Hinweise für Einsender
Neurochirurgisches Einsendegut & Tumorproben
Für eine Beurteilung von neurochirurgischem Einsendegut inkl. ZNS-Tumoren ist die Einsendung von Gewebe möglich
- in unfixiertem Zustand (Gewebe wird nach der Resektion in ein Kunststoffgefäß mit entsprechendem Patientenaufkleber gegeben und umgehend geliefert) oder
- in fixiertem Zustand (Gewebe wird sofort in gepuffertes 4%igem Formalin gegeben und anschließend geliefert).
Jede einzeln gewonnene Biopsieprobe sollte in separaten Kunststoffgefäßen an uns gesandt werden. Stereotaktisch gewonnene Gewebeproben sollten unfixiert oder Formalin-fixiert jeweils einzeln mit Angabe der Entfernung vom Zielpunkt eingesandt werden.
Auswärtig zugesandtes Tumorgewebe sollte in gepuffertem 4%igen Formalin in einem Kunststoffgefäß verschickt werden. Falls molekularbiologische Zusatzuntersuchungen erfolgen sollen, sollte das Gewebe vor Ort in flüssigem Stickstoff schockgefroren und anschließend auf Trockeneis an uns versandt werden. Zur Gewinnung von Referenz-DNA ist die Einsendung von ca. 3-5 ml Blut (EDTA- oder Citratröhrchen) notwenig.
Bei Fragen empfiehlt sich in jedem Fall die Rücksprache mit unseren ÄrztInnen und Ärzten vor dem Eingriff.
Muskelbiopsien
Was wird benötigt:
Die klinischen Befunde stellen für die neuropathologische Diagnosestellung bei Muskelbiopsien eine wichtige Grundlage dar. Daher bitten wir, uns zu jeder Biopsie einen kurzen Arztbrief zukommen zu lassen.
Welcher Muskel sollte biopsiert werden:
Es sollte nach Möglichkeit ein klinisch mittelgradig von der Erkrankung betroffener, jedoch nicht völlig atrophischer oder verfetteter Muskel biopsiert werden. Der zu biopsierende Muskel soll vor Biopsieentnahme nicht elektromyographisch untersucht worden sein (hier ist z.B. die kontralaterale Entnahme bei symmetrischem Befall empfohlen).
Wie sollte entnommen werden:
Ein ausreichen großes Bündel längsverlaufender Muskelfasern wird an den Längsseiten stumpf gelöst. Danach werden 2 Fäden im Abstand von etwa 1,5 cm unter dem gelösten Bündel durchgezogen und mit diesem an einem aufgelegten Holzstäbchen (sterilisierter Zahnstocher) von etwa 2 cm Länge durch 2 Ligaturen fixiert. Danach erfolgt die scharfe Durchtrennung des Muskelbündels.
Was sollte bedacht werden:
Wenn klinischerseits vertretbar, sollte die Biopsie immer vor einer Kortikoidtherapie durchgeführt werden.
Bei Verdacht auf Kollagenose/Systemerkrankungen/Vaskulitis sollten zusätzlich zum Muskel auch Haut mit anhängendem Unterhautfettgewebe und der Faszie entnommen werden.
Wie soll die Biopsie versendet werden?
Das Muskelbiopsat soll uns zügig auf einem feuchten (nicht nassen) 0.9% NaCl getränkten Tupfer (feuchte Kammer) ohne weitere Flüssigkeit in einem Kunststoffgefäß z.B. per Kurier zugesandt werden. Die notwendige weitere Fixierungen und Aufarbeitung erfolgt im Labor des Instituts für Neuropathologie.
Nervenbiopsien
Was wird benötigt:
Die klinischen Befunde stellen für die neuropathologische Diagnosestellung bei Nervenbiopsien eine wichtige Grundlage dar. Daher bitten wir, uns zu jeder Biopsie einen kurzen Arztbrief zukommen zu lassen.
Was sollte bedacht werden:
Diagnostisch besonders vielversprechend kann die kombinierte Nerv - Muskelbiopsie sein, da sie den Vergleich zwischen motorischem und sensorischem System ermöglicht und die Wahrscheinlichkeit einer spezifischen Diagnosezuordnung erhöht.
Wie sollte entnommen werden:
Der Nervus suralis empfielt sich für eine Biospie. Er wird proximal des lateralen Malleolus, zwischen dem mittleren und unteren Drittel der Fibula auf einer Länge von 4 – 5 cm entnommen.
Wie soll die Biopsie versendet werden?
Das Nervenbiopsat soll vorsichtig z.B. auf einem Pappstreifen gelegt und uns zügig auf einem feuchten (nicht nassen) 0.9% NaCl getränkten Tupfer (feuchte Kammer) ohne weitere Flüssigkeit in einem Kunststoffgefäß z.B. per Kurier zugesandt werden. Die notwendige weitere Fixierungen und Aufarbeitung erfolgt im Labor des Instituts für Neuropathologie.
Hautbiopsien
Was sollte bedacht werden:
Zur Durchführung von Hautbiopsien zur Analyse kleiner sensorischer Hautnerven zur systematischen Evaluation der Nervenfaserdichte (z.B. bei Verdacht auf small fibre neuropathy) sind unbedingt standardisierte Bedingungen der Entnahme und Fixierung notwendig. Die Lokalanästhesie soll nicht mit Chloräthylspray erfolgen.
Wo sollte biopsiert werden:
Distaler lateraler Unterschenkel, ca. 10 cm proximal des Malleolus lateralis; ggf. zusätzlich proximaler lateraler Oberschenkel, ca. 20 cm distal der Spina iliaca anterior
Wie sollte entnommen werden:
Entnahme einer 3-mm Stanzbiopsie unter sterilen Bedingungen (sterile Einmal-Biopsiestanze). Epidermis und oberflächliches Corium mit Hautanhangsgebilden müssen miterfasst sein.
Wie soll die Biopsie versendet werden?
Das Hautbiopsat soll uns zügig auf einem feuchten (nicht nassen) 0.9% NaCl getränkten Tupfer (feuchte Kammer) ohne weitere Flüssigkeit in einem Kunststoffgefäß z.B. per Kurier zugesandt werden. Die notwendige weitere Fixierungen und Aufarbeitung erfolgt im Labor des Instituts für Neuropathologie.