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Arbeitsgruppe Schlafforschung & Klinische Chronobiologie Schlafforschung Schlaf beeinflußt die Maturation des Gehirns, kortikale Plastizität,
Gedächtniskonsolidierung, Lernprozesse, und entgegen früherer
Paradigmen auch die Koordination metabolischer Prozesse sowie die Integrität
der Immunfunktionen. Epidemiologische Zahlen zeigen 10-20 Prozent einer
Normalbevölkerung als behandlungsbedürftige Patienten mit schlafbezogenen
Störungen an. Davon sind circa drei Viertel neuropsychiatrisch bedingt.
Jede Störung eines ausreichend langen, gut koordinierten oder qualitativ
gut ausgeprägten Schlaf muß als potentiell negative Beeinflussung
der genannten Prozesse angesehen werden. Klinische Chronobiologie Die Erdrotation bedingt die verläßlichste, immer wiederkehrende Veränderung, die Einfluß auf die Natur nimmt: den täglichen Wechsel von Hell-Dunkel und den jährlichen Wechsel der Jahreszeiten. Das evolutionäre Ergebnis sind innere Uhren, die den vorhersehbaren Teil der täglichen Variation in der Physiologie treiben. Clock-Gene werden in fast jedem bisher untersuchten Gewebe exprimiert. Sie bestimmen Zeiten hoher und niedriger Rezeptorsensitivität, Genexpression, Hormonausschüttung oder Organaktivität unabhängig von Einflüssen wie beispielsweise Schlaf. Zur Aufrechterhaltung ihres synchronisiert wiederkehrenden Rhythmus erhalten sie einen zyklischen Input durch einen Schrittmacher, der in den Nuclei suprachiasmatici des Hypothalamus lokalisiert ist. Dessen rhythmischer Output wird wiederum täglich über nonvisuelle Photorezeptoren der Augen mit dem äußeren Hell-Dunkel Rhythmus synchronisiert. Der optimale Zeitpunkt eines qualitativ gut ausgeprägten und ausreichend langen Schlafes ist durch das circadiane System im Sinne eines circadianen Schlafdruckes vorbestimmt. Ist der circadiane Schlafdruck abgeschwächt (bei alten Menschen und besonders bei der Demenz) kommt es zu einem polyzyklischen Schlafmuster mit mehreren Schlaf- bzw Wachphasen pro 24 Stunden. Ist der Rhythmus verschoben, resultiert ein Abend- oder Morgentyp (Morgentief respektive Früherwachen). Kurzfristige Verschiebungen der Phase der inneren Uhr wie beim Jet-Lag führen zu Kopfschmerz, gastrointestinalen Beschwerden, kognitiven Einbussen, Befindlichkeitsstörungen und Schlafstörungen. Leben in einer "modernen Gesellschaft" bedingt häufig ein ständiges Verschieben des Rhythmus, woraus ein Dauer-Jet-Lag resultiert. Nachgewiesene Konsequenzen sind z.B. Schlafstörungen und eine erhöhte Mortalität und Morbidität für kardiale Erkrankungen. Schwerpunkte der Arbeitsgruppe in Bezug auf circadiane Rhythmusstörungen werden sein: Die Entwicklung neuer diagnostischer Methoden; die therapeutische Beeinflussung durch den gezielten Einsatz von z.B. Licht und Melatonin; die Erforschung gesundheitlicher Folgen von Schichtarbeit sowie Erarbeitung von Richtlinien zu deren Prävention. Bestehende Verbund-Projekte Unter der Leitung von Herrn Dr. Kunz plant die Arbeitsgruppe Chronobiologie der DGSM (Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin) ein Verbundprojekt zur Entwicklung und Validierung eines Circadian Sleep Propensity Index. Beteiligt sind bisher neun universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein solcher Index soll es ermöglichen, die Funktionalität des circadianen Systems aus der Routine-Polysomnographie abzuschätzen und circadiane Rhythmusstörungen zu objektivieren. Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, durch die Einführung dieses in der Praxis anwendbaren diagnostischen Mittels dem Gebiet der Klinischen Chronobiologie neue Impulse zu geben.
Ausgewählte Literatur der Arbeitsgruppe Kunz D, Mahlberg R, Müller C, Tilmann
A, Bes F. (2004) Kunz D (2004) Mahlberg R, Kunz D, Sutej I, Kühl KP,
Hellweg R. (2004) Danker-Hopfe H, Kunz D, Gruber G, Klösch
G, Lorenzo JL, Himanen SL, Kemp B, Penzel T, Röschke J, Dorn H, A
Schlögl A, Trenker A, Dorffner G. (2004) Kunz D, Mahlberg R (2004) Schmitz S, Heidenreich JO, Platzek I, Kunz
D, Mahlberg R, Wolf KJ. Mahlberg R, Tilmann A, Salewski L, Kunz D.
Kunz D, Bes F (2001) Klösch G, Kemp B, Penzel T, Schlögl
A, Rappelsberger P, Trenker E, Gruber G, Zeitlhofer J, Saletu B, Herrmann
WM, Himanen SL, Kunz D, Barbanoj M, Röschke J, Värri A, Dorffner
G (2001) Kunz D, Herrmann WM (2000) Kunz D, Bes F (1999) Kunz D, Schmitz S, Mahlberg R, Mohr A, Stöter
C, Wolf KJ, Herrmann WM (1999) Schlögl A, Kemp B, Penzel T, Kunz D,
Himanen SL, Värri A, Dorffner G, Pfurtscheller G (1999) Kunz D, Bes F, Schlattmann P, Herrmann WM
(1998) Kunz D, Bes F (1997)
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