Pressemitteilung

08.12.2010

Charité eröffnet größte Isolierstation Deutschlands

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Zwanzig Betten für hoch ansteckende Patienten stehen bereit

Nach vierjähriger Bauzeit eröffnet die CharitéUniversitätsmedizin Berlin heute am Campus Virchow-Klinikum eine vollständig sanierte Isolierstation für Patientinnen und Patienten mit lebensgefährlichen und hoch ansteckenden Krankheiten. Mit 20 Betten ist sie die größte Sonderisolierstation Deutschlands. „Damit ist Berlin in der Lage, seltene und gleichzeitig sehr bedrohliche Krankheiten, die sich in heutiger Zeit schnell über die Welt verbreiten, entsprechend zu behandeln. Dies ist von großer Bedeutung für den vorsorgenden Gesundheitsschutz der Bevölkerung – auch in einem möglichen Katastrophenfall“, erklärte Katrin Lompscher, Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, bei der Eröffnungsveranstaltung.  „Wir sind dem Land dankbar für diese wichtige Investition, da die neue Sonderisolierstation eine optimale Versorgung der Erkrankten mit einem umfassenden Schutz für das Personal und die Bevölkerung verbindet“, ergänzte Prof. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité. Dies sei vor allem wichtig im Hinblick auf den Ausbau des Airport Berlin Brandenburg International. Die Erfahrungen in Frankfurt zeigten, dass mit dem Umfang des Luftverkehrs das Risiko für den Import gefährlicher Krankheiten deutlich ansteige.

Insgesamt förderte das Land Berlin den Umbau mit 11,35 Millionen Euro. Dafür wurden im Quarantänebereich ein Labor und ein Operationssaal eingerichtet. Die Abschottung nach außen entspricht höchsten technischen Ansprüchen: „Vier Unterdruckstufen verhindern, dass verunreinigte Luft gegen den Luftstrom in Bereiche gelangt, wo sich Personal ungeschützt aufhält“, erläuterte Dr. Frank Bergmann, Ärztlicher Leiter der Station. „Hinzu kommen Hochleistungsfilter, die das Austreten von Erregern aus der Station unterbinden.“ Dr. Bergmann erinnerte daran, dass es 2003 allein durch die Isolierung Erkrankter gelungen sei, trotz weltweiter Verbreitung den Erreger der tödlichen Lungenkrankheit SARS wieder zurückzudrängen.

Spätestens zwei Stunden nach einem gemeldeten Infektionsfall ist die Sonderisolierstation  hundertprozentig einsatzfähig. Ebola, das Marburg-Virus-Fieber oder Lungenpest und andere lebensgefährliche Infektionskrankheiten können auf dieser Station mit modernster Medizintechnik behandelt werden. „Bei Vollauslastung benötigen wir etwa 200 hervorragend geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um die Versorgung, Hygiene, Technik und Logistik rund um die Uhr zu gewährleisten“, berichtete Dr. Bergmann. Im Normalbetrieb nimmt die Station Menschen mit leichteren Infektionen und Lungenerkrankungen auf. Dadurch hat das Personal Routine im Umgang mit den örtlichen Gegebenheiten und der vorhandenen Technik. Das Auftreten einer Seuche trainieren die Beschäftigten regelmäßig. Jeden Monat wird darüber hinaus die Technik des Hauses auf Herz und Nieren geprüft. „Diese Vorbereitungen auf den Ernstfall, Betriebsaufwendungen sowie Ersatzbeschaffungen kosten mehr als eine Million Euro im Jahr“, erklärte Dr. Bergmann.

Kontakt

Dr. Frank Bergmann
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie
Campus Virchow-Klinikum
t: +49 30 450 553 150



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