entwicklungsmöglichkeiten: Die Charité ist ein Anziehungspunkt für begabte Menschen mit sehr verschiedenen Hintergründen. Es ist das Ziel der Charité, Menschen in ihrer Vielfalt zu unterstützen und Chancengerechtigkeit, Diversität und Inklusion umzusetzen. Vier Ziele werden damit verbunden:

    • Kontinuierliche Stärkung der Mitarbeitenden für ihre Aufgaben in Forschung, Lehre, Versorgung und Verwaltung.
    • Diversität als Stärke und Qualitätsmerkmal
    • Gleichberechtigung und die Vereinbarkeit von Beruf und familiären Aufgaben.
    • Systematische Angebote zur individuellen Weiterentwicklung.

  • Wissenschaftsorientierung und Personalentwicklung an der Charité: Das wesentliche Differenzierungsmerkmal der Personalentwicklungsstrategie der Charité ist die Etablierung einer starken Wissenschaftskultur. Die Charité versteht Wissenschaft als berufsgruppenübergreifende, interdisziplinäre Teamarbeit. In dieser kennt und versteht jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter die eigene Arbeit als Beitrag zur Suche nach neuen Erkenntnissen und Innovationen für die Gesunderhaltung und Heilung von Patient*innen – und wird in dieser Aufgabe stetig gestärkt. Diese Zielsetzung wird in drei Unterzielen verfolgt:

    • Etablierung einer Wissenschaftskultur in allen Bereichen zur Förderung von Engagement, Neugier, Kreativität, einer konstruktiven Fehlerkultur sowie intellektuellen und interkulturellen Austausch auf allen Ebenen
    • Gewinnung und Bindung von qualifiziertem Personal durch ein vielfältiges Ausbildungsprogramm, agile Fortbildungsstrukturen und gute Arbeitsbedingungen sowie lebensphasenorientierte Karriereoptionen
    • Die Weiterentwicklung von Karrierewegen wie dem Clinician Scientist Programm Karrierewege oder dem Laufbahnkonzept in der Pflege und die Erstellung von integrativen Konzepten, die eine interprofessionelle Zusammenarbeit fördern

  • Ausbildung für die Medizin der Zukunft: Berufsbilder und Kompetenzen der Studierenden und Auszubildenden müssen sich an der Medizin der Zukunft ausrichten. Die Charité setzt sich zum Ziel, weiterhin eine führende Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer Lehrmethoden und Lehrinhalte einzunehmen. Daraus leiten sich die folgenden Ziele ab:

    • Interprofessionalität durch die Akademisierung der Gesundheitsfachberufe
    • Vorbereitung auf digitalisierte Medizin und Interdisziplinarität
    • Übernahme neuer Aufgaben in der Gesundheitsfürsorge

Standorte, Infrastruktur und Wirtschaftlichkeit

Die Abbildung ist eine Planzeichnung, die die künftige Entwicklung der Baukörper auf dem Campus Benjamin Franklin zeigt. Bestehende und neue Gebäude sind in unterschiedlichen Farben gekennzeichnet.
Planung Campus Benjamin Franklin
Die Abbildung ist eine Planzeichnung, die die künftige Entwicklung der Baukörper auf dem Campus Charité Mitte zeigt. Bestehende und neue Gebäude sind in unterschiedlichen Farben gekennzeichnet.
Planung Campus Charité Mitte
Die Abbildung ist eine Planzeichnung, die die künftige Entwicklung der Baukörper auf dem Campus Virchow-Klinikum zeigt. Bestehende und neue Gebäude sind in unterschiedlichen Farben gekennzeichnet.
Planung Campus Virchow-Klinikum

Die Charité entwickelt für jeden ihrer klinischen Standorte in Berlin ein eigenes, differenzierendes Profil. Jedes dieser Profile fügt sich in das Gesamtkonzept zur Realisierung der strategischen Ziele der Charité ein. Jeder Standort ist weiterhin ein Maximalversorger. Diese Profilierung bildet die Basis für die gezielte bauliche Weiterentwicklung der Standorte. Exzellente inhaltliche Entwicklungsfelder werden mit neuen baulichen Strukturen verschränkt. Zusammen mit der Modernisierung der IT-Infrastruktur und kooperativen Strukturen wird die Grundlage für eine langfristig wirtschaftlich gesunde Organisation gelegt.

  • Wirtschaftlichkeit und Investitionen: Die Charité strebt dauerhaft ausgeglichene, wirtschaftliche Betriebsergebnisse an. Dieses Ziel verfolgt die Charité primär nicht über kurzfristige Kostensenkungsmaßnahmen, sondern über den gezielten Ausbau und die Förderung ihrer Stärken. Obgleich der Charité in den letzten Jahren durch das Land Berlin und auch durch den Bund spürbar höhere Investitionsvolumen gewährt worden sind, decken die verfügbaren Investitionsmittel bei weitem nicht die definierten Bedarfe. Die Charité sieht sich daher in der Verantwortung, um weitere Investitionszuweisungen der Öffentlichen Hand zu werben.
  • Ökologisch nachhaltige Infrastruktur: Für die Weiterentwicklung ihrer Infrastruktur verfolgt die Charité das Ziel, ihren Energiehaushalt, den Wasserverbrauch und das Abfallmanagement weitgehend ökologisch nachhaltig auszurichten. Im Gesamtergebnis zielt die Charité darauf ab, ihre CO2-Emissionen in den kommenden 15 Jahren deutlich zu reduzieren.
  • Modernisierung ihrer IT-Infrastruktur: Eine moderne und gut ausgestattete IT-Infrastruktur bildet die Voraussetzung für das Erreichen vieler strategischer Ziele. Dafür setzt die Charité auf drei Ziele:

    • Konzeption einer Digitalisierungsstrategie 2030
    • Dauerhafte Investition in Informationstechnologie
    • Aufbau von Kompetenzen intern und im Netzwerk mit Industriepartnern

Interne Transformation

Die Charité bekennt sich zum Integrationsmodell und strebt auch künftig ein wirtschaftlich ausgeglichenes bilanzielles Ergebnis an. Um das Zielbild 2030 zu erreichen, legt die Charité ein besonderes Augenmerk auf den internen Transformationsprozess. Dieser beinhaltet, Organisations- und Steuerungsmechanismen neu auszugestalten und die Rolle als Gesprächspartnerin für Politik und Gesellschaft auszubauen. Zudem strebt die Charité an, ihre Kommunikation zu verbessern und ihre Marke weiterzuentwickeln. Die Kultur an der Charité soll von Wertschätzung, Kooperation und Eigenverantwortung geprägt sein. 

  • Prinzipien für die Weiterentwicklung der Organisation: Das Integrationsmodell ermöglicht es, Forschung, Lehre und Krankenversorgung auf gemeinsame strategische Ziele festzulegen und damit einen langfristigen Mehrwert für das Wissenschafts- und Gesundheitssystem zu generieren.
  • Organisations- und Steuerungsmechanismen: Es ist das Ziel der Charité, die Gestaltungselemente des administrativen Handelns -die Ausgestaltung der Organisationsstrukturen, der Ablaufprozesse und der Steuerungsmechanismen- sowie die Ausprägung der Führungskultur an den Anforderungen der kommenden Dekade auszurichten. 
  • Gesprächspartnerin für Politik und Gesellschaft: Die Charité verfolgt das Ziel, Gesprächspartnerin für gesundheits- und wissenschaftspolitische Entscheiderinnen und Entscheider in Politik und Gesellschaft zu sein. 
  • Schnittpunkt an horizontaler und vertikaler Vernetzung: Durch die Positionierung in der Gesundheitsversorgung und der Forschung kann sich die Charité entlang einer klinischen und einer wissenschaftlichen Achse vernetzen und damit Spitzeneinrichtungen der Wissenschaft die Möglichkeiten einer integrierten und innovativen Gesundheitsregion eröffnen.
  • Marke und Kommunikation: Mit einer konsistenten Strategie soll die Marke der Charité auf Vision und Zielbild – Wir denken Gesundheit neu (Rethinking Health) – ausgerichtet werden.                                                                                                                                                    
  • Organisationskultur: Die Charité strebt eine Kultur der Zusammenarbeit an, die von Wertschätzung, Kooperation und Eigenverantwortung geprägt ist.