Klinik und Hochschulambulanz für Radioonkologie und Strahlentherapie
Campus Benjamin Franklin

Intensitätsmodulierte Radiotherapie

Die intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) ist eine Weiterentwicklung der computergestützten dreidimensionalen Bestrahlungstechnik. Die auf dreidimensionale Datensätze basierende Bestrahlungsplanung basiert auf die Schnittbildgebung der Computertomographie. Im Unterschied zu der nach wie vor genutzten konventionellen 3D-Planung, bei der die Intensität der einzelnen Bestrahlungsfelder über die gesamte Feldfläche konstant ist, wird bei der IMRT jedes Feld in viele Subfelder unterschiedlicher Intensittät aufgeteilt. Die Summe aller Felder mit allen Subfeldern resultiert in einer dreidimensionalen Intensitätsmodulation im bestrahlten Volumen. Diese Modulation aus den verschiedenen Richtungen ermöglicht es komplexe Tumorformen konformaler (enger) und genauer zu bestrahlen und gleichzeitig umgebendes Gewebe besser zu schonen.



Dosisverteilung einer IMRT mit hoher Konformalität im Bereich des mit hoher Dosis zu bestrahlenden Enddarms und der Lymphabflüsse in den Leisten (Analkarzinom).



Technisch wird dies durch Metalllamellen ermöglicht, die unabhängig voneinander durch das Feld fahren. Somit sind manche Bereiche des gesamten Bestrahlungsfeldes kürzer geöffnet, manche länger. Dies resultiert in einem "Dosisgebirge".

Grundsätzlich wird technisch das Verfahren der Step and Shoot-Methode von der Sliding-Window-Technik unterschieden. Bei der ersten Technik fahren die Metalllamellen in eine bestimmte Position und geben eine Öffnung vor. Dieses Subsegment des Feldes wird dann bestrahlt. Danach fahren die Lamellen in die nächste Position um das nächste Subsegment frei zu geben und so weiter.
Bei der Sliding-Window-Technik fahren die Lamellen während kontinuierlicher Bestrahlung in unterschiedlichen Geschwindigkeiten durch das Bestrahlungsfeld. Beiden Methoden erfordern spezielle Bestrahlungsplanungsprogramme mit denen genau die Bewegung der Lamellen nach den anatomischen Vorgaben berechnet werden kann.

Die technisch modernste Art diese Modulation anzuwenden sind Rotationsbestrahlungen mit kontinuierlich erfolgender Intensitätsmodulation (Rapid Arc der Fa. Varian, Tomotherapy oder Volumetrc Arc der Fa. Elekta). Statt einzelner modulierter Bestrahlungsfelder wird zum Beispiel bei der Rapid Arc Bestrahlungstechnik mit nur einem oder zwei Bögen bestrahlt, was neben einer hochkonformalen Bestrahlung auch in einer wesentlich kürzeren Behandlungsdauer pro Tag resultiert.

In unserer Klinik sind mit allen 3 Linearbeschleunigern intensitätsmodulierte Bestrahlungen möglich. Zur Anwendung kommt ausschliesslich die Sliding-Window-Technik, die bei gleicher Präzision und Dosisrate eine schnellere Behandlung pro Feld ermöglicht. Seit dem Frühjahr 2011 bestrahlen wir auch in Rapid Arc Rotationstechnik.