Pressemitteilung

24.10.2013

Macht Süßes vergesslich?

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Ein dauerhaft hoher Zuckergehalt im Blut geht mit schwächeren Gedächtnisleistungen einher

Menschen mit einem dauerhaft hohen Blutzuckerspiegel haben häufiger Gedächtnisprobleme als Menschen, deren Zuckergehalt im Blut niedriger ist. Dies zeigen jetzt Wissenschaftler der CharitéUniversitätsmedizin Berlin in einer Studie, die in der aktuellen Ausgabe der medizinischen Fachzeitschrift Neurology* veröffentlicht ist.

Das Team um Prof. Dr. Agnes Flöel, Oberärztin an der Klinik für Neurologie und Leiterin des Bereichs Kognitive Neurologie im NeuroCure Clinical Research Center, untersuchte die Gedächtnisleistungen von insgesamt 141 gesunden Probanden mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren. Anhand verschiedener Gedächtnistests prüften die Wissenschaftler die Merkfähigkeit der Teilnehmer und analysierten in Bluttests ihren Zuckerspiegel. Weiterhin wurden mithilfe der Kernspintomographie die Größe und die Struktur des Hippocampus, einer für Gedächtnisleistungen wichtigen Gehirnregion, berechnet.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel in den Gedächtnistests weitaus besser abschnitten. In einem der Tests mussten die Probanden beispielsweise eine Liste mit 15 Wörtern für 30 Minuten in Erinnerung behalten. Es zeigte sich, dass die Zunahme von nur 7 mmol/mol HbA1c, einem Langzeitmarker für Zucker im Blut, dazu führte, dass die Teilnehmer im Durchschnitt zwei Wörter weniger erinnerten. Außerdem ergab die Analyse der Kernspintomographie, dass auch der Hippocampus dieser Personen kleiner war und eine schlechtere Struktur aufwies als der von Probanden mit einem niedrigen Zuckerspiegel.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass es selbst für Menschen mit einem normalen Zuckerspiegel eine vielversprechende Strategie sein könnte, durch eine dauerhafte Senkung des Blutzuckerspiegels ihre Gedächtnisleistungen im Alter zu erhalten“, kommentiert Prof. Flöel ihre Studie. „Dies kann bei sonst gesunden Personen durch die Vermeidung von Übergewicht erreicht werden. Zusätzlich wirken sich eine mediterane Kost, also eine Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Fisch ist, sowie regelmäßige körperliche Aktivität positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. Allerdings sind für gesicherte Aussagen noch weiterführende Studien nötig.“

*Higher glucose levels associated with lower memory and reduced hippocampal microstructure. Lucia Kerti, A. Veronica Witte, Angela Winkler, Ulrike Grittner, Dan Rujescu and Agnes Flöel. Neurology. doi: 10.1212/01.wnl.0000435561.00234.ee; published ahead of print October 23, 2013

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Prof. Dr. Agnes Flöel
Klinik für Neurologie
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CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 560 284



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