Die
Geschichte der Psychiatrie bildet seit den 1980er Jahren einen Forschungsschwerpunkt
des Instituts für Geschichte der Medizin. Begründet von
Gerhard Baader und Heinz-Peter Schmiedebach, wird die Beschäftigung
mit den verschiedenen Aspekten der Institution Psychiatrie in der
AG Psychiatriegeschichte fortgeführt. Im Mittelpunkt steht die
Entwicklung der Berliner Einrichtungen, der Umgang mit Geisteskranken
im 19. und 20. Jahrhundert, die Genese des professionellen Selbstbildes
der Psychiater (und Psychiaterinnen) sowie Herausbildung der modernen
Modelle zur Deutung von Wahnsinn und theoretische Ansätze zur
Erklärung von psychischer Auffälligkeit.
Die Arbeitsgruppe setzt sich aus Doktorandinnen und Doktoranden,
Forscherinnen in Drittmittelprojekten und interessierten Wissenschaftlern
sowie Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Instituts zusammen
(Mitglieder der Arbeitsgruppe). Die Arbeitsgruppe trifft sich in
der Regel einmal im Monat, um über den Fortgang von Forschungsprojekten,
Ergebnisse von Dissertationsprojekten und um über neuerschienene
Literatur zu diskutieren bzw. vorzustellen. Auch das Historische
Psychiatriearchiv wird durch die Arbeitsgruppe betreut.
Wir bemühen uns um ein regelmäßiges Lehrangebot,
das allen psychiatriehistorisch Interessierten offen steht. Teil
der gemeinsamen Arbeit ist auch die Durchführung von Werkstattgesprächen
und Tagungen. Die Veranstaltungen 2006 (Qualitative Auswertung
psychiatrischer Krankenakten ) und 2007 (Psychiatrische Krankenakten
als Material der Wissenschaftsgeschichte. Methodisches Vorgehen
an Einzelbeispielen ) sind auf breites Interesse gestoßen.
Eine Fortsetzung der methodisch orientierten Werkstattgespräche
ist für 2008 vorgesehen (Thema: Gutachten als historische
Quelle).
Es ist unser Ziel, für psychiatriehistorisch arbeitenden
Menschen in Berlin und Umland ein Forum und eine Arbeitsplattform
zu schaffen. Die Unterstützung laufender Forschungs- und Promotionsvorhaben,
die Abstimmung und Koordination geplanter Forschungsvorhaben sowie
die Vorbereitung zukünftiger Projekte betrachten wir wesentliche
Aufgabe der gemeinsamen Arbeitstreffen. Interessierte sind herzlich
willkommen. |