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Abhandlungen
zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften
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Die Bände der "Abhandlungen"
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Hsiu-Chane Chen
"Eine strenge Prüfung deutscher Art"
Der Alltag der japanischen Medizinerausbildung im Zeitalter der Reform von 1868 bis 1914.
(Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Nr. 109)
205 S., br., 34,- €
Matthiesen Verlag, 2010
(ISBN: 978-3-7868-4109-8)
Die Arbeit widmet sich dem Auslandsstudium japanischer Mediziner in den Jahren 1868–1900 in deutschsprachigen Ländern und dessen Beitrag zur Professionalisierung der westlichen Medizin in Japan. Die Autorin untersucht die Studien- und Lebenspraxis einer Gruppe von Akteuren während des Auslandsaufenthalts, die später ausnahmslos Medizinprofessuren an der Tōkyō-Universität (Todai) oder ihren Vorgängerinstitutionen erhielten. Dabei werden die Zusammenhänge zwischen den Lebenserfahrungen im Ausland und der Herausbildung der sogenannten deutschen Ära in der japanischen Medizingeschichte der Meiji-Zeit dargestellt. Das Auslandsstudium wird aus der Sicht der Akteure statt, wie in der bisherigen Forschung üblich, ausschließlich aus Sicht der Meiji-Regierung betrachtet. Dabei werden sogenannte Egodokumente, Selbsterzählungen der Akteure, verwendet. Die Akteure treten dort als sprechende Personen auf, wodurch sie Auskünfte über ihre auf die Professionalisierung der japanischen Medizin bezogene Praxis, Motivation, ihre Interessen und Einstellungen während ihres Auslandsstudiums geben. Es kann gezeigt werden, dass die Interessen der Akteure am Fortbestand des Auslandsstudiums sowie an der Erhaltung der Bedeutung der deutschen Medizin in der japanischen Medizingeschichte nach dem Ersten Weltkrieg eine wesentliche Rolle gespielt haben.
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Sabine Schleiermacher und Norman Pohl (Hrsg.)
Medzin, Wissenschaft und Technik in der SBZ und DDR. Organisationsformen, Inhalte, Realitäten
(Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Nr. 107)
326 S., br., 49,- €
Matthiesen Verlag, 2009
(ISBN: 978-3-7868-4107-4)
In einzelnen hier vorliegenden Aufsätzen wird der Versuch unternommen, Antworten auf die Frage nach der Entwicklung von Wissenschaft und Technologie im Kontext von Politik und Gesellschaft zu finden. Von welchem Wissenschaftsverständnis ließen sich die politischen Entscheidungsträger, inwieweit unterlagen wissenschaftliche Entwicklungen machtpolitischer und ökonomischer Kalkulation und welche Verbindung gingen hier in besonderer Weise Wissenschaft und Politik ein? Was und/oder wer hatte Vorbildfunktionbei der Formulierung neuer Ideen und Ansätze in Medizin, Wissenschaft und Technologie und welche Bedeutung kam der nationalsozialistischen Vorgeschichte zu? Inwieweitwar die Spezialisierung von Studiengängen und Bildungseinrichtungen an Bedürfnissen der Wirtschaft orientiert, ging deren inhaltliche Orientierung auf Initiativen deutscher Wissenschaftspolitik zurück und hatte das Hochschulsystem der Sowjetunion Modellcharakter?
In den vorliegenden Beiträgen werden Organisationsformen, Inhalte und Realitäten von Wissenschaft in der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR in den Blick genommen. Der Band gliedert sich in drei inhaltliche Schwerpunkte: 1. Wissenschaftspolitik und Träger von Forschung, 2. Hochschulen und Ausbildungsgänge und 3. Ideologie und Wirklichkeit: Konkretisierung von Forschung und Technik im Alltag. |
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Julia Barbara Köhne
Kriegshysteriker. Strategische Bilder und mediale Techniken militärpsychiatrischen Wissens (1914-1920)
(Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Heft 106)
344 S., zahlr. Abb., br., 49,- €
Matthiesen Verlag, 2009
(ISBN: 978-3-7868-4106-7)
Im Ersten Weltkrieg wurde in der deutschen militärpsychiatrischen Kriegshysterieforschung und Massenpsychologie mithilfe spezieller Repräsentationstechniken eine besondere Wissensfigur gezeichnet: der „Kriegshysteriker“. Die massenhaften Erscheinungsweisen dieser Krankheit brachten unterschiedliche Wissensstrategien und -techniken sowie Deutungsmuster hervor. Die effeminierten Hysteriker stellten die Rationalitäts-, Ordnungs- und Männlichkeitsformen des Heeres in Frage. Köhne analysiert militärärztliche Aufschreibesysteme wie Monografien, Fachzeitschriftenartikel und Patientenakten sowie wissenschaftliche Fotografien und internationale medizinische Filme von 1917/18. Inwiefern prägten die jeweiligen Erkenntnisinstrumente und Medien den Darstellungsmodus kriegshysterischer Krankheitsbilder und deren medizinische und kulturelle Interpretation? Mithilfe welcher Argumentations- und Visualisierungsstrategien wurde die vermeintlich erfolgreiche Heilung der Kriegshysteriker in Szene gesetzt? Wie wurden die Symptome – etwa in den wissenschaftlichen Filmen – abgebildet, transformiert und dann wieder abgestellt? Und: Wodurch blieben sie dennoch widerständig? Die Studie verknüpft Fragen aus Militär-, Technik- und Mediengeschichte, Kultur- und Wissenschaftsgeschichte sowie Geschlechterforschung. |
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Jürgen Helfricht
Vincenz Prießnitz (1799-1851) und die Rezeption seiner Hydrotherapie bis 1918
Ein Beitrag zur Geschichte der Naturheilbewegung
(Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwisenschaften, Heft 105)
380 S., br., Euro: 54,-
Matthiesen Verlag 2006
(ISBN 10: 3-7868-4105-5 ISBN 13: 978-3-7868-4105-0)
Das 19. Jahrhundert gilt als das Geburts-Säkulum der Naturheilkunde. Als einer ihrer Ahnherren, der der Wasserheilkunde zum Welterfolg verhalf, wird der Bauer, Volksheiler und Gesundheits-Unternehmer Vincenz Prießnitz aus Gräfenberg-Freiwaldau im damals österreichischen Schlesien (heute Jesenik in der Tschechischen Republik) angesehen. Obwohl er zu den wichtigen historischen Persönlichkeiten Europas und der Medizingeschichte zählt, entbehrte sein Wirken einer sich auf Quellen stützenden wissenschaftlichen Untersuchung. Diese Lücke schließt vorliegende Arbeit, die erstmals der Medizin-Historie unbekannte Quellen zu Leben und Werk von Prießnitz kritisch auswertet und bisher vage biografische Details durch belegbare Fakten aus den Akten des Staatlichen Bezirksarchivs Jesenik untermauert. Aus den Jahren 1822 bis 1851 ließen sich etwa 17 700 von Prießnitz betreute Patienten nachweisen. Diagnosen von 2815 Patienten sowie etwa 1000 der schätzungsweise 3000 vorhandenen Patientenbriefe aus den Jahren 1825 bis 1851 wurden ebenso analysiert wie mehr als 200 Bücher über Prießnitz und die Kaltwasser-Therapie sowie hydriatische Periodika der Prießnitz-Zeit. |
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Axel C. Hüntelmann, Johannes Vossen und Herwig Czech (Hrsg.)
Gesundheit und Staat. Studien zur Geschichte der Gesundheitsämter in Deutschland, 1870–1950
345 S., br., 54,- €
(Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Heft 104)
Matthiesen Verlag, 2007
(ISBN 13: 978-3-7868-4104-3)
Der Band geht auf die Tagung „Biopolitische Institutionen. Zur Geschichte der Gesundheitsämter, 1870 bis 1950“ zurück, die 2005 in Berlin stattfand. Ziel der Tagung war es, die verstreuten Forschungen zur Geschichte der Gesundheitsämter zusammenzuführen und neue Forschungsfragen zu diskutieren. Die hier versammelten Beiträge beschäftigen sich im Wesentlichen mit drei Themenbereichen: Sie untersuchen die wichtigsten Institutionen der Gesundheitspolitik auf der Ebene des Zentralstaates vom Kaiserreich bis zum Nationalsozialismus und nehmen dazu das Kaiserliche Gesundheitsamt und das Dresdner Hygienemuseum in den Blick. Ein weiterer Untersuchungsgegenstand ist die Geschichte der jugendpsychiatrischen Institutionen im Kaiserreich und in der Weimarer Republik, die eng mit der Anstaltspsychiatrie, aber auch mit der kommunalen Gesundheitsfürsorge verbunden waren. Ein dritter Abschnitt umfasst Fallstudien zu einzelnen kommunalen Gesundheitsämtern und zur kommunalen Gesundheitspolitik vom Kaiserreich bis in die unmittelbare Nachkriegszeit, wobei der NS-Staat im Mittelpunkt des Interesses steht. Ein Ausblick stellt das Foucaultsche Konzept der Biopolitik vor und wendet es auf die Funktion und die Tätigkeitsbereiche der Gesundheitsämter an. |
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Franz Eduard Peschke
Ausländische Patienten in Wiesloch
Schicksal und Geschichte der Zwangsarbeiter, Ostarbeiter, „Displaced Persons“ und „Heimatlosen Ausländer“ in der Heil- und Pflegeanstalt, dem Mental Hospital, dem Psychiatrischen Landeskrankenhaus Wiesloch und dem Psychiatrischen Zentrum Nordbaden
(Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Heft 103)
446 S., br., Euro: 66,-
Matthiesen Verlag
(ISBN 10: 3-7868-4103-9 ISBN 13: 978-3-7868-4103-6)
Die Abhandlung schildert 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Gründung der Vereinten Nationen sowie 100 Jahre nach Gründung der Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch das Schicksal von Ostarbeitern und displaced persons im Zweiten Weltkrieg und unmittelbar danach in der Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch und besonders das Schicksal und die Geschichte des Mental Hospital Wiesloch, das von der UNRRA, einer Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen, gegründet wurde, und der displaced persons als Patienten dieser Klinik und deren weiteres Ergehen als „heimatlose Ausländer“ im Psychiatrischen Landeskrankenhaus Wiesloch und Psychiatrischen Zentrum Nordbaden bis 2004. Der Psychiater Franz Peschke zeigt mit grauenhaften Anamnesen und genauen Recherchen auf, wie unmittelbare zeitgeschichtliche Ereignisse, so beispielsweise die Freiheitsbewegung der Ukrainer nach dem Ersten Weltkrieg, die Verschleppungen von Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg, die sowjetischen Zwangsrepatriierungen danach, der Holocaust, die Gründung des Staates Israel, die Gründung der BRD und die verschiedenen Phasen des Ost-West-Konflikts Einfluss auf diese psychisch Kranken genommen haben. |
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Jan Armbruster
Edmund Robert Forster (1878–1933) Lebensweg und Werk eines deutschen Neuropsychiaters
(Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Heft 102) 269 S., br. Euro: 49,-
Matthiesen Verlag, 2006
(ISBN 10: 3-7868-4102-0 ISBN 13: 978-3-7868-4102-9)
Der akademische Aufstieg von Edmund Robert Forster begann Anfang des 20. Jahrhunderts an der Nervenklinik der Berliner Charitè, wo er sich 1909 habilitierte, eine außerordentliche Professur erhielt und kurze Zeit später die Stellung des ersten Oberarztes bekleidete. Während des Krieges war Forster Oberarzt der Nervenabteilung des Kriegslazaretts II des Marinekorps in Brügge sowie Professor für Histologie an der Universität Gent. Nach Kriegsende kehrte er wieder an die Charitè zurück. Den Höhepunkt seiner Laufbahn erlebte Forster in der Berufung auf den Greifswalder Lehrstuhl für Psychiatrie und der damit verbundenen achtjährigen Tätigkeit als Direktor der Greifswalder Nervenklinik, der er mit seinem Freitod ein Ende setzte. Jan Armbruster zeichnet den Lebensweg Forsters chronologisch nach und untersucht dabei auch dessen umstrittenes Verhältnis zur Politik und zum nationalsozialistischen Staat sowie die Umstände, die schließlich zu seinem Selbstmord führten. Der zweite Teil der Studie befasst sich mit dem wissenschaftlichen Werk Forsters. Einem Überblick über seine frühen histologischen und histopathologischen Arbeiten folgt die Erörterung der psychiatrischen Beiträge, die stark von der Forschungsmethodik seines Lehrers Carl Wernicke beeinflusst sind. Armbruster geht im Zusammenhang mit Forsters psychiatrischen Arbeiten auch auf ein düsteres Kapitel deutscher Psychiatriegeschichte ein: Indem Forster die Existenz einer Krankheit „Hysterie“ negiert, rechtfertigt er das brutale Vorgehen gegen sog. „Kriegshysteriker“ während des Ersten Weltkriegs. Abschließend stellt Armbruster Forsters neurologische Forschungen dar und ordnet sie in dessen Gesamtwerk ein. Die Abhandlung zeichnet damit erstmals ein umfassendes Bild dieser umstrittenen Forscherpersönlichkeit. |
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Arne Pfau
Die Entwicklung der Universitäts-Nervenklinik (UNK) Greifswald in den Jahren 1933 bis 1955
(Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Heft 101)
221 S., br. 3,- €
Matthiesen Verlag, 2008
(ISBN: 978-3-7868-4101-2)
Die vorliegende Abhandlung versteht sich als Beitrag zur regionalen Psychiatriegeschichte während des Nationalsozialismus, der Entwicklung der SBZ und in der frühen DDR, wobei der Schwerpunkt auf der ostdeutschen Nachkriegspsychiatrie liegt. Pfau untersucht auf verschiedenen Ebenen das Beziehungsgeflecht, in das die UNK Greifswald, ihre Mitarbeiter und die Patienten eingebunden waren, und setzt die Entwicklung der Klinik in Beziehung zu den grundlegenden gesellschaftlichen und politischen Veränderungen dieser Jahre – einem sehr wechselvollen und zwiespältigen Abschnitt in ihrer Entwicklung. Dabei durchschritt die UNK durch ihre Indienstnahme für die repressiven rassenhygienischen und militärischen Interessen des NS-Staates sicherlich einen Tiefpunkt in ihrer Entwicklung. Doch auch nach dem Ende der NS-Diktatur ließen sich tradierte Denkmuster in der psychiatrischen Krankheitsbetrachtung nicht über Nacht abschütteln, zumal der psychiatrische Patient vorerst weiter kaum in seiner Subjektivität innerhalb eines sozialen Umfeldes wahrgenommen wurde. Es erstaunt deshalb nicht, dass die Universitätspsychiatrie in der DDR sozialistischen Reformbestrebungen anfangs mit Unverständnis oder Ablehnung gegenüberstand.
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Johanna Bleker und Svenja Ludwig
Emanzipation und Eugenik. Die Briefe der Fauenrechtlerin, Rassenhygienikerin und Genetikerin Agnes Bluhm an den Studienfreund Alfred Ploetz aus den Jahren 1901-1938
(Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften
Heft 100) 237 S., br.
Matthiesen Verlag,
2008
(ISBN 13: 978-3-7868-4100-5)
Die Autorinnen möchten das Interesse an einer herausragenden Frauenpersönlichkeit der Weimarer Republik neu beleben und der Diskussion um Biopolitik und Frauenemanzipation einige Impulse geben. Sie porträtieren Agnes Bluhm, die für die Wissenschaft lebte, ohne die historischen Verwerfungen ihrer Zeit zu ignorieren. In den ersten 30 Jahren ihres Berufslebens wirkte sie als Frauenärztin, Sozialpolitikerin und radikale Frauenrechtlerin in Berlin. Später widmete sie sich als „Wissenschaftlicher Gast“ am Kaiser-Wilhelm-Institut für Biologie in Berlin der experimentellen Vererbungsforschung, legte viel beachtete Ergebnisse vor und sprach auf internationalen Fachtagungen. Eine andere Perspektive zeigt Bluhm als kompromisslose Rassenhygienikerin. Seit der Gründung der Gesellschaft für Rassenhygiene im Jahr 1906 sah sie es als ihre Aufgabe an, eugenische Ideen in der Frauenbewegung zu verbreiten. Hier stellt sich die Frage nach Mitschuld und Mittäterschaft an den Verbrechen des Nationalsozialismus. Die hier erstmals veröffentlichten Briefe Bluhms veranschaulichen, dass keine der beiden Sichtweisen isoliert bestehen kann. Die Dokumente vermitteln das komplexe Bild einer Persönlichkeit, die die rückblickend konstruierten Widersprüche vereinte und sachlich zu überwinden suchte. Die vorangestellte biografische Einführung fußt auf den für die Edition der Briefe notwendigen Recherchen. Sie soll Bluhms Lebenslauf und die Geschichte ihrer Freundschaft zu Alfred Ploetz beleuchten. Außerdem macht sie die Leserinnen und Leser mit dem wissenschaftlichen Werk Bluhms bekannt und bereichert die Diskussion über Feminismus und Eugenik um einige Aspekte. |
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Gerrit Hohendorf
Die Psychosomatische Theoriebildung bei Felix Deutsch (1884-1964)
Ein Beitrag zur Geschichte der Psychoanalyse des Körpers
(Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Heft 99)
365 Seiten, br., Euro: 54,-
Matthiesen Verlag
(ISBN 10: 3-7868-4099-7 ISBN 13: 978-3-7868-4099-2)
Der Wiener Internist und Psychoanalytiker Felix Deutsch, Ehemann der weitaus bekannteren Psychoanalytikerin Helene Deutsch und zeitweise Hausarzt Freuds, emigrierte 1936 nach Boston, um der drohenden nationalsozialistischen Gefahr zu entgehen, und fand in der aufstrebenden Psychosomatischen Medizin Amerikas eine neue berufliche Orientierung. Gleichwohl gerieten sein Werk und seine psychosomatischen Pionierleistungen im Wien der 20er Jahre weitgehend in Vergessenheit, und in der Geschichtsschreibung der Psychoanalyse taucht Felix Deutsch meist nur als Ehemann von Helene und als Hausarzt Freuds auf. Das Anliegen der vorliegenden Arbeit besteht darin, sein weit verstreutes und schwer zugängliches Werk systematisch in seiner Gesamtheit darzustellen und beispielhaft die Entwicklung psychosomatischer Ansätze innerhalb der psychoanalytischen Theorie nachzuzeichnen. Dabei wird ein Zeitraum von etwa 50 Jahren in den Blick genommen. Die Arbeit vermittelt einen anschaulichen Eindruck vom Denken und der Praxis eines Arztes und Wissenschaftlers, dessen entscheidende Kunst im Zuhören und in der Analyse der komplexen psychophysischen Interaktionsformen während des Gesprächs bestand, und lässt das Bild eines der zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Pioniere der Psychosomatischen Medizin wieder lebendig werden. |
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Horst Schütz
Gesundheitsfürsorge zwischen humanitärem Anspruch und eugenischer Verpflichtung
Entwicklung und Kontinuität sozialhygienischer Anschauungen zwischen 1920 und 1960 am Beispiel von Prof. Dr. Carl Coerper
(Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Heft 98)
272 S., br., Euro: 49,-,
Matthiesen Verlag
(ISBN 10: 3-7868-4098-9 ISBN 13: 978-3-7868-4098-5)
Ausgehend von der Sozialhygiene der 20er Jahre etablierten sich Fürsorgekonzepte, die nach 1933 die wissenschaftliche Begründung der Euthanasie und Rassenhygiene lieferten. Die Arbeit verfolgt die Entwicklung des Fürsorgegedankens, dessen Übergang zur Sozial- und Rassenhygiene sowie die Restauration und Reorganisation sozialhygienischer Konzepte nach 1945. Exemplarisch am beruflichen Werdegang Carl Coerpers wird klar, wie aus einem Kinderarzt der Weimarer Zeit ein Rassenhygieniker im Dienst des Nationalsozialismus werden konnte. Zum Verständnis dieser Entwicklung wird die Geschichte der Gesundheitsfürsorge, das theoretische Konzept des Konstitutionellen Denkens sowie sozial- und rassenhygienischer Theorien erarbeitet. Nach 1945 aber dokumentiert Carl Coerpers berufliche Karriere die Kontinuität sozialhygienischer Konzepte, die fortan den öffentlichen Gesundheitsdienst der Bundesrepublik Deutschland bis ca. 1960 bestimmen sollten. |
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Martin Holtkamp
Werner Villinger (1887-1961)
Die Kontinuität des Minderwertigkeitsgedankens in der Jugend-
und Sozialpsychatrie
(Abhandlungen zur Geschichte der Medizin, Heft 97)
208 S., br., Euro 34,- sFr 58,50
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4097-0)
Die vorliegende Studie stellt die berufliche und politische Vita
Werner Villingers sowie dessen inhaltliche Arbeit als Jugend-
und Sozialpsychiater in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus
und in den ersten anderthalb westdeutschen Nachkriegsdekaden
dar. Diese Darstellung erfolgt unter der konkreten Fragestellung,
welchen Standort Villinger innerhalb der Psychiatrie in den jeweiligen
politischen Systemen einnahm. Besondere Berücksichtigung
findet die Untersuchung des rassenhygienischen Ansatzes in Villingers
Psychiatriekonzept. Ferner wird der Frage nachgegangen, ob die
politischen Zäsuren 1933 und 1945 für sein eigenes
Leben und für seine inhaltliche Arbeit eher Brüche
oder eher Kontinuitäten bedeuteten. Ebenfalls Teil der Abhandlung
ist die Darstellung von Villingers Beitrag zur Disziplinbildung
der deutschen Kinder- und Jugendpsychiatrie, deren historische
Entwicklung hier zwar reflektiert wird, jedoch nicht Inhalt dieser
Arbeit ist. Villingers Beiträge zur Erwachsenen- und zur
Wehrpsychiatrie kommen gesondert zur Darstellung.
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Klaus Schmierer
Medizingeschichte und Politik
Karrieren des Fritz Lejeune in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 96
ca. 290 S., br., ca. Euro 51,- sFr 87,50
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4096-2)
Fritz Lejeune (1892-1966) zählte zu den ersten professionellen
Medizinhistorikern in Deutschland. In Zeiten der politischen
Radikalisierung nach dem 1. Weltkrieg verstand Lejeune seinen
Beruf als Arzt und Professor für Medizingeschichte in Köln
und Wien ebenso sehr als tagespolitische Praxis wie er die Geschichte
der Medizin selbst politisierte. Klaus Schmierer zeigt in seiner
dichten Biographie über diesen widersprüchlichen deutschen
Wissenschaftler, wie sich die Entstehung der Medizingeschichte
in Deutschland mit dem politischen und sozialen Alltag in der
Epoche zwischen 1914 und 1945 verband, so zum Beispiel in Fragen
der ärztlichen Standespolitik, in den Positionen zur militärischen
Ordnung in der Gesellschaft, in der Bedeutung liberaler Vorkriegstraditionen
oder in der Neubestimmung von Geschlechterrollen.
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Rebecca Schwoch
Ärztliche Standespolitik im Nationalsozialismus
Julius Hadrich und Karl Haedenkamp als Beispiele
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 95
437 S., br., Euro 66,- sFr 111,-
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4095-4)
Schon in der wilhelminischen Gesellschaft vollzog sich die ethische
und ärztliche Umwertung der Individualmedizin zur Pflege
des "Volkskörpers", um die "Volkskraft" zu
erhalten und zu mehren. Die Ursachen dieser Entwicklung und ihre
Konsequenzen im "Dritten Reich", im Spannungsfeld von Ärzteschaft,
Gesundheitspolitik und Ideologie, zeichnet diese Studie nach.
Am Beispiel des Nationalökonomen Hadrich und des Arztes
Haedenkamp, beide Vertreter einer konservativen, autoritären
und antiemanzipatorischen Standespolitik, beide in bedeutenden
Positionen, wird die ärztliche Standespolitik im Nationalsozialismus
untersucht. |
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Hans H. Simmer
Der Berliner Pathologe Ludwig Pick (1868-1944)
Leben und Werk eines jüdischen Deutschen
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 94
457 S., zahlr. Abb., br., Euro 63,- sFr 105,50
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4094-6)
Ludwig Pick, 1968 in Landsberg an der Warthe geboren, gehörte
im ersten Drittel unseres Jahrhunderts zu den großen, national
wie international herausragenden pathologischen Anatomen. Als
Jude konnte er sich im 3. Reich der Verfolgung der Nationalsozialisten
nicht entziehen und starb im Ghetto Theresienstadt 1944. Durch
diesen Umstand ist die Quellenlage über Ludwig Pick äußerst
lückenhaft, da der persönliche Nachlass des Arztes
komplett verschollen ist. Dem Autor ist es mit Hilfe bisher unbekannter
Archivalien und Fotos dennoch gelungen, eine detaillierte und
ausführliche Biographie über den Berliner Anatom zu
verfassen. Fünf Jahrzehnte konnte Ludwig Pick in Berlin
wirken, seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind
zugänglich und Verfahren wie die "Farberhaltung nach
Pick" oder das "Niemann-Pick-Syndrom" tragen seinen
Namen. |
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Jörg Heinrich
Johann Theodor Eller
Ein bedeutender Arzt, Wissenschaftler und Medizinalbeamter in
Brandenburg-Preußen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts
(Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 93)
ca. 160 S., 3 Abb., br., ca. Euro 28,- sFr 48,-
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4093-8)
Johann Theodor Eller kann als einer der bedeutendsten Ärzte
des 18. Jahrhunderts angesehen werden. In diesem Jahrhundert,
das ebenso als das philosophische Jahrhundert bezeichnet wird,
weisen nahezu alle Bereiche innerhalb der Medizin philosophische
Reflexionen auf. Nicht zuletzt war es eine Periode der Emanzipation
der Naturwissenschaften und der Medizin von der Philosophie und
Theologie. Durch die Beurteilung wichtiger Wesenszüge der
Persönlichkeit und der medizinischen Anschauungen Ellers
lassen sich zugleich wesentliche Rückschlüsse auf seine
philosophischen Positionen ziehen. |
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Ulf Schmidt
Medical Films, Ethics and Euthanasia in Nazi Germany
The History of Medical Research and Teaching Films of the Reich
Office for Educational Films/Reich Institute for Films in Science
and Education 1933-1945
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 92
398 S., 42 Abb., br., Euro 56,- sFr 94,-
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4092-X)
Im Sommer 1993 fanden Kinder im Stößensee bei Berlin
35mm-Filmrollen - teilweise fragmentarisches medizinisches Filmmaterial
der Reichsstelle für den Unterrichtsfilm mit Aufnahmen von
kranken und behinderten Menschen. Die anfängliche Ratlosigkeit
der Fachleute löste sich zunächst in der Überzeugung
auf, dass es sich hier um 'apolitisches wissenschaftliches Unterrichtsmaterial'
handle. In dieser Studie wird dagegen der Versuch unternommen,
das Material in einen breiteren ideologischen und politischen
Kontext einzubetten, die Rolle der verantwortlichen Institutionen
und die Ethik des deutschen Unterrichtsfilms im Lichte nationalsozialistischer
Rassenideologie und "Eugenik" zu erhellen und nicht
zuletzt die Biographien der Menschen vor und hinter der Kamera
zu verstehen.
In the summer of 1993 children living in the suburb of Berlin-Spandau
repeatedly found 35mm film clippings nearby in Lake Stößensee.
The film reels showed fragmentary medical images of handicapped
children and adults which, as it turned out, had been produced
by the Reich Office for Educational Films during the Third
Reich. Most experts, after an initial confusion about the discovery,
came to the conclusion that the material was "apolitical
scientific teaching material". This study, however, locates
the material, for the first time, in its broader ideological
and political context, explores the organisation and responsible
institutions, and investigates the culture of German medical
ethics as depicted in medical films in the light of Nazi racial
policies and eugenics. Behind the apparent scientific neutrality
of the film material, its alleged objectivity and technical
accuracy, the study attempts to find out about the lives of
those behind and in front of the camera's eye. Their biographies
are key in understanding some of the history of this neglected
film genre. The material presented shows that the idea of 'educational
film' as a value-neutral means for school and university instruction
is misleading, and that further research into the structures
and mechanisms of Nazi racial education is necessary. |
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Thomas Beddies und Andrea Dörries
(Hrsg.)
Die Patienten der Wittenauer Heilstätten in Berlin 1919-1960
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 91
647 S., zahlr. Grafiken., br., Euro 79,- sFr 132,50
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4091-1)
Die in diesem Band näher betrachtete psychiatrische Einrichtung
wurde 1880 als "Irrenanstalt der Stadt Berlin zu Dalldorf" gegründet
und erhielt erst Mitte der zwanziger Jahre den Namen "Wittenauer
Heilstätten", der vierzig Jahre später in "Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik" geändert
wurde. Die Analyse von 4000 Krankengeschichten soll mit Menschen
bekannt machen, die in der Folge seelischer Leiden und abweichenden
Verhaltens in die Anstalt aufgenommen wurden, häufig über
lange Zeit dort verblieben und oft genug auch dort starben. Betrachtet
wird darüber hinaus auch das Verhältnis von Patienten
und medizinischem Personal der Anstalt. |
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Peter Schneck (Hrsg.)
Medizin in Berlin an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert
Theoretische Fachgebiete
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 90
168 S., br., Euro 28,- sFr 48,-
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4090-3)
Das 5. Medizinhistorische Charité-Symposium im November
1995 in Berlin befasste sich mit der Entwicklung der Medizin
in den turbulenten Jahren um die letzte Jahrhundertwende. Die
Ergebnisse werden in diesem Band zusammengefasst. Es war die
Zeit des zweiten deutschen Kaiserreichs, die geprägt war
durch Fortschrittsgläubigkeit, spektakuläre naturwissenschaftliche
und technische Innovationen und die Infragestellung der so genannten
Schulmedizin. Gerade Berlin war Zentrum mannigfaltiger Entwicklungen,
deren Bedeutung für die theoretische Medizin von besonderem
Interesse waren. In den verschiedenen Arbeiten werden u. a. Probleme
der institutionellen und wissenschaftlichen Entwicklung in der
Anatomie, Physiologie, Pathologie und Hygiene vorgestellt. |
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Claudia Sybille Kiessling
Dr. med. Hellmuth Unger (1891-1953)
Dichterarzt und ärztlicher Pressepolitiker in der Weimarer
Republik und im Nationalsozialismus
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 89
301 S., br., Euro 51,- sFr 87,50
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4089-X)
Nach einer kurzen Darstellung der zeitgeschichtlichen Entwicklung ärztlicher
Standespolitik, der Rassenhygiene und der "Euthanasie"-Debatte
bringt die vorliegende Arbeit einen umfassenden Lebenslauf Hellmuth
Ungers einschließlich einer Übersicht seines literarischen
Werkes. Daran schließt sich die Betrachtung seiner journalistischen
und pressepolitischen Tätigkeit an, vor allem für die ärztliche
Standespolitik und das Rassenpolitische Amt. Von Bedeutung sind
hierbei die Tötungsplanungen von psychisch Kranken, wobei
vor allem der "Reichsausschuß zur Erfassung erb- und
anlagebedingter schwerer Leiden" eine Rolle spielt. |
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Robin T. Maitra
"
... wer imstande und gewillt ist, dem Staate mit Höchstleistungen
zu dienen!"
Hans Reiter und der Wandel der Gesundheitskonzeption im Spiegel
der Lehr- und Handbücher der Hygiene zwischen 1920 und 1960
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften
88,
542 S., br., Euro 71,- sFr 119,-
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4088-1)
Erst seit dem Berliner Gesundheitstag von 1980 wird die Geschichte
der Medizin im Nationalsozialismus systematisch aufgearbeitet.
Seither stellt sich die Frage nach Kontinuitäten und Brüchen
in der Medizin bis heute. Als Beitrag zur gegenwärtigen
Diskussion versteht sich diese Studie. Am Gesundheitsbegriff,
diesem Ausgangspunkt jeder Medizin, versucht der Autor die
Ideologiegebundenheit medizinischen Denkens aufzuzeigen: Was
wurde und was wird unter Gesundheit subsumiert? Er zeichnet
weiterhin die Entwicklung der Hygiene mach zur zentralen medizinischen
Wissenschaft im nationalsozialistischen Deutschland und damit
den Wandel von der Sozial- zur Rassenhygiene. |
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Heinrich Weder
Sozialhygiene und pragmatische Gesundheitspolitik in der Weimarer
Republik
am Beispiel des Sozial- und Gewerbehygienikers Benno Chajes (1880-1938)
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 87
454 S., br., Euro 63,- sFr 105,50
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4087-3)
Diese Studie orientiert sich am Lebensweg von Benno Chajes,
der Berliner Professor für Sozialhygiene und sozialdemokratischer
Gesundheitspolitiker in der Weimarer Republik war. Sein Werden
und Wirken ermöglicht einen tiefen Einblick in das personelle
und institutionelle Umfeld des Hygienewesens der damaligen
Zeit. So wird die Rolle der Krankenkassen und der Gesundheitspolitik
sowie die Entwicklung und der Einfluss der Gewerbe- und Sozialhygiene
an der Person Chajes besonders deutlich, da dieser in allen
Bereichen seine Wirkung entfalten konnte. Auch das sozial-
und gewerbehygienische Zeitschriftenwesen findet Erwähnung,
sodass diese Arbeit neben dem biographischen Leitfaden eine
ausführliche Studie des Gesundheitswesens in der Zeit
zwischen beiden Weltkriegen darstellt. Nach 1933 konnte Chajes
seine Arbeit nur noch in der Emigration weiterführen. |
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Thomas Müller (Hg.):
Psychotherapie
und Körperarbeit in Berlin. Geschichte und Praktiken der
Etablierung
(= Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der
Naturwissenschaften; Bd. 86), Husum: Matthiessen 2004, 328 S.,
ISBN 3-7868-4086-5, EUR 51,00
In diesem Band wird erstmals die Geschichte von neun wesentlichen
psychotherapeutischen bzw. körperpsychotherapeutischen Schulen
in der Metropole Berlin dargestellt. Die Frage nach Gemeinsamkeiten
und Unterschieden in der Entstehung und Entwicklung dieser verschiedenen
Schulen stellt einen Schwerpunkt der Betrachtung dar. Mit der
geographischen Fokussierung auf den facettenreichen »Erfahrungs-
und Interaktionsraum« Berlin wird eine gewisse, die Vergleichbarkeit
erst ermöglichende Perspektive hergestellt. Bei einem beträchtlichen
Teil der Beiträge zur Individualpsychologie, Psychoanalyse,
Atem-(Leib)-Therapie, Kunsttherapie, Gestalttherapie, Tanztherapie,
zu körperpsychotherapeutischen Verfahren, Kinderpsychoanalyse
und Musiktherapie, an denen insgesamt 14 Autoren beteiligt waren,
handelt es sich um Pionierarbeiten. Die Beiträge beinhalten
also berufsgeschichtliche und lokalhistorische Aspekte, und stellen
grundlegende Informationen zur Geschichte der Entstehung einer »psychologischen
Gesellschaft« im 20. Jahrhundert bereit. Ein abschließender
Forschungsbericht gibt über den Forschungskontext des vorliegenden
Bands Aufschluss. Der Sammelband richtet sich an interessierte
Studierende, medizin- und wissenschaftshistorisch Arbeitende
sowie an die Auszubildenden in den Psychotherapien. |
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Sabine Schleiermacher
Sozialethik im Spannungsfeld von Sozial- und Rassenhygiene
Der Mediziner Hans Harmsen im Centralausschuß für
die Innere Mission
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 85
352 S., br., Euro 54,- sFr 90,50
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4085-7)
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben Konzepte
von Sozial- und Rassenhygiene viele Bereiche der Gesellschaft
beeinflußt. Die zunächst von Naturwissenschaftlern
und Ärzten als innerwissenschaftlich geführte Diskussion
erreichte auch einen der wichtigsten freien Träger von Kranken-
und Pflegeeinrichtungen, die protestantische Innere Mission,
heute Diakonisches Werk. Die Schaltstelle in gesundheitspolitischen
Fragen in der Inneren Mission war das in dessen Centralausschuß angesiedelte
Referat Gesundheitsfürsorge, das von Hans Harmsen geleitet
wurde. Dieser setzte sich - auf der Grundlage einer Kosten-Nutzen-Kalkulation
- für eine eugenisch ausgerichtete, "differenzierte" Wohlfahrtspolitik
ein. |
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Johanna Bleker
Der Eintritt der Frauen in die Gelehrtenrepublik
Geschlechterfrage, akademisches Selbstverständnis und wissenschaftliche
Praxis am Anfang des Jahrhunderts
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 84
192 S., br., Euro 31,- sFr 53,-
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4084-9)
War der Eintritt der Frauen in die Gelehrtenrepublik um 1900
für die Wissenschaft wirklich so erfolglos, wie dies die
Nichtbeachtung dieses Ereignisses in der Wissenschaftsgeschichte
nahelegt, oder ergaben sich hieraus Konsequenzen für den
Wissenschafts- und Ausbildungsbetrieb und für die wissenschaftliche
Praxis, die bislang nur weitgehend unbeachtet geblieben sind?
Mit dieser Frage befaßte sich ein Workshop, der auf dem
Deutschen Wissenschaftshistorikertag 1996 zu diesem Thema stattfand.
Die einzelnen Beiträge wurden hier zusammengefaßt. |
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Barbara Kanther
Das Frankfurter System zur Schulzahnpflege
Schulzahnarzt Hans Joachim Tholuck (1888-1972)
Pionier für eine zahngesunde Jugend
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 83
316 S., br., Euro 51,- sFr 87,50
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4083-0)
Die Geschichte der Schulzahnpflege in Deutschland ist eng mit
dem Leben und Werk des Frankfurter Zahnarztes Hans Joachim Tholuck
verbunden. An seinem Beispiel zeigt die vorliegende Arbeit, wie
dieser Sektor der Volksgesundheit zu allgemeinem Bewußtsein
heranwächst und eine zunehmende Rolle in der öffentlichen
Gesundheitspolitik spielt, und gibt einen Einblick in die vielfältige
Verwobenheit des wissenschaftlich-medizinischen Themas in seine
gesellschaftliche Umgebung vom Kaiserreich bis in die frühen
Jahre der Bundesrepublik Deutschland. |
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Volker Hess
Die Normierung der Gesundheit
Messende Verfahren der Medizin als kulturelle Praxis
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 82
226 S., br., Euro 36,- sFr 61,50
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4082-2)
Anthropometrische Techniken haben für den Umgang mit Krankheit
und für die kulturellen Vorstellungen von Gesundheit eine
enorme Bedeutung gewonnen. Der vorliegende Band geht - vom Fiebermessen über
das labormedizinsche Normalwertkonzept bis hin zur photographischen
Typisierung des Verbrechens - der Frage nach, auf welche Weise
um die Jahrhundertwende 1900 medizinische Meßverfahren
normativen Charakter erhielten. Mit Beiträgen u. a. von
Cornelius Borck, Johannes Büttner, Mariacarla Gadebusch,
Heinz-Peter Schmiedebach vereint diese Arbeit die Vorträge,
die auf dem gleichnamigen Workshop des Deutschen Wissenschaftshistorikertages
1996 gehalten wurden.
Inhalt
Volker Hess:
Einführung Messende Praktiken und Normalität
Johannes Büttner:
Die Herausbildung des Normalwert-Konzeptes im Zusammenhang
mit quantitativen diagnostischen Untersuchungen in der Medizin
Sybilla Nikolow:
Die Mathematizität von Blut und Urin. Statistische Methodik
in der Medizin. (Kommentar)
Heinz-Peter Schmiedebach: "
Abweichung vom Durchschnitt im Sinne der Zweckwidrigkeit" -
Der psychiatrische Blick auf die psychische Normalität
Eric J. Engstrom:
Die Kapillarität des Normbegriffes. (Kommentar)
Cornelius Borck:
Herzstrom- Zur Dechiffrierung der elektrischen Sprache des
menschlichen Herzens und ihrer Übersetzung in klinische
Praxis
Jakob Tanner:
Die artifizielle Natur unseres Herzens. (Kommentar)
Mariacarla Gadebusch Bondio:
Das Bild vom Bösen: Photographie als Instrument zur Stigmatisierung
der Devianz
Volker Roelcke:
Die "Natur" des Verbrechers. Die photographische
Konstruktion einer anthropologischen Norm (Kommentar)
Gunnar Stollberg:
Haben messende Verfahren die Lebenswelt der Patienten kolonisiert? Überlegungen
auf der Basis von Autobiographien
Eberhard Wolff:
Metrische Exaktheit und qualitative Genauigkeit im Alltag (Kommentar)
Michael Martin:
Bedeutung und Funktion des medizinischen Messens in geschlossenen
Patienten - Kollektiven. Das Beispiel der Lungensanatorien
Jens Lachmund:
Meßpraktiken in Lungensanatorien. Dimensionen medizinischer
Wirklichkeitskonstruktion (Kommentar)
Volker Hess:
Die Normierung der Eigenwärme. Fiebermessen als kulturelle
Praktik |
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Michael Hubensdorf, Hans-Uwe Lammel,
Ragnhild Münch, Sabine Schleiermacher, Heinz-Peter Schmiedebach
und Sigrid Stöckel (Hrsg.)
Medizingeschichte und Gesellschaftskritik
Festschrift für Gerhard Baader
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 81
540 S., Euro 71,- sFr 119,-
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4081-4)
Den 65. Geburtstag des Medizinhistorikers Baader nahmen die Herausgeber
zum Anlass, eine kritische Perspektive der Medizingeschichte
von der Antike bis zum Ende des 20. Jahrhunderts zu zeichnen.
Von den Geschlechterbeziehungen der Antike und Ende des Mittelalters
zur neuen Alchemisten-(Un-)Kultur gentechnischer Arzneimittel,
vom Militärmedizin-Einsatz im Peking des "Boxeraufstandes" bis
zur deutschen Debatte über die Liberalisierung der Abtreibung
in der frühen Sowjetunion, von der öffentlichen Hygiene
im Talmud bis zur heutigen Sprachlosigkeit der Gesellschaftskritik
an Medizin und Wissenschaft reicht der Themenbogen. Autorinnen
und Autoren aus sieben Ländern entwerfen so ein ganz eigenes
Bild der Medizingeschichte. |
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Eva Brinkschulte
Krankenhaus und Krankenkassen
Soziale und ökonomische Faktoren bei der Entstehung des
modernen Krankenhauses im frühen 19. Jahrhundert
Die Beispiele Würzburg und Bamberg
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 80
249 S., br., Euro 40,- sFr 68,50
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4080-6)
Die enge Beziehung, die in Deutschland zwischen Krankenkassen
und Krankenhausfinanzierung besteht, hat ihren Zusammenhang mit
den frühen "modernen" Krankenhausbauten in Würzburg
und Bamberg Gründungen von Krankenkassen dokumentiert, deren
Spezifikum darin bestand, dass sich ihr Leistungskatalog ausschließlich
auf eine stationäre Behandlung im Krankenhaus bezog. Diese
Kassengründungen haben den Transformationsprozess vom Spital
zum Krankenhaus entscheidend geprägt. Am regionalen Beispiel
wird die komplexe Wechselwirkung zwischen Sozialsystem und medizinischer
Versorgung in der Genese des Verhältnisses von Krankenkassen
und Krankenhaus rekonstruiert. |
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Jürgen Peiffer
Hirnforschung im Zwielicht: Beispiele verführbarer Wissenschaft
aus der Zeit des Nationalsozialismus
Julius Hallervorden - H.-J. Scherer - Berthold Ostertag
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 79
112 S., br., Euro 19,- sFr 33,-
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4079-2)
An den drei international angesehenen Hirnforschern Hallervorden,
Scherer und Ostertag beleuchtet der Autor die ethische Problematik
von Wissenschaft in der Zeit des Nationalsozialismus. Das Interesse
der Forscher an Hirnuntersuchungen verschaffte sich mit dem Motiv,
der Wissenschaft zu dienen, eine Rechtfertigung. Die Monographie über
Lebensläufe, Wirken und Beziehungen zum Nationalsozialismus
zwischen Neutralität, Widerstand und Opportunismus der drei
Wissenschaftler zeigt die einzelnen Charaktere, die Motive ihrer
Mitarbeit und die Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit.
So bietet diese Darstellung auch ein Beispiel für die Verdrängungsmechanismen
innerhalb der "scientific community". |
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Christine Antoni
Sozialhygiene und Public Health
Franz Goldmann (1895-1970)
Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaft,
Nr. 78
363 S., br., Euro 54,- sFr 90,50
Matthiesen Verlag
(ISBN 3-7868-4078-4)
Die Biographie von Franz Goldmann führt durch viele interessante
Arbeitsgebiete im Bereich der Sozialhygiene/ Public Health. Goldmann,
von 1922 bis 1933 in Deutschland und von 1937 bis 1970 in den
Vereinigten Staaten aktiv, beschäftigte sich mit der klassischen
Gesundheitsfürsorge in den Bereichen Tuberkulose und Suchthilfe,
Kinder- und Jugendarbeit und dem Problem der Versorgung sowohl
chronisch Kranker als auch alter Menschen. Seine Hauptarbeitsgebiete
waren die Krankenversicherung, das Krankenhaus und die Gesundheitsfürsorge
im einzelnen als auch in der Vernetzung ihrer Aufgaben. Gesundheitspolitisch
beteiligte sich Goldmann an der Erstellung von Richtlinien und
Gesetzen. Er erarbeitete Ausbildungskonzepte für die Sozialhygiene
in Deutschland und die Public Health in den USA. Anhand seiner
Biographie durchstreift diese Arbeit fünfzig Jahre aktiver
Arbeit auf dem Gebiet der Sozialhygiene bzw. Public Health. |
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