Pressemitteilung

29.08.2013

Macht Wassertrinken schlank?

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Ernährungswissenschaftler nehmen Volksweisheit unter die Lupe

Wer viel Wasser trinkt, nimmt ab. Dies ist eine weit verbreitete Annahme. Doch stimmt sie überhaupt? Dies hat jetzt ein  Forscherteam der Charité - Universitätsmedizin Berlin in einer umfassenden Meta-Studie untersucht. Dazu werteten die Wissenschaftler in Fachzeitschriften publizierte Studien aus, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Wasser und Gewichtsreduktion beschäftigen. Die Analyse der Studien zeigte, dass zwar nicht Wassertrinken allein, aber in Kombination mit einer Diät beim Abnehmen unterstützend wirken kann. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition* veröffentlicht.

Zahlreiche Diätprogramme aus nicht-wissenschaftlichen Zeitschriften und auf Internetseiten versprechen, dass viel Wassertrinken bei der Gewichtsabnahme hilft. Grund für diese Annahme ist vermutlich das schnelle Sättigungsgefühl, welches sich einstellt, wenn man vor einer Mahlzeit Wasser trinkt. Eine weitere Hypothese besagt, dass Wassertrinken den Energieverbrauch ankurbelt und somit den Grundumsatz steigert. „Obwohl in Diäten oft empfohlen wird, viel Wasser zu trinken, gibt es bisher dafür keine wissenschaftlich fundierte Empfehlung. Aufgrund der enormen Präsenz dieser Thematik ist es erstaunlich, dass bisher nur relativ wenige Studien den Zusammenhang  zwischen Körpergewicht und Wassertrinken untersucht haben“, sagt  Dr. Rebecca Muckelbauer, Ernährungswissenschaftlerin an der Berlin School of Public Health der Charité und Erstautorin der Studie.

Die Forscher durchsuchten vier internationale elektronische Datenbanken nach wissenschaftlichen Artikeln in den Sprachen Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch.  Von den knapp 5000 Referenzen erfüllten allerdings nur wenige die Einschlusskriterien. Die meisten Studien konnten die Wissenschaftler aufgrund mangelnder Qualität oder unpassender Inhalte nicht berücksichtigen. Letztendlich eigneten sich 13 Studien für eine detaillierte Analyse. Von diesen zeigten zwei Interventionsstudien und eine weitere Langzeitstudie, dass sich ein gesteigerter Wasserkonsum bei älteren Personengruppen positiv auf den Erfolg einer Diät auswirkte. Die Teilnehmer, die während einer Diät ungefähr einen Liter Wasser pro Tag zusätzlich tranken, nahmen  etwa ein bis zwei Kilogramm mehr ab als diejenigen Personen, die nur an dem Diätprogramm teilnahmen. Bei gesunden Erwachsenen, die sich nicht in einer Diät befanden, zeigte sich kein Zusammenhang mit dem Körpergewicht. Weitere sechs Querschnittsstudien, mit Teilnehmern verschiedener Gewichtsklassen, führten zu widersprüchlichen Resultaten.

Im Ergebnis lässt sich sagen: Wassertrinken kann nicht schaden, vorausgesetzt man leidet nicht an einer Herzschwäche oder an Problemen bei der Flüssigkeitsausscheidung. Und wer Wasser statt Saftschorlen oder Limonade trinkt, kann viele Kalorien sparen. Ob ein erhöhter Wasserkonsum darüber hinaus jedoch auch schlanker macht, muss wissenschaftlich noch gesichert werden.

* Muckelbauer, Rebecca; Sarganas, Giselle; Grüneis, Anke; Müller-Nordhorn, Jacqueline. 2013. Association between water consumption and body weight outcomes: a systematic review. In: The American Journal of Clinical Nutrition;98(2):282-99. doi: 10.3945/ajcn.112.055061.

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Öffnet externen Link im aktuellen FensterBerlin School of Public Health http://bsph.charite.de/en

Kontakt

Dr. Rebecca Muckelbauer
Berlin School of Public Health
Campus Virchow-Klinikum
t: +49 30 450 570 828



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