Pressemitteilung

08.11.2013

Schnellere Diagnose bei einer Schwangerschaftsvergiftung

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Verbesserter Test kann unkompliziert Klarheit schaffen

Durch die Anwendung neuer Normbereiche bei einem Serumtest lässt sich eine Schwangerschaftsvergiftung jetzt mit einer größeren diagnostischen Sicherheit feststellen als bislang. Mütterliche und kindliche Komplikationen, die durch diese Erkrankung entstehen, können so vermieden werden. Dies berichten Wissenschaftler der CharitéUniversitätsmedizin Berlin in der aktuellen Ausgabe der medizinischen Fachzeitschrift Hypertension*. Das neue Verfahren wurde in Zusammenarbeit mit weiteren Studienzentren in Europa klinisch erprobt.

Die Schwangerschaftserkrankung Präeklampsie ist eine der Hauptursachen für mütterliche und kindliche Erkrankungen sowie für Sterblichkeit in der Schwangerschaft. Die Krankheit betrifft ca. jede 20. Schwangere und ist durch eine plötzliche Blutdruckerhöhung und Eiweißausscheidung gekennzeichnet. Bei einer Präeklampsie kommt es durch eine Störung im Mutterkuchen zu einem Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Faktoren der Blutgefäßneubildung (Angiogenese). Insbesondere das Verhältnis zwischen zwei in der Plazenta produzierten und im Blut zirkulierenden Proteinen, der löslichen fms-like Tyrosinkinase 1 (sFlt-1) und dem Wachstumsfaktor (PlGF), spielt eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung. Während das Protein sFlt-1 vermehrt gebildet und in das Blut der Mutter ausgeschüttet wird, ist die Produktion des Proteins PlGF verringert. Dies schädigt die Blutgefäße und trägt zu einer Erhöhung des Blutdrucks bei. Die Bestimmung des sFlt-1/PlGF-Quotienten im Blut der Mutter ist bereits automatisiert möglich und wird routinemäßig angewendet.

Die Arbeitsgruppe um Privatdozent Dr. Stefan Verlohren von der Klinik für Geburtsmedizin der Charité hat im Rahmen einer Multicenterstudie zusammen mit anderen europäischen Wissenschaftlern insgesamt 1149 Schwangere untersucht, von denen 234 unter einer Präeklampsie litten. Die Wissenschaftler zeigten, dass eine Präeklampsie dann akkurat diagnostiziert werden kann, wenn für die Berechnung des Quotienten an das Schwangerschaftsalter (Gestationsalter) angepasste Grenzwerte angewendet werden. Für den Erkrankungsbeginn vor der 34 SSW (frühe Präeklampsie) und nach der 34 SSW (später einsetzende Präeklampsie) wurden jeweils ein unterer und ein oberer Grenzwert definiert. So kann der sFlt-1/PlGF-Quotient beispielsweise eine früh einsetzende Präeklampsie mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent feststellen, wenn der untere Grenzwert des Quotienten 33 beträgt. Ein oberer Grenzwert von 85 ermöglicht die Diagnose einer früh einsetzenden Präeklampsie mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 0,5 Prozent. Für die spät einsetzende Präeklampsie betragen die Grenzwerte für den sFlt-1/PlGF-Quotienten 33 und 110 und erlauben eine Detektionsrate von 89,6 für den Grenzwert von 33 und eine Irrtumswahrscheinlichkeit von 4,5 Prozent für den Grenzbereich von 110.

„Das Problem der Präeklampsie ist neben einem raschen Erkrankungsbeginn eine oft unklare Symptomatik, die Schwangere und Ärzte oft gleichermaßen verunsichert. Die Folge sind oft unnötige stationäre Aufenthalte und eine aufwendige apparative Diagnostik. Durch die Anwendung der neuen Normbereiche kann nun bei klinischem Verdacht unkompliziert Klarheit geschaffen werden“, kommentiert PD Dr. Stefan Verlohren die Forschungsergebnisse.

*Verlohren S, Herraiz I, Lapaire O, Schlembach D, Zeisler H, Calda P, Sabria J, Markfeld-Erol F, Galindo A, Schoofs K, Denk B, Stepan H. New GestationalPhase-Specific Cutoff Values for the Use of the Soluble fms-Like Tyrosine Kinase-1/Placental Growth Factor Ratio as a Diagnostic Test for Preeclampsia. Hypertension. 2013 Oct 28. doi: 10.1161/​HYPERTENSIONAHA.113.01787

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Kontakt

Priv.-Doz. Dr. Stefan Verlohren
Klinik für Geburtsmedizin
Campus Virchow-Klinikum
CharitéUniversitätsmedizin Berlin 
t: +49 30 450 664 445



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