Charite AF: ARD/Xiomara Bender

Die zweite Staffel der Charité-Serie

Die lange und bewegte Geschichte der Charité wird in verschiedenen Ausstellungen und einer fiktiven Unterhaltungs-ARD-Serie behandelt. Am 19. Februar 2019 startete die zweite Staffel der Serie »Charité«.

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Sechs Folgen zum Universitätsklinikum zur Zeit des Zweiten Weltkrieges

Nach dem großen Erfolg der ersten TV-Staffel starteten im Februar 2019 sechs weitere Folgen zur Geschichte der Charité. Auch dieses Mal entstand aus mehreren Handlungssträngen, historischen und fiktiven Personen sowie emotionalen Geschichten eine Momentaufnahme des Mikrokosmos Krankenhaus.

Es sind die dunkelsten Stunden – für Deutschland und auch für die Charité. Es ist das Jahr 1943. An der Charité lehrt, forscht und arbeitet Prof. Dr. Ferdinand Sauerbruch, einer der bedeutendsten Chirurgen des vergangenen Jahrhunderts. Begrüßt er anfangs zusammen mit anderen Hochschullehrern den Nationalsozialismus, wandelt sich seine Position im Laufe der Zeit – so stellt es zumindest die TV-Serie dar. Die Gründe liegen nicht nur bei den vermehrt eingelieferten Kriegsopfern in die Charité, sondern auch in dem Einfluss der Rassenideologie auf den Alltag im Krankenhaus. Die Handlung erstreckt sich bis zum Ende des Krieges 1945. In diesem Zeitraum wird der einst linientreue Mediziner immer häufiger mit Situationen konfrontiert, die ihn schwanken lassen. Er versorgt Männer aus dem Widerstand, sperrt sich gegen Deportationen und versucht, mit einer geheimen Operation einen Säugling zu retten, dem ein schlimmes Schicksal droht: Verwendung zu Impfversuchen oder gar der Euthanasietod.

Folge 1 - Heimatschuss (19. Februar, 20:15 Uhr ARD)

© Charite AF: ARD/Xiomara Bender
© Charite AF: ARD/Xiomara Bender

Berlin, 1943: Kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes besteht die Medizinstudentin Anni Waldhausen (Mala Emde) ihr Examen beim berühmten Chirurgen Ferdinand Sauerbruch (Ulrich Noethen). Prüfungspatient ist der junge Soldat Lohmann (Ludwig Simon), dessen zerschossenen Oberschenkel Sauerbruch dank einer besonderen Operationstechnik retten kann. Sogar die Wochenschau filmt. Alle werden Zeugen von Sauerbruchs großer Kunst – und von seinem cholerischen Temperament, vor dem auch seine 30 Jahre jüngere Ehefrau und Assistentin Margot (Luise Wolfram) nicht sicher ist.

Anni und ihr Mann Artur, Oberarzt der Kinderklinik, gelten als arisches Vorzeigepaar: jung, gesund und systemkonform. Artur ist vom Wehrdienst freigestellt, denn er betreibt kriegswichtige Forschung. Dass seine Probanden behinderte Kinder, sogenannte „Reichsausschusskinder“, sind, verschweigt Artur gegenüber Anni.

Ihr Leben wird kompliziert, als Annis jüngerer Bruder Otto (Jannik Schümann) zu ihnen in die Dienstwohnung zieht. Der junge Fähnrich ist vorübergehend von der Front heimgekehrt, um in der Studentenkompanie der Charité sein Medizinstudium abzuschließen. Seine traumatischen Kriegserfahrungen verbirgt er hinter seinem unbekümmerten Auftreten. Otto wird als Famulant der Chirurgie zugeteilt und ist dort bald beliebt. Er gewinnt das Herz der jungen NS-Schwester Christel (Frida-Lovisa Hamann). Auch der kriegsversehrte Pfleger Martin (Jacob Matschenz), der als ehemaliger Soldat als einziger hinter Ottos lustige Fassade blickt, freundet sich mit ihm an. Anni selbst will bis zur Geburt an ihrer Doktorarbeit über die Selbstverstümmelung von Soldaten arbeiten. Ihr Doktorvater ist der Nazifunktionär und Chef der Psychiatrie, Max de Crinis (Lukas Miko). Er vermutet, dass der frisch operierte Soldat Lohmann sich seinen „Heimatschuss“ selbst beigebracht haben könnte. Er erzwingt trotz Sauerbruchs Widerstand, dass er zusammen mit Anni im Auftrag der Wehrmacht Lohmann begutachten kann.

Als sich bei Lohmanns Befragung die Schlinge um dessen Hals immer enger zieht und ihm ein Verfahren wegen Wehrkraftzersetzung droht, macht Otto eine Falschaussage, um den früheren Kameraden zu entlasten. Trotzdem wird Lohmann angeklagt. Otto gibt Anni, die das unbarmherzige Vorgehen ihres Doktorvaters nicht infrage stellt, Mitschuld daran. Ihr heftiger Streit darüber endet jäh, weil bei Anni die Wehen einsetzen. Sie verliert massiv Blut. Mutter und Kind sind in Gefahr.

Folge 2 - Schwere Geburt (19. Februar, 20:15 Uhr ARD)

Berlin, 1943: Weil Prof. Stoeckel (Bernd Birkhahn) eine prominente Patientin versorgen musste – Magda Goebbels (Katharina Heyer) mit einer Fehlgeburt – kommt der Chef der Frauen klinik beinahe zu spät zu Anni in den Kreißsaal. Sie verblutet fast bei der Geburt und ihr lebloses Neugeborenes kann erst in letzter Minute reanimiert werden.

In  der  Chirurgie  rettet  Sauerbruch  in  einem  dramatischen  Eingriff das Leben eines Jungen, der beim Spielen von einem Blindgänger   schwer   verwundet   worden   ist.   Im   Eifer   des   Gefechts  merkt  Sauerbruch  erst  nach  der  OP,  dass  ihm  ein  Unbekannter  dabei  assistiert  hat:  Adolphe  Jung  (Hans  Löw)  aus  Straßburg.  Der  französische  Chirurg  ist  an  die  Charité  zwangsrekrutiert  worden.  Sauerbruch  ist  hocherfreut  über  den  qualifizierten  Kollegen.  Doch  sein  herzlicher  Empfang  kann  nicht  darüber  hinwegtäuschen,  dass  Dr.  Jung  unfrei-willig in Feindesland ist.
Schwester Christel findet ein Flugblatt der „Weißen Rose“ in der Jackentasche des noch in Narkose liegenden Jungen. Als Pfleger Martin das belastende Dokument zerreißt, muss Otto seinen  ganzen  Charme  aufbieten,  damit  Christel  darüber  keine  Meldung  macht.  Martin  erkennt  jetzt  in  Otto  einen  Verbündeten, der das NS-Regime ebenfalls ablehnt. Dennoch verbirgt er ein Geheimnis vor dem Freund. Als Otto ihn eines Abends beim Verlassen einer Polizeiwache beobachtet, leugnet der Pfleger später, jemals dort gewesen zu sein.

Nach  der  Entbindung  liegt  Anni  in  einem  Zimmer  mit  der  suizidgefährdeten Magda Goebbels. Befremdet realisiert die junge Mutter, dass die Goebbel’sche Vorzeigeehe in Wahrheit zerrüttet ist. Während Magdas Mann sich nicht blicken lässt, umsorgt Artur seine Frau und ihre kleine Tochter Karin liebevoll.  Der  frischgebackene  Vater  ist  überglücklich  und  macht  mit doppeltem Elan als linientreuer Oberarzt weiter Karriere in der Kinderklinik.

Als die ersten Luftangriffe Berlin erreichen, müssen die Patienten  nachts  in  die  Keller  gebracht  werden.  Dabei  löst  sich  bei dem frisch operierten Jungen eine Gefäßnaht. Dr. Jung konfrontiert Sauerbruch mit Berichten über Krankentötungen,  die  er  heimlich  im  „Feindsender“  BBC  gehört  hat.  Sauerbruch schließt solche Dinge für die Charité kategorisch aus.  Doch  auch  Margot  verlangt  von  ihrem  Mann,  sich  ein-deutiger zu positionieren, beispielsweise gegen medizinische Versuche an Häftlingen. Aber Sauerbruch hat andere Sorgen: Sein  Sohn  Peter  (Maximilian  Klas)  wird  mit  Gelbfieber  aus  Stalingrad  in  die  Charité  eingeliefert  und  bekommt  dort  Besuch  von  einem  engen  Freund:  Claus  Schenk  Graf  von  Stauffenberg (Pierre Kiwitt).

Als  Anni  und  die  kleine  Karin  entlassen  werden,  zeigt  Anni  ihrem  Mann  Artur,  was  sie  gerade  entdeckt  hat:  Das  Neugeborene  hat  offensichtlich  einen  erhöhten  Hirndruck. Bekommt ihr Kind einen Wasserkopf.

Folge 3 - Letzte Hoffnung (26. Februar, 20:15 Uhr ARD)

© Charite AF: ARD/Xiomara Bender

Berlin, 1943: Anni und Artur halten Karins Erkrankung geheim. Artur  punktiert  Karins  Köpfchen,  um  den  Hirndruck  zu  mindern.  Die    Eltern  hoffen,  damit  Karins  drohende  Behinderung  abzu wenden. Der heimliche Eingriff gelingt: Karins Kopf sieht unauffällig  aus  und  Anni  kann  erleichtert  ihren  Dienst  in  der  Müttersprechstunde aufnehmen.

Prof.  Bonhoeffer  (Thomas  Neumann),  de  Crinis'  Vorgänger,  bittet  seinen  alten  Freund  Sauerbruch  um  Hilfe.  Bonhoeffers  Sohn  Dietrich  und  sein  Schwiegersohn  Hans  von  Dohnanyi  (Max  von  Pufendorf),  die  im  Widerstand  aktiv  sind,  sind  verhaftet  worden.  Als  eine  Bombe  im  Gefängnis  einschlägt,  er-leidet  Dohnanyi  einen  Schlaganfall  und  kann  in  die  Charité  verlegt werden. Dort steht er unter Sauerbruchs Schutz. Doch der misstrauische de Crinis beauftragt Schwester Christel, ihm über Dohnanyi zu berichten. Er hält ihn für einen Simulanten und  ist  entschlossen,  ihn  mit  einem  Haftfähigkeitsgutachten  zurück ins Gefängnis zu bringen.

Karins  Hirndruck  steigt  wieder.  In  ihrer  Verzweiflung  wenden  sich Anni und Artur an Sauerbruch: Er soll einen lebensgefährlichen  Eingriff  wagen,  um  Karins  Behinderung  abzuwenden.  Die  Operation  erfolgt  unter  größtmöglicher  Geheimhaltung:  Nur Sauerbruch, Margot und Dr. Jung sind eingeweiht. Sauerbruch  ist  überfordert,  Dr.  Jung  muss  übernehmen.  Artur  verhindert, dass Karin nach dem Eingriff zu ihm in die Kinder klinik verlegt wird. Er hat gerade erst erlebt, wie sein Chef einem blinden Mädchen eine lebensrettende Operation verweigert hat.Otto,  der  in  der  Chirurgie  seine  frisch  operierte  Nichte  versorgt,  stellt  Anni  zur  Rede.  Er  hat  durchschaut,  warum  Karin  operiert  wurde  und  nicht  in  die  Kinderklinik  verlegt  werden  soll. Anni will nicht glauben, was Otto über das Schicksal von behinderten Kindern behauptet. Doch als sie heimlich die Protokolle  von  Arturs  Impfversuchen  liest,  muss  sie  erkennen,  dass alle seine Probanden behindert sind und viele nicht über-lebt  haben. Würde Artur dasselbe auch an Karin versuchen?Die  Freundschaft  zwischen  Pfleger  Martin  und  Otto  vertieft  sich. Doch als Otto sich und Martin eingesteht, dass er sich verliebt  hat,  weist  Martin  ihn  zurück.  Er  ist  wegen  Homosexualität  vorbestraft,  und  wenn  er  noch  einmal  erwischt  wird,  droht ihm KZ-Haft. Ihre Liebe darf nicht sein.

Folge 4 – Verschüttet (5. März 2019, 20:15 Uhr ARD)

© Charite AF: ARD/Xiomara Bender

Berlin, 1944: Der kleinen Karin geht es nach der Operation immer besser. Erleichtert nehmen Anni und Artur das Kind zu sich nach Hause. Angesichts Arturs Vaterliebe kommt das Paar sich wieder näher.

Dr. Jung und Margot beginnen, Sauerbruchs Sekretärin Maria Fritsch (Sarah Bauerett) zu misstrauen. Deren Geliebter Fritz Kolbe (Marek Harloff) ist hoher Beamter des Außenministeriums und täglich in Sauerbruchs Vorzimmer. Ist er ein Spitzel? Dr. Jung und Margot ertappen die beiden beim Fotografieren von Geheimdokumenten aus dem Außenministerium. Kolbe spioniert für die Amerikaner. Dr. Jung und Margot beschließen, ihn zu decken, ohne Sauerbruch einzuweihen.

Der Krieg rückt näher. In der Charité geht es drunter und drüber. Es werden immer mehr Bombenopfer eingeliefert, darunter auch eine Frau, die verschüttet war. Als sie hört, dass ihr Kind tot ist, verfällt sie in völlige Apathie. Als Fall von „Bombenhysterie“ wird sie Ottos Examenspatientin im Fach Psychiatrie. Otto besteht die Prüfung bei de Crinis – und muss erkennen, dass die Patientin als aussichtsloser Fall zur Euthanasie ab-transportiert werden soll. Anni glaubt Otto nicht – sie hält das für Feindpropaganda.

Sauerbruch kann trickreich verhindern, dass de Crinis ein Gutachten über Dohnanyis Haftfähigkeit abgibt. Doch als er mit Margot zu einem Vortrag in die Schweiz reist, nutzt de Crinis die Gunst der Stunde. Hilflos müssen Otto, Martin und Dr. Jung zusehen, wie der Gefangene von der NS-Justiz abtransportiert wird.

Otto bekommt seinen Marschbefehl. Nach dem Chirurgie-Examen muss er an die Front. Der Abschied von Martin naht. Das unglückliche und bedrohte Liebespaar trifft sich nur heimlich auf dem Dachboden. Doch Schwester Christel, die nach wie vor in Otto verliebt ist, entgehen die kleinen Zeichen der Verbundenheit nicht, die die beiden im Klinikalltag austauschen. Als die reglose Verschüttete aus der Psychiatrie abtransportiert werden soll, kann Anni das verhindern. In der Kinderstation liegt tatsächlich der Sohn der Frau. Als die Mutter ihr Kind im Bett liegen sieht, löst sich endlich die Erstarrung der Patientin.

Annis eigenes Schicksal spitzt sich zu, denn Karins Hirndruck steigt wieder. Kinderschwester Käthe meldet Arturs Chef den Befund. Der will Karin daraufhin in eine der berüchtigten „Kinderfachabteilungen“ verlegen lassen. Doch angesichts von Annis und Arturs Widerstand willigt er in einen letzten Therapieversuch ein. Vom Erfolg hängt Karins Schicksal ab.

Folge 5 – Im Untergrund (12. März 2019, 20:15 Uhr ARD)

© Charite AF: ARD/Xiomara Bender

Berlin, 1944: Die Charité wird mittlerweile immer wieder von Bomben getroffen. Die oberen Stockwerke der Chirurgie wer-den geräumt, operiert wird nur noch im völlig überfüllten, aber bomben sicheren OP-Bunker. Bettlägerige Patienten können mangels Personal bei Bombenalarm nicht mehr im Keller in Sicherheit gebracht werden.

Otto besteht sein Chirurgie-Examen bei Sauerbruch. Sein Prüfungspatient ist kein Geringerer als Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Dessen amputierte Hand soll durch eine Prothese, die berühmte „Sauerbruch-Hand“, ersetzt werden. Doch als Stauffenberg erfährt, dass die Behandlung Monate dauern wird, sagt er ab. Er hat andere Pläne. Sauerbruch stellt Stauffenberg und seinen Mitverschwörern seine Villa für konspirative Treffen zur Verfügung.

Karins Behandlung bleibt ohne Erfolg. Artur gibt jetzt dem Druck seines Chefs nach und will sein Kind ohne Annis Wissen in die „Kinderfachabteilung“ bringen lassen. Nur Schwester Käthe ist eingeweiht. Als Anni entdeckt, was Artur angeordnet hat, versteckt sie ihre Tochter auf dem Dachboden. Ihren Mann lässt sie im Glauben, sie habe sich mit Karins Abtransport abgefunden.

Otto muss nach bestandenem Examen an die Front. Er und Martin müssen verbergen, wie schwer ihnen die Trennung fällt. Bei Ottos Abschied gesteht Schwester Christel Otto ihre Liebe und will sich mit ihm verloben. Doch er weist sie brüsk zurück. Die tief verletzte Christel denunziert daraufhin Martin als homosexuellen Verführer bei der Polizei. Otto und Martin werden verhaftet. Otto lässt man laufen, doch Martin soll als Wiederholungstäter von de Crinis in der Psychiatrie begutachtet werden. Ihm droht „Entmannung“ oder KZ.

Nach seiner Freilassung desertiert Otto und will sich auf dem Klinikdachboden verstecken. Dort trifft er zu seiner Verblüffung auf Anni und Karin. Otto bietet an, das Kind zu betreuen, denn auch er muss untertauchen. Im Gegenzug soll Anni seinen Freund Martin bei de Crinis herauspauken. Dass Otto homosexuell ist, mag Anni erst nicht glauben. Doch aus Liebe zu ihrem Bruder erwirkt sie mit einer Lüge über den „Frauenhelden“ Martin tatsächlich dessen Freilassung aus der Psychiatrie. Nach dem Anschlag auf Hitler wird Sauerbruch als Gastgeber der Verschwörer abgeführt und verhört, sein Sohn Peter wird von der Front weg verhaftet.

Als Artur erfährt, dass Karin nie in der Kinderfachabteilung angekommen ist, stellt er Anni zur Rede. Doch sie verschweigt ihm, wo sie Karin versteckt hält.

Folge 6 – Stunde Null (19. März 2019, 20:15 Uhr ARD)

© Charite AF: ARD/Xiomara Bender

Berlin, 1945: Im OP-Bunker hört man bereits das Artilleriefeuer der Russen. Tag und Nacht werden verwundete Soldaten und Bomben opfer versorgt. Sauerbruch und seine Mitarbeiter operieren bis zur Erschöpfung – ohne Wasser, ohne Strom, ohne Medikamente und Verbandsmaterial.

Im Keller der Kinderklinik arbeiten Anni und Artur nebeneinander her. Als ein schwer brandverletzter jüdischer Junge ein-geliefert wird, der mit seinem Vater untergetaucht war, deckt Artur die Verfolgten. Und als Anni Lebensmittel für Karin und Otto stehlen will, hilft er ihr sogar.

Wer kann, verlässt Berlin. Spion Kolbe verabschiedet sich von seiner Geliebten Maria Fritsch. Sauerbruchs Sekretärin will ihren Chef und die Charité nicht im Stich lassen. Sauerbruch, Margot und sogar der Franzose Dr. Jung sind entschlossen, bis zum bitteren Ende für die Patienten da zu sein. De Crinis da-gegen trifft Vorkehrungen für die Stunde Null: Er verbrennt belastende Akten und hat Zyankali organisiert. Als Magda Goebbels sich verabschiedet, um mit ihren Kindern im Führerbunker in den Tod zu gehen, lässt das selbst den skrupellosen Psychiater nicht kalt.

Auf dem Charité-Gelände tobt jetzt der Endkampf. Fanatisierte Volkssturmjungen versuchen, die Russen aufzuhalten. Otto muss sich weiter auf dem Dachboden verstecken, Deserteure werden immer noch aufgeknüpft. Auf Karin muss er nicht länger aufpassen: Anni holt das Kind aus dem Versteck und bringt es in die Kinderklinik. Jetzt, wo das Kriegsende naht, wird niemand mehr die Kleine deportieren.

Artur ist überglücklich, Karin nach so langer Zeit in seine Arme schließen zu können. Er kümmert sich aufopfernd um seine Patienten, besorgt unter Lebensgefahr Trinkwasser. Nicht nur Anni ist berührt von Arturs ritterlichem Verhalten – auch der jüdische Vater. Er schenkt Artur dafür einen Judenstern, damit der ihn gegenüber den Russen als Antifaschist ausweist.

Die ersten Sowjetsoldaten dringen in den OP-Bunker ein. Panik macht sich breit, aber der Name Sauerbruch ist auch den Russen ein Begriff. Sie vertrauen ihm ihre verwundeten Kameraden an. Doch als Schwester Christel hasserfüllt mit dem Skalpell auf eine Russin losgeht, droht die Situation zu kippen. Otto, der vom Dachfenster aus dem Morden auf dem Klinikgelände hilflos zusehen muss, wird von einem Schuss getroffen. Martin findet den Verblutenden und schafft ihn unter Lebensgefahr in den OP-Bunker.

Der Krieg ist aus. Die Lage in der Klinik entspannt sich. Ärzte und Patienten sehen nach Wochen in Bunkern und Kellern zum ersten Mal wieder das Tageslicht. Erschöpft übergibt Sauerbruch die Klinik den Russen. Als Artur sich den Russen gegenüber als Jude ausgibt und darauf spekuliert, dass er als Vater eines behinderten Kindes der Strafverfolgung wegen seiner medizinischen Versuche entgehen wird, trifft Anni eine Entscheidung.


Fernsehserie "Charité" Staffel 1

Ende des 19. Jahrhunderts schreibt die Charité Medizingeschichte: Drei spätere Nobelpreisträger – Robert Koch, Emil von Behring und Paul Ehrlich arbeiten zusammen an der Charité. Es ist eine Epoche großartiger wissenschaftlicher Leistungen, aber auch eine Zeit mit politischen und gesellschaftlichen Problemen.

Dies lieferte den Filmstoff für eine sechsteilige Fernsehserie der ARD.

Es war ein großer Moment für die Charité – Universitätsmedizin Berlin: Zum ersten Mal zeigte das deutsche Fernsehen eine historische Krankenhausserie. Der Sechsteiler spielt in den Jahren um 1888, einer Zeit der bahnbrechenden medizinischen Forschung an der Charité und enormen gesellschaftlichen Umwälzungen. Wie haben Robert Koch, Emil von Behring und Paul Ehrlich geforscht, was hat sie angetrieben oder zurückgeworfen? 

Regisseur Sönke Wortmann hat die Drehbücher von Dorothee Schön und Dr. Sabine Thor-Wiedemann verfilmt. In den Hauptrollen spielen Alicia von Rittberg, Maximilian Meyer-Bretschneider, Justus von Dohnányi, Matthias Koeberlin, Christoph Bach, Ernst Stötzner, Emilia Schüle u.v.m. Das Erste zeigte „Charité" (UFA FICTION in Koproduktion mit MIA Film im Auftrag der ARD Gemeinschaftsredaktion Serien im Hauptabendprogramm und der ARD Degeto, unterstützt vom Tschechischen Staatsfonds der Kinematographie) in sechs Folgen im März 2017.

Fortsetzung folgt