Pressemitteilung

04.07.2013

Charité-Kompetenzzentrum für Bauchfellkrebs

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Neue Behandlung kombiniert Chirurgie und Chemotherapie

Die Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie an der CharitéUniversitätsmedizin Berlin ist jetzt von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) als Kompetenzzentrum für chirurgische Erkrankungen des Bauchfells zertifiziert worden. Die Klinik am Campus Charité Mitte setzt ein spezielles Behandlungsverfahren bei bösartigen Tumoren des Bauchfells ein. Lag die Lebenserwartung bei dieser sogenannten Peritonealkarzinose bisher bei unter einem Jahr, verbessert die neue Therapie die Heilungsaussichten erheblich. Bei etwa einem Drittel der betroffenen Patienten führt sie zu einer deutlichen Lebensverlängerung und in einzelnen Fällen sogar zu einer Heilung.

Ein Krebsbefall des Bauchfells, des sogenannten Peritoneums, weist immer auf ein fortgeschrittenes Krebsstadium hin. Eine Peritonealkarzinose entwickelt sich meist bei Tumorerkrankungen des Magens oder des Darms, die bereits in den Bauchraum und auf das Bauchfell gestreut haben. Oftmals ist eine klassische Chemotherapie hier nur begrenzt wirksam, da die Medikamente über die Blutgefäße verabreicht werden und so vor allem in gut durchblutete Organe gelangen. In der Bauchhöhle dagegen ist die Konzentration der sogenannten Zytostatika zu gering, um zu wirken.

Bei der neu entwickelten Kombinationstherapie werden zunächst die vom Tumor befallenen Teile der Organe und des Bauchfells chirurgisch entfernt. „Eine solche Resektion dauert nicht selten bis zu zwölf Stunden“, erklärt Prof. Beate Rau, die die Arbeitsgruppe Peritonealkarzinose an der Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie leitet. Noch im Operationssaal wird die Bauchhöhle dann 60 Minuten lang mit einer Chemotherapie-Lösung gespült, die auf 41 bis 43 Grad Celsius erwärmt ist. Da Krebszellen hohe Temperaturen weniger tolerieren als gesunde Zellen, verbessert diese sogenannte Hypertherme Intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC) die Wirkungsweise der Medikamente deutlich. Das Risiko eines Tumor-Rückfalls wird so reduziert. „Die kombinierte Therapie verbessert nicht nur die Heilungschancen der betroffenen Patienten. Sie schenkt ihnen auch ein Stück Lebensqualität“, sagt Prof. Rau.

Links

Öffnet externen Link im aktuellen FensterKlinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie

Öffnet externen Link im aktuellen FensterPeritonealkarzinose-Zentrum

Kontakt

Prof. Beate Rau
Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie
Campus Charité Mitte
t: +49 30 450 522 214



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