Therapiestudien
Sehr geehrte Patientin,
sehr geehrter Patient, die Neurologische Klinik der Charité versucht in allen Bereichen, Ihnen die beste verfügbare und nach wissenschaftlichen Standards erprobte Therapie zukommen zu lassen. Wissenschaftlicher Fortschritt ist aber nicht vorstellbar, ohne dass die betroffenen Patienten selbst dazu beitragen. Das gilt sowohl für die Erprobung von Medikamenten als auch für Untersuchungen, die das Verständnis eines Krankheitsprozesses ermöglichen sollen.
Viele wissenschaftliche Untersuchungen fungieren nach dem Prinzip, dass ein zu untersuchendes Medikament (Verum) mit einem Scheinmedikament (Plazebo) verglichen wird. Das dient dazu herauszufinden, welche Wirkung die Substanz selbst hat und nicht allein die professionelle Betreuung, die in der Regel mit Schmerzzentren verbunden ist. Die wissenschaftlichen Untersuchungen erfolgen zum Teil im Rahmen von Netzprojekten durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zum Teil im Auftrag des herstellenden pharmazeutischen Betriebes. Untersuchungen zum Krankheitsverständnis erfolgen in der Regel im Rahmen von universitätseigenen Forschungsprojekten.
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Welchen Vorteil haben Sie durch eine Teilnahme ?
- Sie erhalten Zugang zu den neuesten Medikamenten zur Behandlung Ihrer Kopfschmerzerkrankung.
- Sie profitieren von einer engen ärztlichen Betreuung im Verlauf einer solchen Studie.
- Je mehr Patienten an einer Studie teilnehmen, desto früher werden die Ergebnisse solcher Studien in die gängige Praxis umgesetzt und somit für Sie, und andere Betroffene, dauerhaft verfügbar.
Gibt es Risiken oder Nachteile bei der Teilnahme an einer klinischen Studie ?
- Die zu untersuchenden Medikamente werden vorher ausführlich im Tierexperiment und, für Sie wichtiger, an gesunden Probanden auf ihre Nebenwirkungen getestet. Einige sind sogar in Deutschland in anderen Anwendungsgebieten zugelassen. Außerdem muß jede klinische Studie, bevor sie durchgeführt werden kann, durch eine unabhängige Ethikkommission geprüft werden. Die möglichen Nebenwirkungen sind in der Regel vergleichbar mit den Nebenwirkungen herkömmlicher Medikamente.
- Die Teilnahme an einer Studie bedeutet für den Patienten einen gering erhöhten zeitlichen Aufwand.
- Bei diesen Studien werden etablierte und zugelassene Medikamente miteinander bzw. mit einem Scheinmedikament (Placebo) verglichen. Weder Sie noch Ihr behandelnder Neurologe weiß, welches der beiden Medikamente Sie erhalten.
Die folgende Liste stellt den aktuellen Stand für den Herbst 2008 dar; da Forschung jedoch ein ständiger Prozeß ist, können sich hier rasche Veränderungen ergeben.
Wie kann ich an einer Studie teilnehmen?
Sollten Sie Interesse haben an einer dieser Studien teilzunehmen, können Sie gerne mit uns kurzfristig einen Termin vereinbaren:
Telefonisch: 030 / 450 560 560
email: kopfschmerz@charite.de
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1.Migräne
CGRP-Rezeptorantagonist BI 1246.4 (seit 09/2008)
Aktuell befinden sich mehrere neue Präparate zur akuten Behandlung von Migränekopfschmerzen in der klinischen Testung. Eine vielversprechende Gruppe von Medikamenten stellen die sogenannten Calcitonin-Gene related peptide (CGRP) Rezeptor Antagonisten dar. Diese Medikamente blockieren den Rezeptor von CGRP, einem Botenstoff, welcher eine Hauptrolle in der Entstehung des Migränekopfschmerzes bildet. Vorangehende Studien haben ergeben, dass es sich bei diesem Medikament um eine nebenwirkungsarme Therapie handelt. Gemeinsam mit anderen Zentren in Europa wollen wir nun die Wirksamkeit dieser Therapie in einer akuten Migräneattacke in einer größeren Patientengruppe untersuchen. Hierzu suchen wir Patienten, die eine Attacke einmal mit diesem Medikament behandeln. Die Wirkung des CGRP-Rezeptorantagonisten wird mit einem Triptan (Relpax) und einem Scheinmedikament (Placebo) verglichen.
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Wer ist geeignet?
Alle 18 bis 65 Jahre alten Patienten mit Migräne, die mindestens eine bis maximal acht Attacken/Monat haben. Sie sollten aktuell keine Medikamente zur Migräneprophylaxe einnehmen. Die betreuenden Ärzte sind Herr PD Dr. Reuter, Herr Dr. L. Neeb und Herr Dr. J. Hoffmann.
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2. Cluster- Kopfschmerz
Medikamentenstudien zur Behandlung des Cluster-Kopfschmerzes werden gegenwärtig an der Neurologischen Klinik der Charité nicht durchgeführt.
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3. Chronischer Spannungskopfschmerz
Gegenwärtig werden keine Untersuchungen zur Therapie an der Charité durchgeführt.
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