Pressemitteilung

18.06.2013

Berliner Institut für Gesundheitsforschung eröffnet

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Übertragung von Forschungsergebnissen in die Klinik stärken

Der Vorstand des neuen Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIG) – Berlin Institute of Health (BIH): Prof. Walter Rosenthal, Prof. Ernst Rietschel (Vorstandsvorsitzender), Prof. Karl Max Einhäupl und Prof. Annette Grüters-Kieslich (v.l.) Foto: David Ausserhofer, Copyright: BIG – BIH

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) – Berlin Institute of Health (BIH) ist am 18. Juni 2013 mit einem Festakt in Berlin eröffnet worden. An ihm haben Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka sowie die Berliner Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres teilgenommen. Im BIG – BIH bündeln das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, das zur Helmholtz-Gemeinschaft gehört, und die CharitéUniversitätsmedizin Berlin, eines der größten Universitätsklinika Europas, ihre Forschung.

Ziel ist, die Übertragung (Translation) von Forschungserkenntnissen in die Klinik zu stärken. Erstmals wird damit in Deutschland zugleich ein ganzheitlicher, systemmedizinischer Forschungsansatz verfolgt. Bund, Land und Helmholtz-Gemeinschaft stellen MDC und Charité für den Aufbau von BIG – BIH in den kommenden fünf Jahren rund 300 Millionen Euro zur Verfügung. Die Stifterin der Charité-Stiftung, Johanna Quandt, unterstützt das BIG – BIH zudem mit 40 Millionen Euro.

Prof. Johanna Wanka, die Bundesministerin für Bildung und Forschung, sagte auf dem Festakt: „Die Gründung des BIG ist ein wichtiger Schritt in der deutschen Gesundheitsforschung und ein Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitssystems. Ich erwarte von der neuen Einrichtung bahnbrechende Impulse für die Gesundheit der Menschen in unserem Land – und natürlich auch darüber hinaus.“

Ähnlich äußerte sich auch die Berliner Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres: „Ich freue mich, dass mit der vorgesehenen Kooperation ein Modell für die bessere Zusammenarbeit zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung gerade in Berlin entsteht. Von diesem Zentrum von Weltrang wird die Wissenschafts- und Wirtschaftsregion Berlin insgesamt stark profitieren. Ich bin sehr optimistisch, dass es mit dem BIG gelingen wird, Forschungspersönlichkeiten aus aller Welt zu gewinnen und jungen Forscherinnen und Forschern die Möglichkeit zu geben, sich erfolgreich zu entwickeln.“

Prof. Ernst Rietschel, ehemaliger Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, der vor kurzem vom Aufsichtsrat des BIG – BIH zum Vorstandsvorsitzenden des neuen Instituts berufen worden ist, umriss in seiner Rede die Zielsetzung der neuen Einrichtung: „Mit der Gründung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIG) – Berlin Institute of Health (BIH) wollen der Bund und das Land Berlin Impulse aus der Wissenschaft aufgreifen, um die translationale Forschung – die Übertragung von Forschungserkenntnissen in die Klinik – zu stärken. So werden MDC und Charité in dem neuen Institut ihre Grundlagen- bzw. klinische Forschung miteinander verbinden.“ Er verwies zudem darauf, dass mit dem Ort der Eröffnungsfeier, dem historischen Hörsaal des Langenbeck-Virchow-Hauses von 1915, an die große Tradition der medizinischen Forschung und Lehre in Berlin erinnert werde. Die Festrede hielt der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer Prof. Peter Scriba: „Universitätsmedizin in Nöten – und Berlin?“.

Neben Prof. Rietschel gehören dem Vorstand des BIG – BIH weiter an: Prof. Walter Rosenthal, Vorstandsvorsitzender und wissenschaftlicher Stiftungsvorstand des MDC, Prof. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité, und Prof. Annette Grüters-Kieslich, Dekanin der medizinischen Fakultät Charité.

Besonderheit von BIG – BIH: Translation und fächerübergreifende Systemmedizin
Prof. Rietschel wies in seiner Rede darauf hin, dass die Translation und die fächerübergreifende Systemmedizin das Besondere von BIG – BIH sind und sich gegenseitig bedingen. Das bedeutet, weg von einzelnen Krankheitsbildern hin zu den grundlegenden molekularen Ursachen von Krankheiten, um daraus neue Diagnoseverfahren, Therapien oder vorbeugende Maßnahmen zu entwickeln. Für die Forschung des BIG – BIH werden außerdem in den nächsten Jahren umfangreiche Technologieplattformen aufgebaut. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sein.

In den ersten beiden Jahren wird die Helmholtz-Gemeinschaft den Aufbau des neuen Instituts mit 12 Millionen Euro im Jahr 2013 und mit 26 Millionen Euro im Jahr 2014 finanzieren. Darin enthalten sind 2,5 Millionen Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Helmholtz-Präsidenten. Die Gelder werden am MDC verwaltet.

2015 wird BIG – BIH vom Land Berlin als Körperschaft des öffentlichen Rechts (KöR) errichtet. MDC und Charité werden voll rechtsfähige Gliedkörperschaften des BIG – BIH, behalten zugleich aber ihre Eigenständigkeit. Das heißt, auch die Grundfinanzierung von MDC und Charité bleibt erhalten. Für die Übergangsphase 2013-2014 regelt ein Kooperationsvertrag die Zusammenarbeit beider Einrichtungen im BIG – BIH.

Das neue Institut geht auf eine Initiative des Bundesforschungsministeriums vom vergangenen Jahr zurück. Der Eröffnung waren rund acht Monate intensiver Verhandlungen der Vertragspartner, die Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Land sowie des Gründungsvertrags und eine kürzlich erfolgte, positive internationale Begutachtung vorangegangen.


CharitéUniversitätsmedizin Berlin
Die Charité ist eine gemeinsame Einrichtung der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie zählt zu den größten Universitätsklinika Europas. Hier forschen, behandeln und lehren Ärzte und Wissenschaftler auf internationalem Spitzenniveau. Über die Hälfte der deutschen Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie stammt aus der Charité, unter ihnen Emil von Behring, Robert Koch und Paul Ehrlich. Unter allen medizinischen Fakultäten in Deutschland ist die Charité die Einrichtung mit dem höchsten Drittmittelaufkommen sowie Spitzenreiter bei der Forschungsförderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Dank zahlreicher Erfolge in der Exzellenzinitiative sowie bei anderen hochkompetitiven Forschungsförderverfahren der DFG, des Bundesforschungsministeriums sowie der EU verfügt die Charité über die meisten kooperativen Forschungsprojekte in der deutschen Universitätsmedizin. Weltweit wird das Universitätsklinikum als Ausbildungsstätte geschätzt. Die Charité verteilt sich auf vier Standorte: Campus Berlin-Buch, Campus Charité Mitte, Campus Virchow-Klinikum und Campus Benjamin Franklin. Zu ihnen gehören über 100 Kliniken und Institute, gebündelt in 17 CharitéCentren. Mit 13.000 Mitarbeitern erwirtschaftet die Charité mehr als eine Milliarde Euro Umsatz pro Jahr und ist damit einer der größten Arbeitgeber Berlins. Im Jahr 2010 konnte die Charité auf eine 300-jährige Geschichte zurückblicken.

MDC: Außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit internationalem Ruf

Das MDC ist eine von 18 Forschungseinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft und wird zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert. Es wurde 1992 auf Empfehlung des Wissenschaftsrats gegründet, um molekulare Grundlagenforschung mit klinischer Forschung zu verbinden. Herz-Kreislauf-Forschung und Stoffwechselerkrankungen, Krebs sowie Erkrankungen des Nervensystems und die Systembiologie sind die Forschungsschwerpunkte des MDC. Auf der Rangliste von Thomson Reuters steht das MDC auf Platz 14 der 20 weltweit besten Forschungseinrichtungen im Bereich der Molekularbiologie und Genetik. Am MDC arbeiten derzeit 1.652 Beschäftigte, darunter 502 Wissenschaftler sowie 361 Doktoranden aus 58 Ländern.

Charité und MDC
arbeiten schon seit vielen Jahren zusammen. 2007 gründeten sie auf dem Campus Berlin-Buch das Experimental and Clinical Research Center (ECRC). Sie fördern dort auf Projektbasis die Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschern und klinischen Forschern. Das MDC ist außerdem an drei der insgesamt sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung beteiligt, welche komplementär zum systemmedizinischen Ansatz des BIG – BIH krankheitsbezogen arbeiten. So ist es mit „Cardio Berlin“ gemeinsam mit der Charité und dem Deutschen Herzzentrum Berlin (DZHB) im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) vertreten. Darüber hinaus sind Wissenschaftler des MDC am Berliner Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) sowie des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) beteiligt.

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Kontakt

Manuela Zingl
Stellvertretende Pressesprecherin
Geschäftsbereich Unternehmenskommunikation
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 570 506

Barbara Bachtler
Leiterin Pressestelle
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
in der Helmholtz-Gemeinschaft
t: +49 30 9406 3896



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